Dienstag, 11. Dezember 2018
Solidaritätsanzeige

IPPNWIPPNWEin »begrenzter« atomarer Schlagabtausch hätte eine globale Hungersnot zur Folge, die das Leben von zwei Milliarden Menschen gefährden würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag in Boston veröffentlichte Aktualisierung der IPPNW-Studie »Nukleare Hungersnot«.  Die Studie, die beispielhaft von einem Szenario von je 50 eingesetzten Atomwaffen der Stärke der Hiroshima-Atombombe zwischen Indien und Pakistan ausgeht, ist eine ernüchternde Analyse der humanitären, ökonomischen und ökologischen Kosten eines regionalen Atomkrieges.

 

Der US-Arzt Dr. Ira Helfand und eine Gruppe von Experten aus Landwirtschaft und Ernährungswissenschaft haben dafür wissenschaftliche Daten aus mehreren Studien der letzten Jahre ausgewertet. Ihr Resümee: Folge eines regionalen Atomkrieges in Südasien wären sinkende Temperaturen und reduzierte Niederschläge, die in wichtigen landwirtschaftlichen Regionen den Anbau von Getreide, Mais und Reis gravierend stören und weltweit zur Nahrungsmittelknappheit und Preiserhöhungen führen würden.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  1. In den USA würde die Maisproduktion nach dem atomaren Schlagabtausch im Durchschnitt eines Jahrzehnts um 10 Prozent zurück gehen, wobei der stärkste Rückgang, ca. 20 Prozent, im Jahr 5 nach dem Atomkrieg läge. Einen ähnlichen Rückgang gäbe es bei der Sojabohnenernte.
  2. Während der ersten vier Jahre würde die Reisproduktion in China durchschnittlich um 21 Prozent sinken, während der folgenden sechs Jahre würde der Rückgang im Durchschnitt zehn Prozent betragen.
  3. Die Winterweizen-Produktion Chinas würde im ersten Jahr um 50 Prozent sinken. Im Durchschnitt des gesamten Jahrzehnts nach dem Atomkrieg wäre sie 31 Prozent niedriger als vor dem Schlagabtausch. Allein in China wären eine Milliarde Menschen von Hunger bedroht.
  4. Der Rückgang von verfügbarer Nahrung würde durch Erhöhungen der Lebensmittelpreise verschlimmert, wodurch Nahrung für Hunderte Millionen der Ärmsten der Welt unerschwinglich würde.

Die Studie erscheint zu einem Zeitpunkt, zu dem Bewegung in die Abrüstungsdebatte kommt. Im Oktober diesen Jahres unterzeichneten 125 Staaten in der UNO-Generalversammlung ein Statement, in dem der Einsatz von Atomwaffen unter allen Umständen verurteilt wird. Deutschland verweigerte seine Unterschrift. Im Februar 2014 werden mehr als 100 Staaten in Mexiko zusammentreffen, um die humanitären Folgen eines Atomkrieges erneut zu debattieren.

IPPNW-Abrüstungsexpertin Xanthe Hall appelliert an die Bundesregierung, sich für einen weltweiten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen einzusetzen. Deutschland müsse sich in Mexiko den Staaten anschließen, die Atomwaffeneinsätze bedingungslos verurteilen.

2007 rief die internationale IPPNW die Kampagne ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) ins Leben, die mittlerweile 300 Partnerorganisationen in 80 Ländern umfasst, die sich für einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen stark machen.

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