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Kategorie: USA

Occupy ChicagoTausende Menschen haben gestern in Chicago erneut gegen das NATO-Gipfeltreffen demonstriert, das derzeit in der zweitgrößten Stadt der USA stattfindet. Bereits in den vergangenen Tagen hatte es zahlreiche Aktionen und Kundgebungen gegeben, zu denen vor allem die US-amerikanische Occupy-Bewegung mobilisiert hatte, und die sich auch gegen den G8-Gipfel am Freitag und Sonnabend in Camp David richteten. Dazu gehörte beispielsweise am Sonnabend eine Demonstration zum Haus von Bürgermeister Rahm Emanuel, der unter den Einwohnern Chicagos äußerst unpopulär ist. Direkt vor seiner Haustür protestierten die Aktivisten gegen die von der Stadtverwaltung geplanten Kürzungen im Gesundheitswesen. Rund 150 weitere Menschen besetzten den Daley-Platz und riefen Parolen gegen die NATO, die Wall Street und die Besatzung Afghanistans durch US-Truppen.



Die Polizei ging mit Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor, die friedlich unter Parolen wie "Krieg bedeutet Schulden" oder "NATO go home" zum Tagungsort am Michigansee zogen. 18 Menschen wurden festgenommen, nachdem es in der Nacht zum Sonntag zu Auseinandersetzungen zwischen den Friedensaktivisten und Sicherheitskräften gekommen war.

Wie nötig der Protest war, zeigte die Nachricht vom Gipfel, dass die NATO ihren Raketenschild einsatzbereit habe. Dieser wird vor allem von Moskau als Bedrohung gesehen. Während die NATO Russland daraufhin zur "Mitarbeit" eingeladen hat, lehnt das Militärbündnis eine Kooperation auf Augenhöhe weiterhin ab.

Unterdessen hat der neue französische Staatschef Hollande seinen Entschluss bekräftigt, die französischen Kampftruppen noch in diesem Jahr aus Afghanistan abzuziehen. Allerdings soll es sich dabei nur um zwei Einheiten handeln, während die übrigen französischen Truppen in dem islamischen Land bleiben sollen. Auf Kritik stiess er damit unter anderem bei Bundesaußenminister Guido Westerwelle, der jeden vernünftigen Schritt gefährlich findet und vor einem "Abzugswettlauf" der NATO aus Afghanistan warnte.

 

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