Freitag, 16. November 2018
Solidaritätsanzeige

MV Rachel Corrie vor der Abfahrt nach GazaAm Freitag um 22.45 Uhr Ortszeit ist die »MV Rachel Corrie«, ein 1200-Tonnen-Frachtschiff, als Teil einer acht Boote umfassenden »Freiheits-Flotille« von Irland aus in See gestochen, um sich im Mittelmeer mit den übrigen Schiffen, die aus der Türkei und Griechenland kommen, zu vereinigen und gemeinsam Kurs auf Gaza zu nehmen. Das Schiff hatten Aktivisten der Free Gaza Movement in Irland am vergangenen Mittwoch auf den Namen einer US-amerikanischen Aktivistin getauft, die 2003 von einem israelischen Bulldozer überrollt und getötet wurde, als sie versuchte, Häuser im Gaza-Streifen vor der Zerstörung durch die israelische Armee zu bewahren. Bei der Taufe wurde statt des üblichen Champagner eine Flasche palästinensisches Olivenöl gegen den Rumpf des Schiffes geschmettert, um »das Recht der Palästinenser auf ihr Land und die internationale Solidarität für Gerechtigkeit und Frieden zu feiern«.

Die Ankunft der Flottille in Gaza ist für Ende Mai geplant. Sie besteht aus drei Frachtschiffen mit ca. 5000 Tonnen Ladung und fünf Passagierschiffen mit ca. 600 Aktivisten aus verschiedenen Ländern – Irland, Norwegen, Südafrika, Türkei, Jordanien, Deutschland, Malaysia, Griechenland etc. - , darunter Prominente, Journalisten und Parlamentarier.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen beklagt, dass die 325.000 Flüchtlinge im Gaza-Streifen seit der von Israel und der internationalen Staatengemeinschaft als Reaktion auf den Wahlsieg der Hamas 2006 und deren Machtübernahme 2007 auferlegten Blockade von der Grundversorgung mit Lebensmitteln weitgehend abgeschnitten sind und in tiefster Armut leben müssen. Der übrigen Bevölkerung geht es kaum besser, zumal Wohnungen und zivile Infrastruktur bei der israelischen Militäroffensive 2008/9 weitgehend zerstört wurden und auch kein Material zum Wiederaufbau hineingelassen wird. Daher besteht die Ladung der Gaza Freedom Flotilla u.a. aus Baumaterial und ganzen Fertighäusern, aber auch aus Rollstühlen, Krankenhausbetten, Wasseraufbereitungsgeräten, sowie aus Schulmaterialien und Spielzeug – alles Güter, die für die Bewohner Gazas durch die Blockade unerreichbar geworden sind. Ewa Jasiewicz, eine der Organisatorinnen, dazu: »Es entspricht der israelischen Politik der Kollektivbestrafung, die Menschen in Gaza systematisch der Möglichkeit zu berauben, ein Leben in Würde zu führen, und sie zu einem permanenten Überlebenskampf zwingt. Das hat nichts mit israelischen Sicherheitsinteressen zu tun« Da sich die internationale Staatengemeinschaft nicht bereit finde, gegen die israelische  Blockade vorzugehen, übernehme die internationale Zivilgesellschaft diese Aufgabe.      

Tel Aviv hat bereits angekündigt, die Flotte nicht bis zur Küste von Gaza segeln zu lassen. Greta Berlin, Sprecherin der Initiative, beharrt jedoch auf dem Internationalen Recht: »Wir bitten Israel nicht um Erlaubnis; denn wir werden direkt aus internationalen Gewässern in das Küstengewässer vor Gaza einlaufen, das zu kontrollieren Israel kein Recht hat.«

Weitere Aktivistenschiffe werden in den kommenden Wochen und Monaten folgen, darunter auch ein »Jüdisches Schiff«, auf den Weg gebracht durch durch die »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost - EJJP Deutschland e. V.« unter Beteiligung deutscher Parlamentarier und israelischer Friedensaktivisten.  

Weitere Informationen: www.freegaza.org

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