Donnerstag, 29. Juni 2017
Solidaritätsanzeige

Free WikileaksDie »Bank of America« hat sich in die Front der Wikileaks-Gegner eingereiht. In einer Stellungnahme kündigte das Finanzinstitut an, künftig keine Überweisungen an das Enthüllungsportal mehr abzuwickeln. Ausdrücklich berief sich die US-Bank auf das Beispiel der Kreditkarteninstitute Visa und Mastercard, die sich seit Tagen weigern, Spenden für Wikileaks abzuwickeln.

Hände weg von Wikileaks!Mit Paypal hat der nächste US-Grosskonzern demonstriert, was er tatsächlich von Informationsfreiheit hält. Heute sperrte das Unternehmen das Spendenkonto der Enthüllungs-Website, die sich nach der Enthüllung von Geheimdokumenten der US-Diplomatie zunehmend unter Druck sieht. So wurde mit massiven Hackerangriffen versucht, die Seite zum Absturz zu bringen. Wie das Onlinemagazin »The Tech Herald« berichtet, soll der Urheber dieser sogenannten DDOS-Angriffe ein »Jester« sein, der sich über seinen Twitter-Account »th3j35t3r« als US-Militarist outet: Die Angriffe seien Antwort auf Wikileaks' Versuche, »das Leben unserer Truppen, Werte und Aussenbeziehungen in Gefahr zu bringen«. In Folge der Angriffe kündigte auch der Grosshändler Amazon dem Provider von Wikileaks, dem schwedischen Hoster »Bahnhof«, die angemieteten Server.

WikiLeaks mit Dokumente des State DepartmentDie jüngsten Veröffentlichungen von rund 250.000 Dokumenten aus dem US-State Department durch den Internetdienst Wikileaks sorgen nicht nur für ein peinliche Enthüllungen darüber, wie die nordamerikanischen Diplomaten ihre Verbündeten einschätzen (»Teflon« Merkel, »der nackte Kaiser« Sarkozy oder Berlusconis »wilde Feten«). Deutlich wird in den Dokumenten, bei denen es sich um Anfragen und Anweisungen des US-Aussenministeriums an seine diplomatischen Vertretungen in aller Welt sowie um Berichte zahlreicher nordamerikanischer Botschaften und Konsulate handelt, jedoch auch, wie sich Washington in die inneren Angelegenheiten anderer Länder und Regionen einmischt. So wurden die Diplomaten angewiesen, Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez in Lateinamerika zu isolieren. Von der US-Botschaft in Buenos Aires forderte die Zentrale Berichte über den »Geisteszustand« der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández an.

Von Wikileaks veröffentlichtes CIA-DokumentDie CIA warnt intern davor, dass die USA international als »Terrorismus-Exporteur« angesehen werden könnte. Das geht aus einem Memorandum des US-Geheimdienstes hervor, das vom Internetportal Wikileaks am Mittwoch ins Netz gestellt wurde. Das aus dem vergangenen Februar stammende analysiert die Folgen, die sich für die Vereinigten Staaten ergeben könnten, wenn im Ausland erkannt würde, dass zunehmend Terroristen aus den USA gegen andere Länder vorgehen. In den Medien werde derzeit vor allem über islamische Attentäter berichtet, die Anschläge auf US-amerikanische Ziele verüben, zugleich werde aber kaum über solche US-Terroristen ohne muslimische Herkunft informiert, die Anschläge gegen andere Länder begehen.

