17 | 06 | 2019

Evo Morales und Joseph Alois RatzingerBoliviens Präsident Evo Morales ist heute in Rom von Papst Benedikt XVI., eigentlich Joseph Alois Ratzinger, zu einer 25 Minuten dauernden Audienz empfangen worden. Während des Gesprächs überreichte Morales dem Kirchenmann einen persönlichen Brief, in dem er ihn auffordert, das Zölibat abzuschaffen und die Strukturen der Katholischen Kirche zu demokratisieren. »Die Kirche darf nicht einen fundamentalen Teil unserer menschlichen Natur leugnen und sollte das Zölibat abschaffen. Dann gäbe es auch weniger Töchter und Söhne, die von ihren Eltern nicht anerkannt werden«, schrieb Morales in dem Brief.

Evo erläuterte anschließend bei einer kurzen Pressekonferenz, dass sein »persönlicher Beitrag als Basismitglied der Katholischen Kirche« eine Reaktion auf die Mißbrauchsskandale in mehreren Ländern gewesen sei. Er habe in aller Bescheidenheit einen Beitrag zur Überwindung der Krise der Kirche leisten wollen, so Morales. Dazu gehöre, die Strukturen der Kirche zu demokratisieren und zu humanisieren. Die Frauen müßten deshalb die selben Möglichkeiten wie die Männer bekommen, das Priesteramt auszuüben, forderte der bolivianische Staatschef.

Radio Vatikan ging auf den Besuch nur mit einer kurzen Meldung ein und verschwieg die Kritik des Gastes: »Das Gespräch von Papst und Präsident dauerte ca. 25 Minuten und verlief in herzlicher Atmosphäre. Thema war u.a. der Umweltschutz, und was die Kirche in Bolivien im Schul- und Gesundheitswesen leistet. Der linke Politiker Morales, der keine Krawatte, sondern eine Jacke im Anden-Stil trug, überreichte dem Papst zwei Holzstatuen von Andenbauern.«



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