Montag, 18. Dezember 2017
Solidaritätsanzeige

Venezuela

Probe für die WahlmaschinenMehr als zehn Prozent der wahlberechtigten Venezolanerinnen und Venezolaner haben am gestrigen Sonntag an dem vom Nationalen Wahlrat (CNE) in 1553 Wahllokalen durchgeführten Testlauf für die Präsidentschaftswahl am 7. Oktober teilgenommen. Dabei ging es darum, den Ablauf der Abstimmung und die Übermittlung der Daten zu proben, aber auch darum, den Wahlberechtigten die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Ablauf vertraut zu machen. CNE-Präsidentin Tibisay Lucena hob anschliessend den normalen und ruhigen Verlauf des Probetages und der zügige Fluss der Wählerinnen und Wähler hervor. Ergebnis des »Simulacro« sei, dass technisch alles für die eigentlichen Wahlen bereit ist.

Carolus WimmerDas Internetportal kommunisten.de und die Wochenzeitung UZ - Unsere Zeit veröffentlichten ein Interview mit Carolus Wimmer, dem internationale Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV). Wir übernehmen den Wortlaut des Interviews, haben lediglich einige Schreibfehler korrigiert.

Der in München geborene Wimmer wanderte Anfang der 70er Jahre nach Venezuela aus und wurde dort in der PCV aktiv. Er ist promovierter Biologe und studierte zudem Erziehungs- und Politikwissenschaft. Von 2001-2005 war er Direktor für internationale Beziehungen des venezolanischen Parlaments, seit 2006 vertritt er Venezuela im Lateinamerikanischen Parlament.

Wahlkampf in CumanáAm kommenden 7. Oktober werden in Venezuela Präsidenschaftswahlen stattfinden. An diesem Tag wird das Schicksal einer Revolution entschieden, die es geschafft hat, dass die Mehrheiten dieses Landes nicht mehr ausgegrenzt und schutzlos leben müssen. Außerdem hat sie auch entscheidende Beiträge zur lateinamerikanischen und karibischen Integration  und zum Transformationsprozess geleistet.

Erst vier Tage nach der verheerenden Gasexplosion in der Erdölraffinerie von Amuay ist es den Löschmannschaften am Dienstag gelungen, das Feuer vollständig zu löschen. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Vertreter der venezolanischen Regierung vor Ort. Ener­gieminister Rafael Ramírez, der auch Präsident des Erdölkonzerns PDVSA ist, kündigte die Gründung einer Sonderkommission ein, die die Ursachen für das Unglück untersuchen soll. Auch die venezolanische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.

Während sich die venezolanische Regierung auf die Versorgung der Verletzten und die Beseitigung der Schäden konzentriert, ist in dem südamerikanischen Land ein brutaler Medienkrieg entfesselt worden. Ohne die Untersuchungen abzuwarten, machen die von der Opposition kontrollierten Me

Rauchwolken über der zerstörten RaffinerieNach mehrtägigen Löscharbeiten ist das Feuer in den Tanks der am vergangenen Sonnabend explodierten venezolanischen Erdölraffinerie Amuay vollständig gelöscht worden. Das bestätigten Sprecher des staatlichen Erdölkonzerns PDVSA gegenüber dem Fernsehsender VTV. Die Feuerwehrleute blieben jedoch in Bereitschaft, um ein Wiederaufflammen zu verhindern. Erdölminister Rafael Ramírez sagte, es beginne nun der Prozess des Abkühlens der vier Tanks, die in Brand geraten waren.

Gasexplosion in AmuayBei einer Gasexplosion in der größten Raffinerie Venezuelas in Amuay (Punto Fijo, Bundesstaat Falcón) sind am Samstag morgen 39 Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Zunächst war von 26 Opfern ausgegangen worden, doch Vizepräsident Elías Jaua gab am späten Samstag abend (Ortszeit) die höhere Zahl bekannt. 18 Opfer seien Angehörige der Nationalgarde gewesen, viele weitere deren Angehörige, die sich in den nahegelegenen Unterkünften aufgehalten hätten.

Wie Erdölminister Rafael Ramírez dem staatlichen Fernsehen VTV sagte, habe die Detonation Feuer in zwei Tanks verursacht und nahegelegene Häuser zum Einsturz gebracht. Inzwischen sei die Lage wieder unter Kontrolle, die Raffinerie könne ihre Arbeit »innerhalb von maximal zwei Tagen« wieder aufnehmen. Energieknappheit sei im Land nicht zu befürchten, da Venezuela über genügend Reserven verfüge. Präsident Hugo Chávez verhängte eine dreitägige Staatstrauer und ordnete eine eingehende Untersuchung der Ursachen an.

Krieg der Umfragen

ver.diver.diDie Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela in Berlin ist die erste diplomatische Vertretung in Deutschland mit einem Betriebsrat. Von den 18 lokalen Angestellten der Botschaft gehören inzwischen 15 der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di an. Auf Initiative der Betriebsgruppe wurde dort nun auch die Interessenvertretung der nicht diplomatischen Beschäftigten, deren Arbeitsverträge nach den deutschen Gesetzen sind, gewählt. Mit 90 Prozent der Wahlberechtigten war die Beteiligung an der Abstimmung sehr hoch. »Mit Blick auf die Verabschiedung des neuen Organgesetzes für Arbeit in Venezuela, welches am 7. Mai 2012 in Caracas verabschiedet wurde, konnte mit sehr viel Engagement und eigener Überzeugung die Betriebsratswahl eingeleitet und umgesetzt werden«, zeigte sich die zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin Katja Boll hocherfreut.

Oben links auf dem StimmzettelOben links auf dem StimmzettelDie Mehrheit der Venezolanerinnen und Venezolaner wird am 7. Oktober oben links wählen. Das ergibt sich aus den aktuellen Umfragewerten sowie aus dem Wahlzettel, den die Fernsehsendung La Iguana am Donnerstag vorgestellt hat. Die offiziellen Muster wird der Nationale Wahlrat (CNE) ab dem 16. August verbreiten, damit sich die Wählerinnen und Wähler mit dem Aussehen des Stimmzettels vertraut machen können.

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