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Kategorie: Venezuela

María Gabriela mit ihrem Vater Hugo ChávezIn einer persönlichen Erklärung hat sich María Gabriela Chávez, eine der Töchter des am 5. März verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, an die Öffentlichkeit ihres Landes gewandt. In der von ihr über den Internetdienst Twitter verbreiteten Erklärung weist sie die Behauptungen der Opposition zurück, denen zufolge ihr Vater bereits im vergangenen Dezember verstorben sei. Wir dokumentieren den Wortlaut ihrer Nachricht:

»Ich habe mich nie direkt in Fragen der Politik eingemischt. Aber in diesen für mich und für das Volk so heiklen und lebenswichtigen Augenblicken sehe ich mich gezwungen, meine Stimme gegen diejenigen zu erheben, die mit dem Schmerz meiner Familie, dem Schmerz meines Volkes und vor allem mit dem Andenken an meinen gigantischen Vater spielen wollen! Es ist ganz einfach unfassbar zu denken, dass wir als ganze Familie – Kinder, Geschwister, Enkel, Eltern – uns zu solch einer Lüge hergegeben haben könnten.

Seit dem Monat Dezember haben meine Geschwister, meine Onkel, meine Großeltern, meine Tochter und meine Neffen nicht geruht, um diesem Menschen LIEBE zu geben, was das einzige war, das er uns in seinem ganzen Leben gegeben hat: LIEBE. Und zu keiner Zeit haben wir aufgehört, den Himmel um das Wunder zu bitten, Vater gesund, kräftig und auf den Beinen zu sehen! Am Freitag, 1. März, war ich bei ihm, um unsere Gebete zu sprechen. Danach ging ich herunter zur Einweihungsmesse der Kapelle im Militärhospital und später kehrte ich zurück, um ihn gemeinsam mit dem Minister Jorge Arreaza (den er wie ein weiteres Kind geliebt hat) zu sehe, und obwohl er sich müde fühlte, gab er Regierungsanweisungen und verlangte nach Informationen über die Lage im Land. Es ist nicht gerecht, es ist nicht menschlich, es ist nicht hinnehmbar, dass sie nun versuchen zu sagen, dass wir über das Datum seines Todes lügen würden. Venezuela, mit aller Verantwortung der Welt, mit der ganzen Ehrlichkeit der zerstörten Seele einer Tochter, die ihren Vater unendlich GELIEBT HAT und LIEBT, sage ich euch, dass mein Gigant kämpfend gestorben ist und am 5. März 2013 in seinem Heimatland gestorben ist. Genau eine Woche vor meinem Geburtstag. Spielt nicht weiter mit dem Schwerz eines Volkes und einer Familie, die angesichts dieser harten Realität am Boden zerstört ist.

Abschließend sage ich den Herren der kranken Opposition und besonders dem Herrn Capriles das Folgende: 'Es wurde schon immer gesagt, dass Politik schmutzig ist. Meine Herren, zum Wohl des Heimatlandes fordere ich Sie auf, Politik zu machen und nicht so SCHMUTZIG zu sein!' Vielen Dank.«

Der von ihr direkt angesprochene Oppositionskandidat Henrique Capriles Radonski wies die Kritik zurück, ohne die Tochter des verstorbenen Präsidenten beim Namen zu nennen. »In all diesen Jahren habe ich niemals den Präsidenten oder seine Familie beleidigt. Wenn seine Familie ein Wort von mir so verstanden haben sollte, bitte ich um Entschuldigung«, teilte er am Dienstag (Ortszeit) mit, attackierte jedoch erneut den geschäftsführenden Präsidenten Nicolás Maduro. Die von ihm verbreiteten Lügen über den Todeszeitpunkt von Hugo Chávez nahm er ebenfalls nicht zurück.

Capriles hatte bei seiner Ansprache am vergangenen Sonntag, mit der er die Nominierung als Kandidat für die Opposition bei der Präsidentschaftswahl am 14. April angenommen hatte, erklärt, Chávez sei nicht am 5. März gestorben, sondern bereits im Dezember. Dessen Familie habe sich für einen »Zirkus« um den Leichnam hergegeben, durch den die Regierung habe Zeit gewinnen wollen, wetterte Capriles. Das »chavistische Volk« auf der Straße hatte er aufgerufen, nach Hause zurückzukehren: »Chávez ist nicht mehr da, und keiner kann ihn euch zurückgeben.«

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