Samstag, 23. März 2019
Solidaritätsanzeige

Noch immer ziehen Tausende täglich am offenen Sarg vorbeiVenezuelas geschäftsführender Präsident Nicolás Maduro hat während der Eröffnung der Internationalen Buchmesse Venezuela 2013 informiert, dass sich russische und deutsche Experten skeptisch über die Möglichkeit einer Einbalsamierung des in der vergangenen Woche verstorbenen Staatschefs Hugo Chávez geäußert haben. Die Entscheidung dafür hätte »sehr viel früher« getroffen werden müssen, sei die erste Einschätzung der Fachleute gewesen. Allerdings sei die Entscheidung für eine Einbalsamierung ja nicht vor dem Tod des Präsidenten getroffen worden, sondern das Ergebnis der auch für die Regierung in diesen Ausmaßen überraschende Welle der Trauer. Die Idee der Einbalsamierung sei unter den in den kilometerlangen Schlangen wartenden Trauernden geboren worden. Auch einige der Staatschefs, die zu der offiziellen Trauerfeier am vergangenen Freitag gekommen waren, hätten sich entsprechend geäußert.

Paul Craig Roberts über Hugo ChávezPaul Craig Roberts ist kein Linker. Der am 3. April 1939 geborene Wirtschaftswissenschaftler war unter US-Präsident Ronald Reagan Staatssekretär im Finanzministerium und gilt als einer der Architekten der damaligen neoliberalen Wirtschaftspolitik (Reaganomics). Er arbeitete als Chefredakteur und Kolumnist unter anderem für das »Wall Street Journal« und die »Business Week« und wurde als Experte bislang rund 30 mal zu Kongress-Ausschüssen eingeladen. Auf seinem Internetblog veröffentlichte er am Dienstag einen Nachruf auf den verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez. Eine deutschsprachige Übersetzung von Rainer Rupp veröffentlichte die Tageszeitung »junge Welt« am heutigen Donnerstag in ihrer Online-Rubrik »Presse Global«. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion dokumentieren wir diesen gegenüber dem englischen Original gekürzten Text.

María Gabriela mit ihrem Vater Hugo ChávezIn einer persönlichen Erklärung hat sich María Gabriela Chávez, eine der Töchter des am 5. März verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, an die Öffentlichkeit ihres Landes gewandt. In der von ihr über den Internetdienst Twitter verbreiteten Erklärung weist sie die Behauptungen der Opposition zurück, denen zufolge ihr Vater bereits im vergangenen Dezember verstorben sei. Wir dokumentieren den Wortlaut ihrer Nachricht:

»Ich habe mich nie direkt in Fragen der Politik eingemischt. Aber in diesen für mich und für das Volk so heiklen und lebenswichtigen Augenblicken sehe ich mich gezwungen, meine Stimme gegen diejenigen zu erheben, die mit dem Schmerz meiner Familie, dem Schmerz meines Volkes und vor allem mit dem Andenken an meinen gigantischen Vater spielen wollen! Es ist ganz einfach unfassbar zu denken, dass wir als ganze Familie – Kinder, Geschwister, Enkel, Eltern – uns zu solch einer Lüge hergegeben haben könnten.

FILVEN 2013Die 9. Internationalen Buchmesse Venezuelas (Filven 2013) öffnet heute in der Hauptstadt Caracas ihre Tore. Die Eröffnung war wegen der Trauer nach dem Tod von Präsident Hugo Chavez in der vergangenen Woche um einige Tage verschoben worden. Bis zum 20. März ist die Messe, deren Thema die Förderung des Lesens ist, nun auf den Freiflächen des Teatro Teresa Carreño und der Universität der Experimentellen Künste sowie auf dem Museumsplatz geöffnet. Nach Angaben der Veranstalter werden auf der Messe über 150 Aussteller und 300 Verlage aus 15 Ländern erwartet.

