Dienstag, 25. September 2018
Solidaritätsanzeige

Tweets in eigener Sache: Denise Reese. Screenshot: TwitterIn den USA halten die Proteste gegen die Entscheidung an, den Polizisten nicht anzuklagen, der im August den unbewaffneten Afroamerikaner Michael Brown erschossen hatte. Während es Medienberichten zufolge in der vergangenen Nacht zu weniger gewaltsamen Ausschreitungen als am Tag zuvor kam, ging die Polizei mit Härte gegen Demonstranten vor. In Ferguson wurde dabei eine Korrespondentin von Ruptly, der Videoagentur des russischen Fernsehsenders RT, festgenommen und mehrere Stunden lang festgehalten.

Wie Denise Reese selbst aus dem Polizeifahrzeug heraus über den Internetdienst Twitter mitteilte, wurde sie abgeführt, nachdem die Polizei den Demonstranten ein Ultimatum gestellt hatte, die Kundgebung aufzulösen, sonst würden sie verhaftet. Wie Ruptly berichtete lautete der Vorwurf gegen die Kollegin – die mit Mikrofon und Kamera unterwegs war –, an einer verbotenen Versammlung teilgenommen zu haben. Fünf Stunden später wurde sie ohne Anklage wieder auf freien Fuß gesetzt und kündigte umgehend an, in Kürze die Berichterstattung aus Ferguson wieder aufzunehmen.

Reese, die nach Angaben aus der Ruptly-Redaktion die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, ist innerhalb von 48 Stunden bereits die zweite Journalistin der Medienagentur, die Opfer des Vorgehens der Polizei gegen die Demonstranten wurde. In der Nacht zum Dienstag war Lorena de la Cuesta während ihrer Arbeit am Bein von einer Tränengasgranate der Polizei getroffen worden.

In Russland selbst werden die Proteste gegen den Rassismus in den USA bereits mit der Lage in der Ukraine verglichen. »Barack Obama hat seinen Maidan«, kommentierte am Mittwoch die Moskauer Zeitung Iswestija. »Die Ereignisse in Ferguson sind ein ernster Warnruf. Obama ist so sehr mit internationalen Angelegenheiten beschäftigt, dass ihm einfach keine Zeit und Kraft bleiben, innere Probleme zu lösen, die mit der sozialen und wirtschaftlichen Ordnung der USA zu tun haben.«

Übernommen mit freundlicher Genehmigung von junge Welt

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