Freitag, 19. Oktober 2018
Solidaritätsanzeige

Ricardo Patiño und Julian Assange. Foto: ANDESDer seit zwei Jahren in der diplomatischen Vertretung Quitos in Londons ausharrende Wikileaks-Gründer Julian Assange will seinen Zufluchtsort verlassen. »Ich kann bestätigen, dass ich die Botschaft Ecuadors bald verlassen werde, aber nicht aus den Gründen, die ihr euch einbildet und auch nicht aus denen, von denen die Medien sprechen«, erklärte er am Montag bei einer Pressekonferenz. Vor deren Beginn war in einem englischen Fernsehsender spekuliert worden, Assange sei schwer krank, müsse schnell operiert werden und wolle sich deshalb den Behörden stellen. Diese Version dementierte der Enthüllungsjournalist.

An seiner Seite saß Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño, der offenbar eigens aus diesem Anlass in die britische Hauptstadt gereist war. Er bekräftigte die Entscheidung seiner Regierung, Assange auch weiterhin Schutz zu gewähren und kritisierte, dass durch das Verhalten speziell der schwedischen Untersuchungsbehörden »zwei Jahre verloren« worden und Assanges Menschenrechte verletzt worden seien. Auffällig zurückhaltend sprach er jedoch über die britischen Behörden, die Ecuadors Botschaft seit zwei Jahren abgeriegelt haben.

Hintergrund dieser diplomatischen Zurückhaltung gegenüber London könnte eine Gesetzesänderung sein, die im April vom britischen Parlament verabschiedet wurde. Wenn Schweden die Auslieferung Assanges heute beantragen würde, würde sie von den Briten vermutlich abgelehnt, so Patiño. Ob die neue Rechtslage aber auch einen Ausweg für Assange eröffnet, scheint noch offen zu sein. Darüber sei man mit der britischen Regierung im Gespräch, erklärte Ecuadors Außenminister.

Quelle: ANDES / RedGlobe

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