Donnerstag, 30. März 2017
Solidaritätsanzeige

Kurdistan

frauenpowerDie Feministische Partei Die Frauen verbreitete eine Erklärung jesidischer Frauen, die wir nachstehend dokumentieren. Wir haben den Text grammatikalisch redigiert.

Die Ko-OberbürgermeisterInnen der kurdischen Hauptstadt Amed (Türkisch: Diyarbakir), Gülten Kisanak und Firat Anli, wurden in den frühen Abendstunden des 25.10.2016 von der dortigen Polizei festgenommen. Hintergrund der Festnahme soll die Unterstützung der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sein. Inzwischen hat die Polizei die Wohnungen der Betroffenen durchsucht und Dutzende weitere AmtsträgerInnen der prokurdischen Partei HDP festgenommen. Unter den Festgenommen soll sich auch die jesidische Abgeordnete der HDP im türkischen Parlament Feleknas Uca befinden. Uca ist in der Türkei mit dem Thema der JesidInnen befasst, die seit August 2014 einem Genozid durch den sogenannten »Islamischen Staat« (IS( ausgesetzt sind.

Demonstration »Berlin ist Kobane« Ende 2014. Foto: Montecruz Foto / flickr (CC BY-SA 2.0)Die türkische Regierung setzt ihre Streitkräfte immer offensichtlicher als Luftwaffe des »Islamischen Staats« (IS) ein. Wie die kurdische Nachrichtenagentur ANF berichtete, bombardierten türkische Einheiten Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) sowie der »Freien Syrischen Armee« (FSA) in der Umgebung der Stadt Kobanê. Diese Ortschaft war international bekannt geworden, als es den Kurden gelang, sie gegen eine monatelange Belagerung durch die IS-Banden zu verteidigen. Schon damals waren wiederholt Vorwürfe laut geworden, dass die Türkei den Widerstandskampf behindere und direkt oder indirekt die IS-Milizen unterstützte.

In mehreren Städten kam es bereits zu spontanen Protesten gegen das Massaker, so hier am Montag in Freiburg. Foto: Antifaschistische Linke

In mehreren deutschen Städten finden am Samstag Kundgebungen und Demonstrationen gegen das Massaker an fortschrittlichen Jugendlichen in der türkischen Grenzstadt Suruç statt. In Düsseldorf ist der Treffpunkt um 14.00 Uhr am Hauptbahnhof (Vorplatz). In Frankfurt/M. beginnt die Demonstration um 15.00 Uhr am Hauptbahnhof (Kaiserstr.).Berlin kommt ab 17.00 Uhr am U-Bahnhof Bernauer Straße zusammen. Stuttgart demonstriert ab 16.30 Uhr gegenüber dem Hauptbahnhof in der Lautenschlager Str. und Hamburg versammelt sich um 16.00 Uhr auf dem Hachmannplatz (Hauptbahnhof).

Halt stand, freies Kobane!Aus dem Kanton der Märtyrer und Märtyrerinnen, der Stadt des Widerstands, Kobanê, grüßen wir alle Arbeiter der Welt.

Der 1. Mai ist der Tag, an dem der Kampf und Widerstand gegen Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiterklasse gefeiert wird. Seit der Revolution des Volkes aus Rojava gibt es in dem Kampf der Arbeiter und Arbeiterinnen sowie in dem der Unterdrückten im Mittleren Osten und der Welt eine Kehrtwendung. Unser Kampf und Widerstand gegen die Terroristen des sogenannten Islamischen Staats (IS) richtet sich nicht nur an die Würde und Ehre unseres Volkes, sondern ist ein Kampf für die Menschheit. Es ist ein Kampf der Arbeiter, der Ausgebeuteten, der Frauen sowie der der Jugend und der Unterdrückten. Unser Kampf ist der Kampf jener mit Ehre und Würde. Zudem ist das Ziel der Rojava-Revolution und des Systems der Demokratischen Autonomie die Erreichung der Ziele der Arbeiterklasse. Unsere Revolution ist das Resultat des Widerstands der Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Besatzungspolitik in Rojava wurde mit einer radikalen demokratischen Methode niedergeschlagen. Infolge des Widerstands unserer heldenhaften Freunde und Freundinnen, Kämpfer der YPG und YPJ, wurden die Terroristen aus der Stadt vertrieben.

