Donnerstag, 21. Juni 2018
Solidaritätsanzeige

Diane Wilson bei einer Aktion in WashingtonWegen zwei gewaltfreier Protestaktionen gegen die Umweltzerstörung durch den BP-Konzern hat das Superior Court of the District of Columbia, das Kammergericht von Washington DC, am Freitag die Aktivistin Diane Wilson zu fast zweieinhalb Jahre Haft verurteilt. nachdem sie eine Ausschuss-Sitzung des US-Senats und die Anhörung des BP-Geschäftsführers Tony Hayward zu Protesten genutzt hatte, verurteilten die Richter die Garnelenfischerin zu insgesamt 840 Tagen Haft. Allerdings verzichtete die Staatsanwaltschaft am Freitag zunächst darauf, Wilson tatsächlich ins Gefängnis zu schicken. Voraussetzung dafür, dass sie auf freiem Fuss bleiben kann, ist jedoch, dass sie ein Jahr lang nicht verhaftet wird - und zwar nirgendwo. Darüber hinaus wird sie für neun Monate aus Washington verbannt, sie darf den Sitz der Regierung in dieser Zeit nicht betreten. Damit sind weitere Protestaktionen in der Hauptstadt für sie unmöglich geworden.

Angesichts der Tatsache, dass sie ihre Stimme nicht mehr in Washington erheben darf, erklärte Diane Wilson: »Wenn mir das Wort verboten wird, dann werde ich mir anders Gehör verschaffen. Mit einem Hungerstreik.« Als Mitbegründerin von Copepink, einer Frauenorganisation für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Ökologie, wird sie mit dem Hungerstreik für die Beendigung der Tiefseebohrungen eintreten. Sie fordert ein Gesetz, das die Haftungsbegrenzungen für Öl-Firmen aufhebt und sie für sämtliche von ihnen verursachten Schäden verantwortlich macht. Diane Wilson wird ihren Hungerstreik im Rahmen einer bereits feststehenden Groß-Demonstration auf Washington am 3./4. September offiziell beginnen.

Die deutsche Stiftung »ethecon«, die Wilson vor einigen Jahren mit ihrem »Blue Planet Award« ausgezeichnet hatte, betrachtet die gewaltlosen Protestaktionen der Preisträgerin als Teil ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung. Der ethecon-Vorsitzende Axel Köhler-Schnura zeigte sich fassungslos über das Ergebnis der Gerichtsverhandlung: »Der BP-Konzern hat mit seiner rücksichtslosen Profitgier den Tod von elf Menschen und eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten verschuldet. Statt die Schuldigen zu bestrafen, stellt sich der Staat auf die Seite der Konzerne und macht deren Kritiker mundtot. Das ist eine Rückkehr zum ,Business as usual'. Aus dem Desaster gelernt hat niemand.«

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