Sonntag, 21. Oktober 2018
Solidaritätsanzeige

Zivilisten sitzen in Homs festRund 800 Zivilisten sind in der Altstadt von Homs gefangen und warten auf Rettung, während die Gefechte zwischen der regulären Armee und der Opposition immer heftiger werden. Das berichtet Fides, die Nachrichtenagentur des Vatikan. Unter den betroffenen Zivilisten befinden sich demnach rund 400 Christen und 400 Muslime, die in den Stadtteilen Diwan und Hamidye wohnen. Die Zivilisten seien dort der Gefahr von Schusswechseln und Bombenangriffen ausgesetzt und riskierten ihr Leben. Deshalb seien Vertreter der Zivilbevölkerung im Rahmen der Bürgerinitiative »Versöhnung« seit zwei Tagen bemüht, einen Waffenstillstand auszuhandeln. Unter den Verhandlungsteilnehmern befinden sich dem Bericht zufolge auch zwei christliche Priester, die zusammen mit UN-Vertretern Kontakt zu den militärischen Anführern der Armee und der Opposition aufgenommen haben. Ziel der schwierigen Verhandlungen seo eine zweifache Waffenruhe: zum einen sollen humanitärer Helfer und Konvois der Vereinten Nationen die Zivilbevölkerung und der Stadt mit Hilfsmitteln versorgen können, zum anderen soll die Evakuierung von Zivilisten aus der Stadt ermöglicht werden.

Die Einrichtung eines solchen humanitären Korridors scheitert bislang an der »Freien Syrischen Armee«, während die Evakuierung der Zivilisten offenbar von der Armee abgelehnt wird. Deren Offiziere befürchten offenbar, dass sich mit den Zivilisten auch Rebellen und Terroristen absetzen. »Es herrscht Verhandlungsstillstand, und die Zivilisten befinden sich in einer wirklich kritischen Lage, weil sie im Grunde instrumentalisiert werden. Angesichts der heftigen Gefechte besteht die Gefahr, dass viele unschuldigen Menschen sterben müssen oder verletzt werden«, warnte ein Beobachter gegenüber Fides.

Für eine politische Lösung spricht sich auch der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Jan van Aken, aus. »Es müssen jetzt alle friedlichen Mittel ausgeschöpft werden, um ein weiteres Abgleiten Syriens in einen Bürgerkrieg zu verhindern. Eine internationale Syrien-Konferenz unter Einbeziehung des Irans, wie jetzt von der russischen Regierung vorgeschlagen, kann dazu einen Beitrag leisten«, kommentiert er. »Die Bundesregierung sollte den russischen Vorschlag ebenso unterstützen wie die von Kofi Annan vorgeschlagene Einrichtung einer neuen Syrien-Kontaktgruppe, in der auch Russland und Iran vertreten sind. Jetzt muss es doch darum gehen, den Menschen in Syrien zu helfen und die Gewalt zu beenden. Einflussreiche Staaten wie Iran und Russland dürfen da nicht außen vor gelassen werden.«

Eine internationale Syrien-Konferenz könne aber nur wirkungsvoll sein, wenn sie sehr schnell durchgeführt werde und klare Ziele formuliere, so van Aken: »Keine Waffenlieferungen mehr, weder an die syrische Regierung, noch an die Freie Syrische Armee und andere bewaffnete Gruppen. Auch die russische Regierung muss jegliche Waffenlieferungen an das syrische Regime einstellen. Und die Bundesregierung, die seit Jahren die Staaten der Golfregion mit deutschen Waffen aufrüstet, steht in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass von dort keinerlei Waffen an die syrischen Rebellen geliefert werden. Einer internationalen Militärintervention muss weiterhin eine klare Absage erteilt werden. Sie würde einen Bürgerkrieg nicht stoppen, sondern ihn nur anheizen und damit noch größeres Leid für die Bevölkerung bringen. Nur eine politische Lösung kann die Gewalt in Syrien beenden.«

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