Donnerstag, 15. November 2018
Solidaritätsanzeige

Diejenigen, die die traurige Wirklichkeit des lateinamerikanischen Journalismus nicht kennen, muss das Verschweigen des terroristischen Anschlags in Caracas überraschen. CNN in spanischer Sprache unterbrach am 7. August die Übertragung der Rede des Präsidenten Nicolás Maduro, als dieser begann Videos, telefonische Aufzeichnungen, Fotos, Geständnisse, Namen von Verhafteten und Flüchtigen zu verbreiten. CNN gab damit den Markstein für das Verhalten der Medien des Kontinents vor. Der Mercurio in Chile der nromalerweise viel Raum verschwendet, um Venezuela anzugreifen, veröffentlichte einen winzigen Abschnitt in einer Spalte. Bis gestern forderten die Medien Beweise für das Attentat, das sie als „angeblich“ bezeichnen, wobei sie alle Beweise Maduros ignorieren. Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Venezuelas ergaben jedoch für einen Journalismus, der den Namen verdient, „wirkliche Enthüllungen“. Unglaubliches, das sich sogar für Literatur- oder Filmvorlagen eignen würde. Das Schweigen jedoch, in das man verfällt, ist beschämend für den Journalistenberuf.

Das Schweigen der lateinamerikanischen Medien angesichts der von der Regierung Venezuelas vorgelegten Beweise stellt eine wahrhafte Schande für das dar, was Gabriel García Márquez als „den besten Beruf der Welt“ bezeichnet hat. Die Verantwortlichen sind jedoch nicht die Journalisten, sondern diejenigen, die die edle Natur des Journalismus prostituiert haben: Die Eigentümer der Medien.

Die Unternehmer der Nachrichtenindustrie haben die Medien in Instrumente der Desinformation und des Unwissens verwandelt, unter dem unsere Völker leiden. Die soziale Funktion des Journalismus ist von denjenigen außer Kraft gesetzt worden, die die Medien aus dem Hintergund manipulieren. Diese wahrhaftige Mediendiktatur ist die ideologische Speerspitze der Finanzkonglomerate. Sie haben die Aufgabe Bewusstsein zu formen und es dem hegemonischen Denken des Kapitalismus unterzuordnen. Die Journalisten sind demzufolge Lohnarbeiter der Unternehmen, in denen das eiserne Gesetz des Privateigentums regiert. Die Eigentümer der Medien sind von den Politikern und Regierungen gefürchtet und man erweist ihnen Reverenz. Die Interamerikanische Pressegesellschaft (SIP) der sie angehören, wurde während des Kalten Krieges gegründet. Sie vertritt 1.300 Publikationen, die 43 Millionen Exemplare in Papierform herausgeben und zahreiche elektronische Tageszeitungen kontrollieren. Das, was alle, die der SIP angehören gemeinsam haben, ist der Antikommunismus und die enge Zusammenarbeit mit den US-Geheimdiensten.

Die 11 Tagezeitungen mit der höchsten Auflage in Lateinamerika sind auch mit der Gruppe der Amerikanischen Tageszeitungen (GDA) liiert. Zu dieser Gruppe gehören der Mercurio in Chile (in Wahrheit eine Kette von 24 Tageszeitungen), O Globo aus Brasilien, La Nación aus Argentinien, El Universal aus Mexiko, El Nacional aus Venezuela etc. Es sind dies Multimedien, die Zeitschriften, Radio- und Fernsehkanäle, elektronische Zeitungen etc. kontrollieren. Während der Regierungszeit von Hugo Chávez hatte GDA beschlossen, eine Seite täglich der Verleumdung der Bolivarischen Revolution zu widmen. Sie schloss sich so der Kampagne Washingtons an, das seit fast zwei Jahrzehnten versucht, die venezolanische Regierung zu destabilisieren.

Die Blockade, die jetzt der Verbreitung von Nachrichten auferlegt wird, die sich aus den Untersuchungen des Terrorismus ableiten, ist ein Anschlag auf das Recht der Völker auf Information, stellt aber gleichzeitig einen Affront gegen den Journalismus und dessen Ethikkodex dar, der jede Art von Zensur zurückweist und das Recht auf Information und informiert zu werden, verteidigt. Mit der ehrenvollen Ausnahme des Verbandes Lateinamerikanischer Journalisten (Felap), der das Attentat in Caracas verurteilte, hüllten sich alle Journalistenverbände in Schweigen. Sie haben die Pflicht, die von den Unternehmen verhängte Zensur anzuklagen. Zusammen mit Studenten und Intellektuellen müssten wir Journalisten zu Treffen aufrufen, um diese peinliche Lage zu diskutieren, in der sich ein Journalismus befindet, der der Diktatur der Medienbesitzer unterworfen ist.

Das Schweigen in diesem Fall ist Komplizenschaft mit dem Terrorismus. Das muss jenen klar sein, die diese Zensur verhängen. (PL)

Quelle:

Granma Internacional


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