21 | 09 | 2019

Bekenntnis zu Serbien in Mitrovica. Foto: reforme.rs / flickr.comIn der Nacht auf Sonntag kam ein Albaner im Norden von Kosovska Mitrovica bei einem Sprengstoffanschlag um. Das Todesopfer ist der 38-jährige Seljver Haradinaj. Zwei seiner vier Kinder wurden bei der Explosion in der ebenerdigen Wohnung leicht verletzt. Ansonsten kam niemand bei dem von lokalen Behörden als „terroristische Tat“ bezeichneten Ereignis um.

Der Anschlag passierte gegen halb zwei in der Siedlung „Tri solitera“ (dt. drei Hochhäuser), in der sowohl ethnische Albaner als auch Serben im mehrheitlich von Serben bewohnten Nordteil der Stadt wohnen. Der Sprengsatz sei an einem straßenseitigen Fenster der Wohnung der Haradinajs platziert worden. Polizei und KFOR nahmen sofort die Fahndung nach den unbekannten Tätern auf. Es soll sich um Serben handeln. Daraufhin schlugen drei Kosovo-Albaner am folgenden Abend einen 66-jährigen Serben krankenhausreif. In Mitrovica patroullieren wieder verstärkt die „Kosovo Police“, wobei man sich im nördlichen Viertel auffallend zurückhält.

„Inakzeptable Gewaltakte“

Sowohl kosovo-albanische als auch serbische Politiker verurteilten den Anschlag aufs Schärfste. Belgrad forderte eine Untersuchung der Schlägerei von Sonntagabend. Solche Gewaltakte und Angriffe seien „inakzeptabel und tragen nicht zur Stabilität im Lande bei“, so die kosovarische „Präsidentin“ Atifete Jahjaga. Der Anschlag behindere die Anstrengungen bei der Herstellung von Recht und Ordnung auf dem „gesamten Territorium des Kosovo, besonders im Norden“. Auch in diesem Zusammenhang wurde die Formel von der territorialen Integrität und Souveränität der südserbischen Provinz wieder bemüht.

Diese neue Welle der Gewalt kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die kosovarisch-sezessionistische Selbstverwaltung, allen voran Jahjaga, sperrten sich zuletzt wieder gegen Forderungen der Kosovo-Serben, vor Ort serbische Wahlen abhalten zu dürfen. Einzig kosovarische beziehungsweise Wahlen unter Beobachtung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) oder in „serbischen Botschaften im Kosovo“ (O-Ton Jahjaga) seien zulässig.

Tadic taktiert

Anfang April trat Boris Tadic offiziell von seinem Amt als serbischer Präsident zurück – angeblich, um „Neuwahlen“ in Serbien unbürokratisch zu ermöglichen. Kritiker und Gegner glauben, der prowestliche Politiker taktiere, um sich selbst wieder einfacher ins Spiel für eine weitere Periode zu bringen. In die bisher achtjährige Amtszeit von Tadic fallen sowohl die Unabhängigkeitserklärung Montenegros 2006 als auch die einseitig erklärte Unabhängigkeit des Kosovo im Jahre 2008.

Am 6. Mai diesen Jahres sollen nun, um Zeit und Geld zu sparen, die serbischen Kommunal-, Parlaments- und Präsidentschaftswahlen zusammengelegt werden.

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