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USA

Rote Hilfe verurteilt rassistische Polizeigewalt

Wenn ein System Menschen den Atem nimmt, wenn Polizisten Menschen ermorden, dann liegt ein Fehler im System vor. George Floyd ist am 25. Mai im Alter von 46 Jahren einem solchen System zum Opfer gefallen. Polizisten hatten ihn festgehalten, ihm Handschellen angelegt, ihn zu Boden gerungen. Sie knieten auf seinem Nacken und erstickten den Mann. Eine Passantin filmte das Vorgehen und zwang die Welt, hinzusehen. George Floyd war schwarz, die Polizisten, die ihn zu Tode folterten sind weiß. Kein Einzelfall.

Im Falle von George Floyd war eine Kamera zur Stelle – sein Todeskampf wurde öffentlich. Und die Welt schaut hin. Tausende Menschen demonstrieren derzeit, tragen ihre Angst vor Polizeigewalt, ihre Wut über ein System, dass Rassismus und Diskriminierung zulässt, auf die Straße. Sie zwingen die Welt, sich mit diesen Themen zu befassen.

Die Rote Hilfe verurteilt die Gewalt und Repression, die George Floyd das Leben kosteten und gegen Demonstrant*innen weltweit im Nachgang gerichtet wurden und werden - und sie befürwortet die Proteste dagegen.

„Als Rote Hilfe sind wir seit Jahrzehnten mit Polizeigewalt, mit systematischer Gewalt vonseiten des Staates, konfrontiert und versuchen, den Opfern zu helfen. Viele Fälle bleiben unentdeckt, nicht jeder Mensch findet seine Fürsprecher, nicht immer ist eine Kamera zur Stelle.“, erklärt Anja Sommerfeld, Mitglied im Bundesvorstand der Roten Hilfe.

Wie das Datenprojekt „Mapping Police Violence“ (mappingpoliceviolence.org) beweist, hat der Fall Methode. Laut der Datenerhebung gab es im Jahr 2019 nur 27 Tage, an denen kein Bürger der USA von Polizisten getötet wurde. 1.099 Todesfälle wurden allein im Jahr 2019 gezählt. 24 Prozent der Opfer waren Menschen mit „schwarzer
Hautfarbe“ – und das, obwohl sie in der US-Gesamtbevölkerung nur 13 Prozent ausmachen. Eine im Vorjahr veröffentlichte Studie (http://www.pnas.org/content/116/34/16793) kommt sogar zu dem Schluss, dass der Tod durch Polizeigewalt eine der häufigsten Todesursachen junger schwarzer Männer in den USA ist. George Floyd war kein Einzelfall. Er ist zum Symbol geworden für Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe und auch aufgrund ihrer Armut diskriminiert werden.

Diesen Menschen, ihren Familien und ihren Freund*innen gehört unsere Solidarität, genauso wie den Demonstrierenden, die aufstehen gegen dieses System, die Aufklärung und Gerechtigkeit verlangen, obwohl der Präsident der USA damit gedroht hat, das Militär gegen Zivilisten einzusetzen. Auch zeigen wir uns solidarisch mit den zahlreichen Medienvertreter*innen, die die Proteste publik machen, aufklären, Wissen teilen – und dabei massiven Repressionen vonseiten der Polizei ausgesetzt sind.

„Dem System ist nicht daran gelegen, dass die Welt hinschaut. Dass Menschen Bescheid wissen und für andere eintreten.“, so Sommerfeld weiter. „Doch Solidarität verbindet. Sie verbindet nicht nur Genoss*innen in ihren politischen Kämpfen, sondern alle Unterdrückten und diejenigen, die für die Unterdrückten einstehen.“

Allein mit Reformen lassen sich rassistische Morde, die Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Gesinnung künftig nicht verhindern. Es wird ein politischer Wandel benötigt, der die gesamte Gesellschaft umfasst.

Rassismus, Diskriminierung und Unterdrückung sind nicht nur in den USA oder anderen fernen Staaten zu sehen. Sie finden auch in der BRD und allen anderen westlichen Nationen statt. Auch in der BRD wurden allein im Jahr 2018 elf Menschen durch die Polizei getötet, die in diesem Jahr im Durchschnitt jeden sechsten Tag Schüsse abfeuerte.
(https://www.tagesschau.de/inland/polizei-253.html).

Die Rote Hilfe verurteilt auch diese Polizeigewalt und dazu ruft auf, nicht wegzuschauen, sich solidarisch zu zeigen und sich an den Protesten zu beteiligen!

United We Stand
Blacklivesmatter

Quelle:

Rote Hilfe e.V.

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