Samstag, 15. Dezember 2018
Solidaritätsanzeige

Syria FilesDie Enthüllungsplattform Wikileaks hat sich mit der Veröffentlichung von E-Mails aus Syrien zurückgemeldet. Seit dem heutigen Donnerstag veröffentlicht der Dienst die »Syrien-Dateien« (Syria Files), bei denen es sich um mehr als zwei Millionen E-Mails von syrischen Politikern, Ministerien und assoziierten Firmen aus dem Zeitraum von August 2006 bis März 2012 handeln soll. Betroffen seien 680 verschiedene Entitäten bzw. Domain-Namen mit Bezug zu Syrien, inklusive der Ministerien für präsidiale Angelegenheiten, dem Auswärtigen Amt, dem Finanzministeriun sowie den Ministerien für Information, Transport und Kultur. Wikileaks-Gründer Julian Assange wird auf der Homepage zitiert: »Die Materialien sind entblössend für Syrien, aber auch entblössend für Syriens Gegner. Es hilft uns nicht bloss die eine oder andere Gruppe zu kritisieren, sondern vor allem ihre Interesssen, Aktionen und Gedanken zu versehen. Es ist nur durch Verständniss möglich, sich einer Lösung des Konflikts zu nähern.« Assange selbst hält sich derzeit in der ecuadorianischen Botschaft in London auf und hat politisches Asyl beantragt.

Wie in früheren Fällen hat sich Wikileaks wieder bürgerliche Medien als Partner ausgesucht, die in den nächsten zwei Monaten »Recherchen« auf der Grundlage dieser Dokumente veröffentlichen werden. Dazu gehören der Seite zufolge Al-Akhbar aus dem Libanon, Al Masry Al Youm aus Ägypten, der Norddeutsche Rundfunk, die US-Agentur Associated Press, L’Espresso aus Italien, Owni aus Frankreich und Público aus Spanien. In der Vergangenheit bestanden die »Recherchen« solcher Medien zumeist darin, die Dokumente - etwa die Depeschen des US-Außenministeriums - unkritisch als Tatsachen zu werten.

Wikileaks hofft trotzdem, dass die Dateien »etwas Licht in die inneren Zusammenhänge der syrischen Regierung und Wirtschaft« bringen, »aber sie zeigen auch, wie der Westen und westliche Unternehmen eine Sache sagen und eine andere machen«. Die Fülle der Informationen reiche von der intimen Korrespondenz der dienstältesten Baath-Partei Mitglieder bis hin zu Dokumentationen finanzieller Transaktionen von syrischen Ministerien ins Ausland.

Die Datenbank bestehe aus 2.434.899 E-Mails von 680 Domains. Sie enthält 678.752 verschiedene E-Mail Adressen als Sender und 1.082.447 als Empfänger. Die Korrespondenz in der Datenbank sei in verschiedenen Sprachen geführt worden, darunter etwa 400.000 E-Mails in Arabisch und 68.000 E-Mails in Russisch. Die Datenmenge entspreche etwa dem Achtfachen von »Cablegate« - den Dateien aus dem US-Außenministerium und nordamerikanischen Botschaften - im Bezug auf die Anzahl der Dokumente und etwa dem Hundertfache im Bezug auf die Datenmenge. Über 42.000 E-Mails seien mit Viren oder Trojanern infiziert gewesen. »Angesichts der großen Datenmenge ist es nicht möglich, jede einzelne E-Mail zu verifizieren«, warnt Wikileaks, »nichtsdestotrotz haben Wikileaks und die Medienpartner dies für die Materialien, die Basis der initialen Veröffentlichungen geworden sind, getan. Wir sind nach statistischen Analysen zuversichtlich, daß der Großteil der Dateien authentisch ist.«

 

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