Sonntag, 20. Mai 2018
Solidaritätsanzeige

Luis Posada Carriles demonstriert in MiamiIn Miami haben am Donnerstag mehrere tausend Menschen gegen die angebliche Unterdrückung der »Dissidenten« in Kuba demonstriert. Angeführt wurde der Marsch von der in Havanna geborenen Sängerin Gloria Estefan. Mit dabei in der Menge auch ein Mann, dessen Auslieferung Kuba und Venezuela seit Jahren fordern, weil er für ein Bombenanschlag auf ein kubanisches Verkehrsflugzeug 1976 verantwortlich ist, bei dem 73 Menschen ums Leben kamen: Luis Posada Carriles.

Der 1928 im kubanischen Cienfuegos geborene Posada Carriles arbeitete ab 1960 für die CIA und kämpfte gegen die revolutionäre Regierung Kubas. So war er 1964 Instrukteur für Sprengstoffe in einem CIA-Ausbildungslager in Tampa in Florida. 1965 beteiligte er sich an Attentatsplänen gegen kubanische und sowjetische Schiffe im Hafen der mexikanischen Küstenstadt Veracruz, bevor er 1967 im Auftrag der CIA einen Direktorposten im venezolanischen Geheimdienst DISIP übernahm und dort für Folter und Mord an linken Regimegegnern zuständig war. Selbst die US-Bundespolizei FBI geht davon aus, dass er zusammen mit Orlando Bosch der Urheber des Bombenattentates auf die Cubana-Maschine auf dem Flug nach Barbados war. Bosch und Posada wurden deswegen in Venezuela verurteilt. 1985 gelang Posada jedoch mit Unterstützung US-amerikanischer Agenten die Flucht aus Venezuela. Posada Carriles gab auch selbst zu, Bombenattentate gegen Touristik-Zentren auf Kuba geplant zu haben, bei denen 1997 ein italienischer Geschäftsmann getötet wurde.

Im Jahr 2000 wurde er in Panama wegen der Planung eines Attentats auf den damaligen kubanischen Staatspräsidenten Fidel Castro verhaftet und im Jahr 2002 wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, krimineller Vereinigung, unerlaubten Besitzes von Sprengstoff und Dokumentenfälschung zu acht Jahren Haft verurteilt. Einer Bitte Washingtons nachkommend, wurde er aber bereits im Jahr 2004 von der panamesischen Präsidentin Mireya Moscoso am letzten Tag ihrer Amtszeit, unter Verstoß gegen geltendes panamaisches Recht, zusammen mit drei anderen verurteilten Personen begnadigt. Posada Carriles setzte sich umgehend mit gefälschten Papieren, die ihm die US-Botschaft in Panama ausgestellt hatte, nach Honduras ab, seine Komplizen nach Miami.

2005 konnte Posada Carriles dann ungehindert in die USA einreisen und sich dort frei bewegen. Erst nach einer Pressekonferenz wurde er am 17. Mai 2005  festgenommen, allerdings nur wegen eines Einreisevergehens. Auf Anordnung von Richterin Kathleen Cardone vom US-Bundesgericht in El Paso, Texas wurde Posada Carriles am 19. April 2007 unter Auflagen aus der Haft entlassen. Und nun latscht dieser Mörder gut gelaunt zusammen mit seinen Gesinnungsgenossen durch Miami, um für »Menschenrechte« zu demonstrieren. »Ich verteidige die Freiheit der USA und dort in Kuba«, sagte er gegenüber der britischen BBC, und auch der US-Propagandasender »Radio Martí« holte sich Statements ab.

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