Mittwoch, 17. Oktober 2018
Solidaritätsanzeige

Die Interessen der Beschäftigten sind wichtiger als die Rede des KönigsEs gibt wichtigeres als die Weihnachtsansprache eines nicht gewählten Staatsoberhaupts. Das katalanische und das baskische Fernsehen haben gestern entschieden, die Rede von Juan Carlos, vom Diktator Francisco Franco ernannter König von Spaniens, nicht zu übertragen. In Katalonien war dafür ein halbstündiger Streik der Beschäftigten von 20.50 bis 21.20 Uhr verantwortlich, in Euskal Herria entschied das Fernsehen der autonomen Region, dass die zu dieser Zeit übliche Nachrichtensendung Teleberri wichtiger sei als die Übertragung des Geredes eines Monarchen im fernen Madrid.

 

Offizieller Hintergrund des Streiks beim katalanischen TV3 war ein Arbeitskampf um die geplante Auslagerung der Werbeabteilung und andere drohende Verschlechterungen im Zusammenhang mit dem am 31. Januar bevorstehenden Auslaufen des Tarifvertrages. Deshalb haben die Beschäftigten des Senders zwei weitere Ausstände angekündigt, die am 31. Dezember stattfinden sollen: von 14.15 bis 14.45 Uhr, was die Übertragung der Auslosung der erstmals von der Generalitat ausgetragenen Lotterie El Grosso verhindern könnte, sowie zwischen 20.45 und 21.15 Uhr. Für diesen Zeitraum war ursprünglich die Neujahrsansprache des katalanischen Regierungschefs Artur Mas vorgesehen. Belegschaftsvertreter argumentieren, sie hätten für ihre Streiks ganz einfach die Zeiten mit der höchsten Einschaltquote vorgesehen.

Die Verweigerung der Übertragung der Königsrede wurde im Spanischen Staat jedoch durchaus auch im Zusammenhang mit der für den kommenden 9. November angekündigten Volksabstimmung gesehen, bei der die Katalanen entscheiden sollen, ob ihr Land ein von Spanien unabhängiger Staat werden soll.

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