Im Bus ins Präsidentenamt: Nicolás MaduroBei der durch den Tod von Hugo Chávez am 5. März notwendig gewordenen Präsidentschaftswahl am 14. April treten acht Kandidatinnen und Kandidaten an. Das teilte der Nationale Wahlrat (CNE) am Montag abend (Ortszeit)mit. Zunächst war nur von sechs Bewerbern die Rede gewesen. Bis zum Ablauf der Einschreibefrist am Montag nachmittag (Ortszeit) meldeten sich der Behörde zufolge Eusebio Méndez (Nuvipa), Nicolás Maduro (PSUV, PCV und zwölf weitere Parteien), Reina Sequera (Poder Laboral), María Bolívar (Pdupl), Fredy Tabarquino (Joven), Henrique Capriles Radonski (MUD), Gonzalo Contreras (Cambio Pana) und Julio Mora (Udemo) beim Nationalen Wahlrat (CNE) an und überreichten die notwendigen Unterlagen. Favorit ist der geschäftsführende Staatspräsident Nicolás Maduro. Tausende Menschen begrüßten ihn am Montag mittag am Sitz der Wahlbehörde im Zentrum der Hauptstadt Caracas.

Panteón Nacional. Foto: DibujaCaracas / flickr.comParallel zu den am 14. April stattfindenden Präsidentschaftswahlen wird die Bevölkerung Venezuelas darüber abstimmen können, ob der verstorbene Präsident Hugo Chávez im Panteón Nacional seine letzte Ruhestätte findet. Das kündigte der geschäftsführende Staatschef Nicolás Maduro am Sonntag an. In der Ruhmeshalle liegen bislang 179 Persönlichkeiten der venezolanischen Geschichte, unter anderem die Pianistin und Komponistin Teresa Carreño, der Schriftsteller und Staatspräsident Rómulo Gallegos und der Bürgerkriegsgeneral Ezequiel Zamora. Im Mittelpunkt des Interesses stehen jedoch Venezuelas Nationalheld Simón Bolívar und dessen Lehrer Simón Rodríguez. Auf diese spielt ein Ruf an, der in den vergangenen Tagen unter den Chavistas aufgekommen ist: »Chávez al Panteón, junto a Simón« (Chávez in den Pantheon, an die Seite von Simón!)

Fidel Castro und Hugo ChávezAm 5. März starb in den Nachmittagsstunden der beste Freund, den das kubanische Volk in seiner Geschichte gehabt hat. Ein Anruf über Satellit übermittelte die bittere Nachricht. Die Bedeutung des benutzten Satzes war unverwechselbar. Auch wenn wir wußten, daß sein Gesundheitszustand kritisch war, traf uns die Nachricht hart. Ich erinnerte mich daran, wie er mit mir scherzte, daß – wenn wir beide unsere revolutionäre Aufgabe vollendet haben würden – er mich zum Spazierengehen am Arauca-Fluß auf venezolanischem Gebiet einladen würde. So erinnerte er an die Erholung, die er nie hatte.

Uns bleibt die Ehre, mit dem bolivarischen Anführer die selben Ideale von sozialer Gerechtigkeit und von der Hilfe für die Ausgebeuteten geteilt zu haben. Die Armen sind in jedem Teil der Welt die Armen.

Nicolás Maduro (mitte) und PCV-Generalsekretär Oscar Figuera (rechts)Einstimmig hat die 12. Nationalkonferenz der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) am heutigen Sonntag beschlossen, Nicolás Maduro als ihren Kandidaten für die durch den Tod von Hugo Chávez am vergangenen Dienstag notwendig gewordenen Präsidentschaftswahlen am 14. April zu nominieren. Maduro war selbst in das Theater »Cantaclaro« im Gebäude des PCV-Zentralkomitees geeilt, um die Nominierung entgegenzunehmen. Begleitet wurde er von seinem halben Regierungskabinett.

Nicolás MaduroVier Tage nach dem Tod des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez ist die Staatsführung des südamerikanischen Landes wieder komplett. Wenige Stunden nach der offiziellen Trauerfeier für den Comandante, an der hochrangige Delegationen aus 55 Ländern teilgenommen hatten, legte Nicolás Maduro vor der Nationalversammlung den Amtseid als geschäftsführender Präsident ab. Während Delegationen aus 29 Ländern an der Zeremonie teilnahmen, boykottierte die Opposition die Sitzung mit der Behauptung, Maduro habe das Amt usurpiert, er sei »von niemandem gewählt« worden. Demgegenüber bat Maduro in einer kurzen Ansprache nach seiner Vereidigung den Nationalen Wahlrat (CNE), sofort Wahlen für das höchste Staatsamt einzuberufen. Die Verfassung Venezuelas sieht diese innerhalb von 30 Tagen vor.

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