Montag, 17. Dezember 2018
Solidaritätsanzeige

Andrej Hunko in Donezk. Foto: FacebookIn der Ukraine hat der von den Putschisten angekündigte Angriff auf den Osten des Landes begonnen. In Kramatorsk eroberten die Streitkräfte den von der »Volksarmee« besetzten Flughafen zurück. Mit zwei Hubschraubern angeflogene Luftlandesoldaten hätten den Flugplatz unter ihre Kontrolle gebracht, berichtete RIA Nowosti unter Berufung auf die Agentur Reuters. Bei der Erstürmung wurden offenbar vier Aufständische getötet, sagte ein Sprecher der Bewegung, die das Putschistenregime in Kiew nicht anerkennt. Andere Quellen sprechen von bis zu elf Toten. Einer Meldung der Agentur ITAR-TASS zufolge wurde während der Kämpfe ein Kampfflugzeug abgeschossen. Wer an Bord der Maschine war und wer sie abgeschossen hat, war unklar. Augenzeugen hatten berichtet, insgesamt vier Jets hätten den besetzten Flughafen überflogen und wohl auch das Feuer eröffnet.

 

Zudem hat offenbar der Sturm auf die ostukrainische Stadt Slawjansk begonnen. Dies teilte ein Sprecher der »Volksarmee«, Sergej Zyplakow, gegenüber RIA Nowosti mit. Alle Einfahrten in die Stadt seien blockiert. »Jetzt läuft ein ernsthafter Sturm der Stadt Slawjansk, Schützenpanzerwagen fahren in die Stadt ein, viele Truppen sind unterwegs. Die Kameraden bereiten sich auf die Verteidigung vor.« Der Fernsehsender RT berichtete von einem Angriff der Faschisten des »Rechten Sektors« auf das örtliche Büro der Kommunistischen Partei in der nordostukrainischen Stadt Sumy. Dabei sei der lokale Sekretär der KPU verletzt worden. Im Westen der Ukraine geht die Polizei offenbar gegen Einrichtungen der marxistischen Organisation Borotba vor.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Entscheidung von Putschpräsident Alexander Turtschinow, die Armee gegen das eigene Volk einzusetzen, als äußerst gefährliche Entwicklung. Auch Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew sagte, die Ukraine stehe am Rande eines Bürgerkrieges. Das sei schrecklich, so der Premier in Moskau. »Der einzige Weg zur Stabilisierung der Lage wären die Schaffung normaler Bedingungen für die Entwicklung der Ukraine, ein Dialog mit eigenen Bürgern und die Berücksichtigung der Interessen aller ethnischen Gruppen. Das wäre auch die Anerkennung dessen, dass die Russen ebenfalls wie die Ukrainer Bürger der Ukraine sind«, unterstrich Medwedew.

Auch der gestürzte Präsident Wiktor Janukowitsch meldete sich aus dem russischen Exil zu Wort. »Unser Land wird ein Diktat niemals akzeptieren und schon gar nicht ein Diktat von Nationalisten«, erklärte er und wandte sich an die Sicherheitskräfte der Ukraine: »Als Oberbefehlshaber möchte ich an das Innenministerium und den Sicherheitsdienst der Ukraine appellieren – führt die verbrecherischen Befehle nicht aus! Schießt nicht auf das Volk. Das wird man euch nicht vergeben!« Realen Einfluss hat Janukowitsch jedoch offenbar keinen mehr, denn auch die Widerstandskämpfer gegen das Kiewer Regime halten wenig von ihm und werfen ihm zudem vor, im Februar »feige« die Flucht ergriffen zu haben, statt die Ukraine gegen die Putschisten zu verteidigen.

Aus Donezk meldete sich heute der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko (Die Linke) zu Wort. Auf Facebook veröffentlichte er ein Foto, das ihn vor einem der besetzten Verwaltungsgebäude zeigt, und teilte mit: »Als Einziger der deutschen Delegation des Bundestag bin ich dorthin gegangen und habe mit den Demonstrant/innen gesprochen. Sie sagen, dass sie nicht von 'Faschisten und Nationalisten' aus Kiew regiert werden wollen und fordern vor allem ein Referendum für mehr Autonomie der Regionen.

Ich finde es unerträglich, dass sie jetzt als 'Terroristen und Separisten' bezeichnet werden und die Armee gegen sie eingesetzt werden soll. Vieles spricht dafür, dass diese Linie im Zusammenhang mit dem geheimen Besuch des CIA-Chefs John Brennan am Wochenende in Kiev steht.«

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