Freitag, 16. November 2018
Solidaritätsanzeige

Gewerkschafter zu Gast bei der Kusine des KönigsRund 400 Mitglieder der Andalusischen Arbeitergewerkschaft (SAT) haben heute mittag nahe Hornachuelos (Córdoba) den Moratalla-Palast besetzt. Das luxuriöse Anwesen ist Eigentum des Herzogs von Segorbe und von María de la Gloria de Orleans-Braganza, einer Kusine mütterlicherseits des spanischen Königs Juan Carlos. Wie die SAT auf ihrer Homepage betont, sei zum Betreten des Parkgeländes vor dem Palast keinerlei Gewalt notwendig gewesen, da es neben dem riesigen Tor eine kleine Pforte gegeben habe, durch die der Zutritt möglich gewesen sei.

Die Gewerkschafter hatten zuvor an dem mehrtägigen Protestmarsch »Andalusien steht auf« der SAT teilgenommen, zu dessen Forderungen die Bekämpfung des Großgrundbesitzes gehört. Der Latifundismus sei ein Krebsgeschwür, das den Fortschritt Andalusiens verhindert, kritisiert die Gewerkschaft, die zuletzt auch durch Enteignungsaktionen in mehreren Supermärkten und durch den populären Bürgermeister der Ortschaft Marinaleda, Juan Manuel Sánchez Gordillo, bekannt geworden ist.

Mit ihrer Demonstration, die ganz Andalusien durchqueren soll, will die SAT die Kämpfe auf dem Land und in den Städten vernetzen. Deshalb enden die einzelnen Etappen jeweils in einer Provinzhauptstadt, wo mit Aktionen auf die Probleme der Arbeiterklasse auf dem Land und in der Stadt aufmerksam gemacht werden soll.

Die SAT fordert, die spanischen Schulden nicht zu zahlen, da diese zum größten Teil privat angehäuft worden seien. Vor allem die Banken, die daran den größten Anteil gehabt hätten, müssten zur Begleichung herangezogen werden. Statt dessen seien die spanische und die andalusische Regierung dabei, mit den »Rettungspaketen« und Kürzungen die privaten Verluste zu vergesellschaften. Alle Kürzungen müssten zurückgenommen, Zwangsräumungen und Entlassungen verboten werden. Zugleich müssten der gesellschaftliche Reichtum und die Arbeit durch eine Anhebung des Mindestlohns auf 1000 Euro und durch eine Streichung der bisherigen Mindestgröße von landwirtschaftlichen Grundstücken, die subventioniert werden, gerechter verteilt werden.

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