Samstag, 18. August 2018
Solidaritätsanzeige

Israelische Soldaten führen Gefangenen abWie das israelische Fernsehen informiert, sind bei der Erstürmung der internationalen Freiheits-Flottille mit Hilfsgütern für den Gazastreifen durch das israelische Militär mindestens 19 Menschen getötet worden. Zudem gebe es 26 Verletzte, hiess es in einem Bericht, den das Fernsehen am Mittag ausstrahlte. International hat das Massaker Empörung ausgelöst. Palästinas Präsident Mahmud Abbas forderte eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates und der Arabischen Liga. Der zur Hamas gehörende Ministerpräsident Ismail Hanijeh, verurteilte den brutalen israelischen Angriff und forderte eine Intervention durch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

 

Nach dem Sturm auf die Freiheits-FlottilleDas israelische Militär hat offiziell bestätigt, dass bei der Erstürmung der internationalen Flottille mit Hilfsgütern für den Gazastreifen mindestens zehn Menschen getötet worden sind. Ein Militärsprecher wollte nicht einmal ausschliessen, dass die Zahl weiter steigt und sprach von einer »ersten Bilanz«. Der von der palästinensischen Hamas betriebene Fernsehsender »El Aksa« sprach sogar von bis zu 20 Getöteten, neun davon seien türkische Staatsbürger gewesen. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verurteilte den israelischen Angriff scharf, sprach von einem »Massaker« und verhängte drei Tage Staatstrauer in den Palästinensergebieten.

Israelische Soldaten gegen humanitäre FlottilleMit Waffengewalt ist die israelische Armee gegen die humanitäre Freiheits-Flotille vorgegangen, die sich mit sechs Schiffen und 10.000 Tonnen Hilfsgütern auf dem Weg in den palästinensischen Gazastreifen befand. Berichten eines israelischen Privatsenders zufolge wurden bei der Erstürmung mindestens eines Schiffes durch die Israelis zehn Teilnehmer der Karawane getötet und 30 verletzt. Der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera spricht sogar von 16 Toten, während eine israelische NGO »nur« zwei Todesopfer bestätigt. Israelische Medien informierten mittlerweile darüber, dass die israelische Militärzensur es ihnen untersagt, weitere Informationen über die Ereignisse zu verbreiten. Einem türkischen Fernsehsender war es jedoch noch während der Ereignisse gelungen, Livebilder vom Überfall der Soldaten auszustrahlen.

Türkisches Schiff der Free Gaza-FlotilleDer internationalen Flotille aus neun Schiffen mit 700 Aktivisten an Bord, die tausende Tonnen Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen will, steht am Wochenende möglicherweise eine Kraftprobe mit den israelischen Behörden bevor. Die deutsche Delegation auf der »Challenger« wird heute auf offener See im Mittelmeer auf die anderen Schiffe der Gaza-Freedom-Flottille stoßen, um dann gemeinsam die Küste von Gaza anzusteuern. Scharf verurteilen die Initiatoren der Aktion, IPPNW, pax christi, Deutsch-Palästinensische Gesellschaft, palästinensische Gemeinde Deutschland die Ankündigung der israelischen Marine, die Passagiere zu kidnappen und die Ladung nach Ashdod zu bringen. Dagegen begrüßt das Bündnis begrüßt die zahlreichen internationalen Appelle, die freie Fahrt für die Flotte fordern. Darunter auch ein Appell der israelischen Friedensbewegung Gush Shalom.

MV Rachel Corrie vor der Abfahrt nach GazaAm Freitag um 22.45 Uhr Ortszeit ist die »MV Rachel Corrie«, ein 1200-Tonnen-Frachtschiff, als Teil einer acht Boote umfassenden »Freiheits-Flotille« von Irland aus in See gestochen, um sich im Mittelmeer mit den übrigen Schiffen, die aus der Türkei und Griechenland kommen, zu vereinigen und gemeinsam Kurs auf Gaza zu nehmen. Das Schiff hatten Aktivisten der Free Gaza Movement in Irland am vergangenen Mittwoch auf den Namen einer US-amerikanischen Aktivistin getauft, die 2003 von einem israelischen Bulldozer überrollt und getötet wurde, als sie versuchte, Häuser im Gaza-Streifen vor der Zerstörung durch die israelische Armee zu bewahren. Bei der Taufe wurde statt des üblichen Champagner eine Flasche palästinensisches Olivenöl gegen den Rumpf des Schiffes geschmettert, um »das Recht der Palästinenser auf ihr Land und die internationale Solidarität für Gerechtigkeit und Frieden zu feiern«.

Gaza-Freiheitsmarsch in KairoNach tagelangem Tauziehen und einem Hungerstreik hat Ägypten rund 100 Teilnehmern des »Gaza-Freiheitsmarsches«, unter ihnen mehrere aus Deutschland angereiste Aktivisten, die Einreise in den Gazastreifen erlaubt. Insgesamt waren über 1200 Aktivisten nach Kairo gereist, um in den Gazastreifen zu gelangen. Die Behörden hatten ihnen die Einreise in das palästinensische Gebiet jedoch verweigert. Nachdem einige Demonstranten in den Hungerstreik getreten waren, einigten sich die Organisatoren und die ägyptische Regierung nun aber auf die Einreise einer Delegation von zumindest 100 Personen.

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