Mittwoch, 19. September 2018
Solidaritätsanzeige

Chávez-Anhänger in San José de Cotiza. Foto: GlobovisiónBei einer Wahlkampfveranstaltung der venezolanischen Opposition in San José de Cotiza, einem bevölkerungsreichen Viertel in der Hauptstadt Caracas, ist es am Sonntag (Ortszeit) zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Regierungsgegnern und mutmaßlichen Unterstützern von Präsident Hugo Chávez gekommen. Auch Schüsse fielen, ein Mann wurde Angaben der Generalstaatsanwaltschaft zufolge verletzt. Während die Opposition Mitglieder der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) als Angreifer ausmachte, erklärte Innenminister Tareck El Aissami, die Zusammenstösse seien vom zivil gekleideten aber bewaffneten Begleitschutz von Henrique Capriles Radonski provoziert worden. Der Präsidentschaftskandidat der Opposition hatte einen »Rundgang« in dem Viertel unternommen, ohne diesen zuvor mit den zuständigen Behörden zu koordinieren. Das sei jedoch üblich, um derartige Zwischenfälle zu verhindern, kritisierte El Aissami.

Der Minister warf der Opposition vor, eine »Agenda der Gewalt« zu verfolgen, um die Lage zu destabilisieren. Dazu gehörten das Schüren von Gerüchten, das Verbreiten von Falschmeldungen und das Provozieren von Zwischenfällen. »Unsere Opposition ist nicht konstruktiv, sondern eine Schöpfung der Medien mit dem Ziel der Rückkehr zum Neoliberalismus und zu den Privatisierungen, was bedeuten würde, alle in den vergangenen 13 Jahren erzielten sozialen Errungenschaften aufzugeben«, erklärte El Aissami.

Am Montag abend (Ortszeit) präsentierten die Fernsehmoderatoren Mario Silva und Jorge Amorin in der Sendung »La Hojilla« auf dem staatlichen Kanal VTV Bilder, die Beamte der Regionalpolizei des Bundesstaates Miranda, dessen Gouverneur Henrique Capriles ist, während der Auseinandersetzungen am Sonntag zeigen. Diese waren als Leibwächter des Präsidentschaftskandidaten eingesetzt und mit Feuerwaffen ausgerüstet. Zudem wurden auf Seiten der Regierungsgegner Motorräder ohne Nummernschilder eingesetzt. Eine Genehmigung für den Einsatz der Beamten außerhalb ihres normalen Zuständigkeitsgebietes sei nicht eingeholt worden.

Unterdessen bleibt Amtsinhaber Hugo Chávez Favorit für die Präsidentschaftswahlen am 7. Oktober. Einer am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Hinterlaces zufolge hat die Zahl der Venezolaner, die die Amtsführung des Staatschefs positiv beurteilen, auf 66 Prozent zugenommen. 52 Prozent der Befragten erklärten, für Chávez stimmen zu wollen, nur 34 Prozent präferierten Henrique Capriles. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Chef des Instituts International Consulting Services, Juan Vicente Scorza, im privaten Fernsehsender Televen erklärt, Chávez liege derzeit mehr als 30 Prozentpunkte vor dem Kandidaten der Opposition. Wenn die Wahlen bereits an diesem Sonntag wären, würde der Amtsinhaber demnach 58,7 Prozent der Stimmen erhalten. Sein Gegner käme nur auf 25,7 Prozent. Die Erkrankung des Präsidenten habe keine Auswirkungen auf dessen Popularität gehabt, so Scorza weiter. Statt dessen nehme die Unterstützung für Capriles ab.

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