Samstag, 27. Mai 2017
Solidaritätsanzeige

Republik KubaDie kubanische Nationalversammlung hat am Dienstag einstimmig ein Gesetz verabschiedet, das jeden Personenkult um den am 25. November verstorbenen Fidel Castro verhindern soll. Wie der Sekretär des Staatsrates Homero Acosta erklärte, geht das Gesetz auf den ausdrücklichen Willen des langjährigen kubanischen Präsidenten zurück. Es verbietet ausdrücklich, Institutionen, Plätze, Parks, Straßen oder andere öffentliche Orte nach dem Comandante en Jefe zu benennen. Auch darf keine Auszeichnung, Anerkennung oder Ehrentitel den Namen Fidel Castro tragen.

100-Bolivares-Scheine aus VenezuelaVenezuela nimmt innerhalb der nächsten 72 Stunden alle Geldscheine im Nennwert von 100 Bolívares vom Markt. Diesen Schritt kündigte Staatschef Nicolás Maduro am Sonntag in einer Fernsehansprache an. Die Aktion ist Teil eines neuen Dekrets für den Wirtschaftsnotstand, mit dem die Offensive der Bolivarischen Revolution gegen den Wirtschaftskrieg der Bourgeoisie vorangetrieben werden soll.

Die Bevölkerung Santiagos grüßt den Trauerzug mit der Asche von Fidel. Foto: Periódico Sierra MaestraDie Bevölkerung Santiagos grüßt den Trauerzug mit der Asche von Fidel. Foto: Periódico Sierra MaestraNach einem Zug von Havanna quer durch Kuba hat der Trauerzug mit der Asche Fidel Castros nun auch seine über 17 Kilometer lange Rundfahrt durch Santiago de Cuba beendet. Die Asche ruht jetzt auf dem Platz der Revolution Antonio de Maceo in Santiago de Cuba. Hier bleibt sie, bis am Sonntagmorgen die Zeremonie zur Beisetzung auf dem Sankt Ifigenia Friedhof stattfindet, nicht weit von der Stelle entfernt, wo die sterblichen Überreste des Nationalhelden José Martí ruhen.

Cuba SíCuba Sí und das Netzwerk Cuba rufen für diesen Sonntag, 4. Dezember, zu einer Gedenkkundgebung für Fidel Castro in Berlin auf. Der 4. Dezember ist der Tag der Beisetzung Fidels in Santiago de Cuba, und die Soligruppen wollen sich an diesem Tag von diesem großen Revolutionär, Internationalisten und – vor allem in Lateinamerika und in den Ländern des globalen Südens – hochverehrten Staatsmann verabschieden. "Zugleich wollen wir unsere Solidarität mit dem sozialistischen Kuba zum Ausdruck bringen, das mit ökonomischen Problemen konfrontiert ist und absehbar wieder stärkeren Angriffen ausgesetzt sein wird", heißt es in dem Aufruf.

ColombiaEinen Tag nach dem Senat hat auch das Abgeordnetenhaus in Kolumbien den zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla unterzeichneten Friedensvertrag ratifiziert. Damit hat das Parlament den Weg zur Umsetzung der Neufassung des Abkommens freigemacht, das Staatschef Juan Manuel Santos und der oberste Comandante der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens – Armee des Volkes (FARC-EP), Timoleón Jiménez, in der vergangenen Woche unterzeichnet hatten. Nun kommt es noch darauf an, dass das Verfassungsgericht das für die Ratifizierung angewandte Schnellverfahren nicht noch für ungültig erklärt. Das hatte die extreme Rechte um Ex-Präsident Álvaro Uribe beantragt.

