Dienstag, 23. Oktober 2018
Solidaritätsanzeige

Alfred HrdlickaAls einen »großen Künstler und Humanisten« würdigte KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner den gestern verstorbenen Bildhauer und Maler Alfred Hrdlicka. »Mit Hrdlicka verliert das  antifaschistische Österreich eine der wichtigsten Stimmen und die KPÖ einen Freund, der obwohl seit Jahrzehnten nicht mehr Mitglied, ihren Weg solidarisch und kritisch begleitet hat«, so Messner.
Alfred Hrdlickas Vater, Leopold, Antifaschist und bekannter Gewerkschafter, hatte nach 1945 dem ZK der KPÖ angehört, war aber 1956 im Zusammenhang mit dem ungarischen Volksaufstand aus der Partei ausgetreten. Alfred Hrdlicka, studierte von 1946 bis 1952 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Gütersloh und Dobrowski Malerei. Nach dem Malerdiplom folgte das Bildhauerstudium bei Wotruba, das er 1957 abschloss.

In seinem Werk blieb Hrdlicka auf Tuchfühlung mit den abendländischen Klassikern der Bildhauerei – von Michelangelo bis Rodin. Mit seinem Credo »Zurück zur Wirklichkeit« stand er zunächst zwar im Schatten der großen Avantgardisten, etablierte sich jedoch sehr bald als herausragende eigenständige künstlerische Persönlichkeit.

In Hrdlickas Werk befruchteten sich Bildhauerei und Zeichnung bzw. Radierung gegenseitig. Der Torso steht bei ihm nicht als Sinnbild für das Vergängliche der antiken Kultur sondern als Ausdrucksform des gequälten geschundenen Leibs, die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs und den Faschismus. Nicht im Schönen sah Hrdlicka die Wahrheit des 20. Jahrhunderts, sondern im Hässlichen und im Schmerz. Das bekannteste bildhauerische Werk Hrdlickas im Kontext der körperlichen Gewalt ist das mehrteilige Mahnmal gegen Krieg und Faschismus in Wien, das 1988 gegen heftige Widerstände der konservativen Kräfte, der reaktionären Presse, und des politisch, ästhetischen Sumpertums enthüllt wurde.

Hrdlicka, der 1956 wie sein Vater aus der Kommunistischen Partei Österreichs ausgetreten war, griff mit der ihm eigenen Verve immer wieder in die Politik ein, so 1986 in die Kontroverse um den späteren österreichischen Bundespräsidenten, Kurt Waldheim. Er widmete ihm ein drei Meter hohes Holzpferd, das zum Symbol wider das Vergessen wurde. 1999 trat er in Haiders politischer Wahlheimat, in Kärnten, als Spitzenkandidat der KPÖ an.

Auch die österreichische Kommunistische Initiative (KI) würdigt Hrdlicka: »Alfred Hrdlicka, wohl einer der wichtigsten Künstler, Bildhauer und Grafiker, engagierter Antifaschist und Kommunist, starb am Samstag im Alter von 81 Jahren in Wien. Immer wieder hat sich Hrdlicka in seinem Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken umfassenden Werk mit Themen wie Krieg, Gewalt und Faschismus auseinandergesetzt und sich als streitbarer Realist und Kommunist in politischen Debatten zu Wort gemeldet. Er hatte sich weder künstlerisch noch sozial oder politisch irgendwelchen Moden oder modernistischen Schnörkel verschrieben: "Ich war geprägt von der illegalen Arbeit. Was ich mache, ist eine proletarische Arbeit. Aber ich bin lieber Proletarier als Avantgardist." Alfred reißt eine unersetzbare Lücke, weltweit, sowohl in die Kunst als auch in die kommunistische Bewegung. Wir trauern um einen, vielleicht den letzten, ganz Großen der Bildenden Kunst und um einen aufrechten, geradlinigen, unerschüttterlichen Menschen an der Seite der Arbeiterklasse.«

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