Diane Wilson bei einer Aktion in WashingtonWegen zwei gewaltfreier Protestaktionen gegen die Umweltzerstörung durch den BP-Konzern hat das Superior Court of the District of Columbia, das Kammergericht von Washington DC, am Freitag die Aktivistin Diane Wilson zu fast zweieinhalb Jahre Haft verurteilt. nachdem sie eine Ausschuss-Sitzung des US-Senats und die Anhörung des BP-Geschäftsführers Tony Hayward zu Protesten genutzt hatte, verurteilten die Richter die Garnelenfischerin zu insgesamt 840 Tagen Haft. Allerdings verzichtete die Staatsanwaltschaft am Freitag zunächst darauf, Wilson tatsächlich ins Gefängnis zu schicken. Voraussetzung dafür, dass sie auf freiem Fuss bleiben kann, ist jedoch, dass sie ein Jahr lang nicht verhaftet wird - und zwar nirgendwo. Darüber hinaus wird sie für neun Monate aus Washington verbannt, sie darf den Sitz der Regierung in dieser Zeit nicht betreten. Damit sind weitere Protestaktionen in der Hauptstadt für sie unmöglich geworden.

Diane Wilson in AktionWährend die für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verantwortlichen BP-Manager ohne Anklage bleiben, drohen der Umweltaktivistin Diane Wilson fast zweieinhalb Jahre Haft. Der Grund dafür ist ihr friedlicher Protest gegen den BP-Konzern im US-Senat. Bei einer öffentlichen Sitzung des Energie-Ausschusses im US-Senat am 9. Juni hatte sich Wilson als Protest mit (nachgemachtem) Öl übergossen. Die Aktion richtete sich vor allem gegen die republikanische Senatorin Lisa Murkowski, die eine Gesetzesvorlage zur Aufhebung der Haftungsbegrenzung von Öl-Firmen blockieren wollte. Diese lag zu dem Zeitpunkt noch bei 75 Millionen Dollar - bei weitem nicht genug, um die von BP angerichteten Schäden zu beheben. Diane Wilson empörte sich: »Wie kann sie es wagen, für ,Big Oil' Partei zu ergreifen und gegen die Amerikaner, die von diesem von Menschen gemachten Desaster so erschüttert sind?«

Freiheit für die Cuban FiveFreiheit für die Cuban FiveLiebe Schwestern und Brüder,

ich diktiere diese Worte ins Telefon, daher muss ich mich kurz fassen, und ich werde nicht in der Lage sein, alles zu sagen, was ich gerne gesagt hätte.

Gestern Nachmittag wurde ich mit der selben Geschwindigkeit aus "dem Loch" geholt, wie ich hineingeworfen wurde. Man hat mich dort hingebracht, weil gegen mich angeblich ermittelt werde. Solche Ermittlungen können drei Monate in Anspruch nehmen, manchmal mehr, doch ich war 13 Tage dort. Wie ein bekannter kubanischer Journalist sagen würde, man kann seine eigenen Schlüsse daraus ziehen...

Freiheit für die FünfFreiheit für die FünfNach einer kurzfristigen internationalen Kampagne haben die US-Behörden heute morgen (Ortszeit) die Isolationshaft gegen Gerardo Hernández, einen der international als »Cuban Five« oder »Miami 5« bekannten Kubaner, beendet und ist aus dem berüchtigten »Loch« zurück in den normalen Haftbereich verlegt. Das berichtet das US-amerikanische National Committee to Free the Five unter Berufung auf Gerardos Rechtsanwalt Leonard Weinglass. Zuvor hatte der Jurist in einem fünfseitigen Schreiben gegen die Isolationshaft protestiert und den Gefängnisbehörden nachgewiesen, dass sie ihre eigenen Regeln verletzt haben.

Free the FiveFree the FiveDer Präsident der kubanischen Nationalversammlung, Ricardo Alarcón, hat die Vereinigten Staaten am Mittwoch für die Gesundheit des Antiterroristen Gerardo Hernández - einer der als »Miami 5« international bekannten Kubaner - verantwortlich gemacht, der zu Unrecht in einem US-Gefängnis einsitzt und unter gesundheitlichen Problemen leidet. Gerardos Gesundheit sei in Gefahr und die USA dafür verantwortlich, erklärte Alarcón in Havannas Palacio de Convenciones, in dem derzeit parlamentarische Ausschüsse im Vorfeld der nächsten Sitzungsperiode des kubanischen Parlaments versammeln.

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