Mittwoch, 21. November 2018
Solidaritätsanzeige
Die republikanische Kandidaten für die Vizepräsidentschaft, Sarah Palin, hat offenbar erneut Einblick in ihre Geisteswelt gewährt. Wie ein Universitätsprofessor in Wasilla in der "Los Angeles Times" berichtete, habe Palin - kurz nachdem sie 1996 zur Bürgermeisterin dieses Ortes in Alaska gewählt worden war - erklärt, Menschen und Dinosaurier hätten die Erde zur selben Zeit bevölkert, und diese sei erst vor rund 6000 Jahren erschaffen worden. Wissenschaftler sind sich weitgehend einig, dass die meisten Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren ausgestorben sind.

Philip Munger, der an der Universität von Alaska in Anchorage Musik unterrichtete, habe Palin daraufhin mit der Existenz prähistorischer Fossilien und Millionen von Jahren alten Spuren konfrontiert. Die heutige Kandidatin, die im Falle ihrer Wahl die USA regieren soll, falls dem 72 Jahre alten McCain während seiner Amtszeit etwas zustossen sollte, konnte Munger mit diesen Beweisen nicht irritieren. Sie habe Fotos von menschlichen Spuren in diesen alten Spuren gesehen, sagte sie. Tatsächlich sorgten bei den Anhänger der "Kreationismus"-Theorie solche Fotos für Aufregung, sie stellten sich aber allesamt als Fälschungen oder Missverständnisse heraus.

Während ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin von Wasilla besprach Palin mit der örtlichen Bibliothekarin mehrmals die mögliche Zensur einiger Bücher. Die spätere Entlassung der Bibliothekarin, welche sich gegen eine Zensur gestellt hatte, machte Palin nach Protesten wieder rückgängig. Sie brachte auch ein Gesetz auf den Weg, welches Opfer von Vergewaltigungen dazu verpflichtete, die Kosten zur Aufklärung der Straftat, im speziellen der medizinischen Untersuchungen in der Höhe von bis zu 1.200 US-Dollar selbst zu bezahlen. Das Gesetz wurde jedoch vom damaligen Gouverneur gekippt.

Am 7. November 2006 wurde Palin zur ersten weiblichen Gouverneurin Alaskas gewählt. In Alaska laufen heute Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs gegen sie, weil der von ihr im Juli 2008 entlassene Chef der Polizei des Staates Alaska erklärte, von Palins Umfeld wiederholt unter Druck gesetzt worden zu sein, einen bestimmten Beamten aus dem Dienst zu entfernen. Dabei handelt es sich um den Ex-Mann von Palins Schwester, der mit dieser in einem Scheidungs- und Sorgerechtsstreit steht. Wenige Tage nach Bekanntwerden des Vorwurfs gab das Parlament von Alaska offizielle Ermittlungen zu diesem Fall in Auftrag. Darüber hinaus werden nach Recherche der New York Times Vorwürfe erhoben, dass Palin einen Führungsposten im Landwirtschaftsministerium von Alaska an eine Schulfreundin vergeben habe. Als Qualifikation für den mit einem Jahresgehalt von 95.000 US-Dollar (rund 67.000 Euro) überdurchschnittlich gut dotierten Job habe die Schulkameradin Franci Havemeister unter anderem ihre "Liebe zu Kühen als Kind" angegeben. Ähnliche Vorgänge seien bei vier weiteren Schulfreunden festzustellen.

Der "Kreationismus", dessen Anhänger in den USA eifrig versuchen, die Evolutionslehre nach Darwin aus dem Schulunterricht zu verbannen, behauptet, dass sich die Entstehung der Welt exakt so ereignet habe, wie es die Bibel beschreibt. Zeitpunkt der Erschaffung der Welt sei demnach vor 6000 Jahren gewesen (Erzbischof James Ussher "berechnete" im 17. Jahrhundert sogar das genaue Datum: 23. Oktober 4004 vor Christi Geburt) und Menschen und Saurier hätten von Anfang an die Erde bewohnt. Der Europarat beurteilte im Oktober 2007 Kreationismus an Schulen als mögliche Bedrohung für Menschenrechte.
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