Donnerstag, 21. März 2019
Solidaritätsanzeige
  In Venezuela deutet alles darauf hin, daβ Hugo Chavez im Amt bleibt. Der Sprecher des Wahlkampfstabs des Staatschefs, Jorge Rodriguez, nannte bei einer Pressekonferenz um 20 Uhr Ortszeit den Wahltag »historisch«. Die Wahlbeteiligung sei so hoch gewesen wie noch nie zuvor. Zudem sagte er mit einem breiten Lachen: »Ich habe den Verdacht, daβ wir uns heute nochmal sehen«.

Wie junge Welt inoffiziell aus Regierungskreisen erfuhr, soll Chavez die heutige Wahl mit zwölf Prozentpunkten Vorsprung gewonnen haben.

Noch ist unklar, wann der Nationale Wahlrat (CNE) sein erstes Bulletin verbreitet und damit die ersten offiziellen Zahlen nennt. (jW)

Als »gute Nachricht« verbreitet die Onlineredaktion der Tribuna Popular, der Zeitung der Kommunistischen Partei Venezuelas, unter Berufung auf einen hohen Beamten der Regionalregierung der Hauptstadt Caracas die Information, daβ der Präsidentenpalast Miraflores hell beleuchtet sei und am sogenannten »Balkon des Volkes« gerade eine Bühne aufgebaut wird. Dies wird als Vorbereitung auf eine mögliche Siegesfeier gewertet.

Auch die Opposition, die gerade eine Pressekonferenz durchführt, erweckt derzeit nicht den Eindruck, sich als Sieger zu sehen. Statt dessen verweist sie auf die hohe Wahlbeteiligung, durch die alle Venezolanerinnen und Venezolaner Sieger dieses historischen Tages seien.

Alle Seiten bemühen sich derzeit jedoch, die Vorgabe des Nationalen Wahlrats (CNE) einzuhalten, keine Ergebnisse bekanntzugeben, bevor die Behörde i

Wahlaufrufe per SMS Bislang ohne große Zwischenfälle hat in Venezuela die Präsidentschaftswahl begonnen. Nachdem morgens um 3 Uhr Ortszeit (9.30 Uhr MESZ) der Wahltag mit Fanfaren und Feuerwerk begrüßt wurde, konnten um 6 Uhr morgens die ersten Menschen ihre Stimmen abgeben. Vor den Wahllokalen haben sich bereits lange Schlangen gebildet, geduldig warten die Venezolanerinnen und Venezolaner darauf, ihre Stimme abgeben zu können.

Hugo Chávez bei der Pressekonferenz Wenige Stunden vor der Öffnung der Wahllokale in Venezuela haben sich Präsident Hugo Chávez und der Leiter der Beobachtermission der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR), Carlos Álvarez, am Samstag abend (Ortszeit) im Regierungspalast Miraflores den Fragen der internationalen Presse gestellt. Dabei zog Álvarez eine positive Bilanz seiner bisherigen Tätigkeit. Die Beobachter seien neutral, da ja auch die UNASUR ein pluraler Staatenbund sei. Man habe sich mit Oppositionsvertretern ebenso getroffen wie mit der Regierung und dem Nationalen Wahlrat (CNE). 

Tausende Journalisten aus aller Welt Mehr als 10.000 Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt haben sich beim Nationalen Wahlrat (CNE), der obersten Wahlbehörde Venezuelas, für die Abstimmung am Sonntag akkreditieren lassen. Neben internationalen Medien wie CNN, TeleSur und internationale Nachrichtenagenturen steht auch die junge Welt auf der Liste der Pressevertreter – als eine von ganz wenigen deutschen Medien.

Um den Journalisten die Berichterstattung über die Wahlen zu erleichtern, hat der CNE ein Pressezentrum mit 120 Plätzen und Ruhebereichen eingerichtet. Zudem stehen 15 Computer mit Internetzugang und kostenlosem Telefonanschluß zur Verfügung.

UNASUR Die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) beobachtet den korrekten Verlauf der Wahlen am Sonntag in Venezuela. Der Leiter der internationalen Delegation, der Argentinier Carlos Alvarez, hat der Präsidentin des Nationalen Wahlrates (CNE), Tibisay Lucena, die Liste mit den Namen der Beobachter der Abstimmung vom 7. Oktober übergeben.

Der CNE ist die von der Verfassung garantierte und für alle Wahlvorgänge zuständige Institution, die auch die Abstimmung vom Sonntag zu organisieren und zu überwachen hat.

Die Wahlbeobachtergruppe der UNASUR setzt sich aus Beamten und Technikern von Wahlbehörden aus den UNASUR-Mitgliedsländern zusammen. Bereits am 23. Januar war die Entsendung der Wahlbeobachter durch die Staatengemeinschaft bei einem Gipfeltreffen in Asunción, Paraguay, beschlossen worden. Die Gruppe ist strikt neutral und soll die formale

Hochstimmung in der »geschlossenen« Kneipe Am Freitag abend, nach dem großen Konzert in  »PDVSA La Estancia« (siehe Bericht hier), wollte keiner der Musiker nach Hause gehen, und auch die jW-Korrespondenten wurden eingeladen, noch in eine Bar mitzukommen. Unser Einwand, daß wegen der Sicherheitsbestimmungen vor der Öffnung der Wahllokale doch alle Kneipen geschlossen wäre, wurde mit einem wissenden Lächeln beantwortet.

Seit Freitag morgen, 48 Stunden vor Öffnung der Wahllokale, herrschen in Venezuela erhöhte Sicherheitsbestimmungen, um eine Destabilisierung der Lage bis zum Wahltag zu verhindern. In allen Geschäften ist der Verkauf von alkoholischen Getränken verboten, Bars sind geschlossen und auch kulturelle Großveranstaltungen dürfen eigentlich nicht stattfinden.

Doch die Jugend der Hauptstadt Caracas findet Wege, sich darüber hinwegzusetzen – und „klammheimlich" hilft ihnen der Staat dabei. Ohne öffentliche Werbung, nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda informiert, fanden sich am Freitag abend in „PDVSA La Estancia" Hunderte Jugendliche zu einem Open-Air-Konzert zusammen, bei dem fünf Bands ihre gemeinsame Tournee „Aire Libre" abschlossen. Die Polizei beschränkte sich darauf, die Besucher zu kontrollieren und zu verhindern, daß Getränkeflaschen oder Feu

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag endete in Venezuela offiziell der Wahlkampf. Seither sind Wahlkampfaktivitäten – Kundgebungen, Wahlveranstaltungen, Infostände – untersagt. Doch die Regierungsgegner setzen ihre Kampagne fort – per Spam.

Erst am Mittwoch haben sich die jW-Korrespondenten in Caracas eine neue Handynummer zugelegt, um in der venezolanischen Hauptstadt erreichbar zu sein. Am Freitag morgen dann erreichte uns eine SMS, die von einer venezolanischen Nummer aus geschickt wurde. Die Nummer war uns unbekannt – kein Wunder, denn der Absender lud uns ein, die Rechtspartei »Un Nuevo Tiempo« (Eine Neue Zeit) zu wählen: »Wähle sicher, wähle Henrique Capriles auf der Liste von Un Nuevo Tiempo – unten rechts auf dem Stimmzettel«.

Die jW-Korrespondenten, die natürlich gar nicht wahlberechtigt sind, haben ihre Nummer nirgendwo

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21 Mär 2019;
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Stuttgart: Hände weg von Venezuela!
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Hamburg: Venezuela - oder warum man keine halbe Revolution machen kann
21 Mär 2019;
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Riedstadt: Was ist los in Venezuela?

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