Letztes Geleit für Ivana Hoffmann. Foto: Solidaritätskomitee / FacebookMehr als 6.000 Menschen haben heute in Duisburg Abschied von Ivana Hoffmann genommen. Die 19-jährige Kommunistin, eine Deutsche mit afrikanischen Wurzeln, war am 7. März im kurdisch-syrischen Til Temir in einem Gefecht mit den Terrormilizen des »Islamischen Staat« getötet worden. Sie ist die erste Deutsche aus den Reihen der in den kurdischen Gebieten Nordsyriens gebildeten Internationalen Brigaden, die den Widerstand gegen die IS-Terroristen mit ihrem Leben bezahlt hat.

Der Angriffe des Islamischen Staates auf die kurdische Stadt Kobanê im Norden Syriens dauern seit dem 15. September 2014 an. In Folge des Krieges sind Großteile der Stadt und der umgebenden Dörfer zerstört und verwüstet wurden. Erschwert wird die humanitäre Notstandssituation durch ein faktisch bestehendes Embargo. Da sämtliche Wege nach Kobanê versperrt gehalten werden, können keine humanitären Hilfsgüter in die Stadt gelangen. Aufgrund der misslichen Lage der Flüchtlinge aus Kobanê, die sich in der Türkei befinden, kehren immer mehr Menschen nach Kobanê zurück. Die Stadtverwaltung von Kobanê wird derzeit von Freiwilligen betrieben.

Gedenken an Andrea Wolf. Foto: http://defterares.blogspot.de/2013/04/kzm-andrea-oldu-lilo-wolf.htmlVor 16 Jahren, am 23. Oktober 1998, wurde die deutsche Internationalistin Andrea Wolf, die sich dem bewaffneten Kampf der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) angeschlossen hatte, von der türkischen Armee ermordet. Als Beitrag über die aktuell neu aufgeflammte Diskussion über das von der deutschen Bundesregierung verhängte PKK-Verbot bringen nachstehend einen ausführlichen biographischen Beitrag über die Aktivistin, die auch unter ihrem Kampfnamen Ronahi bekanntgeworden ist. Er wurde zuerst in türkischer Sprache von einer kurdischen Zeitschrift veröffentlicht, die Übersetzung stellte RedGlobe ein Leser zur Verfügung.

Ronahi (Andrea Wolf) wurde am 15. Januar in München geboren. Ihr Vater, der in einem sozialen Projekt in Afrika arbeitete, starb, als sie elf Jahre alt war. Das Geschwisterpaar Tom und Andrea wurde von ihrer Mutter, Tilo Wolf, erzogen. In den 70er und 80er Jahren sah sich Tilo in Deutschland mit einem Land konfrontiert, dessen Schlagzeilen damals der wachsende Konsumwahn, das Feuer der 68er Bewegung, der Wehrdienst, Frauenrechte, Umweltprobleme und das Naziregime, von dem es immer noch Spuren gab, war.

Hamburger Rathaus besetzt. Foto: ISKUAm heutigen Dienstag ist das Hamburger Rathaus im Rahmen einer Solidaritätsaktion für die Einwohner der belagerten  und angegriffenen Stadt Kobanê (Ain Al-Arab) von linken Gruppen für etwa eine Dreiviertelstunde besetzt worden. Nach der Aktion wurde noch eine spontane Kundgebung am Jungfernstieg durchgeführt.

Wir dokumentieren nachstehend das bei den Aktionen verbreitete Flugblatt der Aktivisten.

Libanesische Kommunistische ParteiLibanesische Kommunistische ParteiWir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung aus dem Englischen eine Erklärung der Libanesischen Kommunistischen Partei gegen das terroristische Massaker der IS-Milizen in Kobanê  (Ain Al-Arab).

Seit zwei Monaten leistet die Stadt Kobanê – Ain Al-Arab den barbarischen Angriffen der terroristischen Organisation (ISIS) Widerstand, die versucht, die Stadt einzunehmen. Diese genießt dabei die offizielle türkische Komplizenschaft, die sich darin manifestiert, Zivilisten von der Flucht in die Türkei abzuhalten, während das Militär an der türkisch-syrischen Grenzen die Bewegungsfreiheit der Terroristen nicht einschränkt. Dadurch will die türkische Regierung eine Pufferzone durchsetzen, die eine Verletzung des Völkerrechts darstellen würde. Zugleich setzt die sogenannte Internationale Koalition zur Bekämpfung des Terrorismus unter Führung der Vereinigten Staaten ihre Luftangriffe fort, ohne die militärischen Fähigkeiten der terroristischen Organisationen zu treffen. All das deutet darauf hin, dass diese Allianz nicht das Ziel verfolgt, den Terrorismus zu eliminieren, sondern anstrebt, ihren Einfluss in der Region wiederherzustellen. Die terroristischen Organisationen sind Werkzeuge für die Durchsetzung des aggressiven imperialistischen Projekts im Mittleren Osten.

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