Nicolás Maduro. Screenshot: CubavisiónNicolás Maduro. Screenshot: CubavisiónVenezuelas Präsident Nicolás Maduro war der letzte Redner vor Raúl Castro, der bei der großen Trauerkundgebung auf der Plaza de la Revolución in Havanna das Wort ergriff. Er sagte unter anderem:

Fidel, nachdem du nun gegangen bist, kann ich die Worte verstehen, die Fidel am 13. August 2015, an seinem 89. Geburtstag, zu Evo und mir gesagt hat. Während eines langen Gesprächs schaute er uns mit seinem Adlerblick in die Augen und sagte: »Maduro, Evo, ich begleite euch, bis ich 90 Jahre alt bin.« Überrascht – denn Fidel erfüllte immer, was er sagte – sagte ich zu ihm: Nein, Comandante, Sie dürfen uns nicht verlassen.« Er sah mich mit seinem mitfühlenden Blick an wie ein Vater einen Sohn betrachtet, und er sagte mir: »Ich habe getan, was ich tun musste. Jetzt seid ihr dran, Evo, Maduro, ihr.« Klar und unmissverständlich. Jetzt ist es an uns. So ist es, Fidel! Er hat seine Mission auf dieser Erde übererfüllt, er hat sie weit über die größten Erwartungen hinaus erfüllt. Wenige Leben waren je so vollkommen, so leuchtend. Er geht unbesiegt, oder, wir ihr es sagt: Er geht nicht, er bleibt unbesiegt zwischen uns, vollkommen freigesprochen von der großen Geschichte des Heimatlandes!

Plaza de la Revolución. Screenshot: CubavisiónPlaza de la Revolución. Screenshot: Cubavisión

Mit einer bewegenden Massenkundgebung auf der Plaza de la Revolución im Herzen von Havanna haben Hunderttausende Menschen am Dienstag abend (Ortszeit) Abschied vom Comandante en Jefe Fidel Castro genommen. Zu der Kundgebung waren Repräsentanten aus aller Welt angereist, unter ihnen die Präsidenten Nicolás Maduro aus Venezuela, Evo Morales aus Bolivien und Rafael Correa aus Ecuador. Auf der Ehrentribüne nahmen unter anderem der frühere Präsident Uruguays, Pepe Mujica, und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras Platz. Hochrangige Delegationen waren auch aus China, Vietnam, Russland und zahlreichen afrikanischen Staaten nach Havanna gekommen. Von der Masse auf dem Platz war immer wieder der Slogan zu hören »Yo soy Fidel« – »Ich bin Fidel!«

Raúl Castro. Screenshot: CubavisiónRaúl Castro. Screenshot: CubavisiónDer kubanische Präsident Raúl Castro war der letzte Rede auf der beeindruckenden Massenkundgebung in der Nacht zum Mittwoch auf der Plaza de la Revolución in Havanna:

Um euch alle zu beruhigen: Ich bin der letzte Redner!

Liebe Staats- und Regierungschefs, geehrte Delegationsleiter, Persönlichkeiten, Freunde,
liebes Volk von Kuba,

obwohl es mir vorbehalten sein wird, am 3. Dezember die Abschlussrede zu halten, wenn wir uns auf der Plaza de la Revolución Antonio Maceo in Santiago de Cuba versammeln, möchte ich jetzt im Namen unseres Volkes, der Partei und der Regierung sowie der Familie unseren ehrlich empfundenen Dank für Ihre Anwesenheit bei dieser Veranstaltung aussprechen. Wir danken für die bewegenden Worte, die hier gesprochen wurden, sowie für die zahllosen und außerordentlichen Zeichen der Solidarität, der Zuneigung und des Respekts, die wir in dieser Stunde des Schmerzes und der Verpflichtung von überall auf diesem Planeten erhalten haben.

Arnaldo Otegi. Screenshot: @ArnaldoOtegiArnaldo Otegi. Screenshot: @ArnaldoOtegiDie USA verhindern in mindestens einem Fall die Teilnahme von linken Aktivisten an den Gedenkfeierlichkeiten für Fidel Castro in Havanna. Wie das baskische Internetportal Naiz am Dienstag berichtete, konnte der Vorsitzende der linken baskischen Unabhängigkeitspartei Sortu, Arnaldo Otegi, nicht nach Havanna fliegen. Auf dem Flughafen Biarritz im französischen Teil des Baskenlandes habe man ihm mitgeteilt, dass die USA ihm den Flug durch den Luftraum der Vereinigten Staaten verweigern und er deshalb nicht an Bord gehen könne. Seit einigen Jahren müssen Fluggesellschaften ihre Passagierlisten an die USA melden, wenn sie deren Luftraum berühren, auch wenn keine Landung in den USA vorgesehen ist.

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