Sonntag, 23. September 2018
Solidaritätsanzeige

Kommunistische Partei KubasKommunistische Partei KubasAus Anlass des 50. Jahrestags der US-Invasion in der Schweinebucht und der wenige Tage zuvor erfolgten Proklamation des sozialistischen Charakters der Kubanischen Revolution wird im April der VI. Parteitag der Kommunistischen Partei Kubas zusammenkommen. Das kündigte Kubas Präsident Raúl Castro am Montagabend (Ortszeit) in Havanna an. Einziger Tagesordnungspunkt der Beratungen soll die derzeitige Wirtschaftslage der Insel sein, da von einem Erfolg in der »Wirtschaftsschlacht« die Zukunft der Revolution abhänge. Die ebenfalls anstehenden Diskussionen über personelle Veränderungen in der Parteiführung, deren Generalsekretär nach wie vor Fidel Castro ist, sowie in der Organisationsstruktur der Partei sollen hingegen bei einer Nationalen Partreikonferenz geführt werden. Diese hatte ursprünglich vor dem Parteitag stattfinden sollen, wird nun jedoch auf danach verschoben. Allerdings versicherte Raúl Castro, dass auch diese noch im kommenden Jahr stattfinden werde.

Flugzeugabsturz in KubaFlugzeugabsturz in KubaIn Kuba ist am gestrigen Abend (Ortszeit) ein Verkehrsflugzeug der Fluggesellschaft Aerocaribbean auf dem Weg von Santiago de Cuba nach Havanna abgestürzt. An Bord befanden sich 61 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder, darunter 40 Kubaner und 28 Ausländer,  unter anderem aus Deutschland, Österreich, Argentinien, den Niederlanden und Mexiko. Wie das Nachrichtenportal Cubadebate.cu meldet, überlebt niemand die Katastrophe. Das Portal veröffentlichte eine Liste der an Bord befindlichen Menschen (hier klicken).

Die Welt gegen die BlockadeDie Welt gegen die BlockadeDie Welt steht hinter Kuba. 187 Staaten der Welt haben heute bei der UN-Vollversammlung in New York die US-amerikanische Blockade gegen Kuba verurteilt, nur 2 Regierungen stellten sich gegen einen entsprechenden Antrag, den Havanna zum 19. Mal in Folge eingebracht hatte. 3 Länder enthielten sich. Im vergangenen Jahr hatten 187 Länder die Blockade verurteilt, nur die USA selbst, Israel und der kleine Pazifikstaat Palau hatten dagegen gestimmt. Die Marshall-Inseln und Mikronesien enthielten sich. Diesmal änderte Palau seine Meinung und enthielt sich.

Cedntral de Trabajadores de CubaCedntral de Trabajadores de CubaDer kubanische Gewerkschaftsbund CTC veröffentlichte am Montag (Ortszeit) in seiner Zeitung »Trabajadores« eine Erklärung zur bevorstehenden Streichung von einer halben Million Arbeitsplätzen im staatlichen Sektor des Landes. Wir dokumentieren die vollständige Erklärung in eigener Übersetzung:

Die kubanische Revolution vollendet 52 Jahre ihrer siegreichen Existenz, und heute mehr denn je sind in der Führung der Nation und in unserem Volk der Willen und die Entschlossenheit lebendig und unverrückbar, den Aufbau des Sozialismus fortzusetzen, bei der Entwicklung und der notwendigen Aktualisierung des Wirtschaftsmodells voranzuschreiten und so die erreichten Errungenschaften zu festigen.

Die ehemaligen CIA-Agenten Phil Giraldi und Larry Johnson, W. Patrick Lang von den Spezialkräften des Nachrichtendienstes der Verteidigung, Ray McGovern, vom Nachrichtendienst der Kriegsflotte und der CIA, und andere ehemalige hohe Offiziere mit vielen Dienstjahren haben Recht, wenn sie Obama warnen, dass der Premierminister Israels einen Überraschungsangriff geplant hat, mit der Idee, die Vereinigten Staaten zum Krieg gegen den Iran zu zwingen. Aber mit der Resolution 1929 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen hat Israel erreicht, dass sich die Vereinigten Staaten verpflichten als Erste anzugreifen. Danach würde es Netanyahu nicht wagen, es als Erster zu tun, da er mit einer derartigen Aktion alle Nuklearmächte gegen sich hätte und er ist nicht dumm.

Fidel Castro während des InterviewsFidel Castro während des InterviewsZeitgleich haben in der vergangenen Nacht (MESZ) das kubanische Fernsehen Cubavisión, das venezolanische VTV, der lateinamerikanischer Fernsehsender TeleSur sowie die Rundfunkstationen Radio Rebelde und Radio Habana Cuba ein gut 90minütiges Interview ausgestrahlt, das der frühere kubanische Präsident Fidel Castro vier Journalisten aus Venezuela gewährte. Andrés Izarra, Präsident von TeleSur, Mario Silva, Moderator der VTV-Sendung »La Hojilla«, Walter Martínez von der bei VTV und TeleSur ausgestrahlten Analysesendung »Dossier« sowie Vanessa Davies, Chefin der Tageszeitung »Correo del Orinoco« befragten Fidel zu dessen jüngsten Warnungen vor einem drohenden Atomkrieg gegen den Iran, zu den wichtigsten Waffen der heutigen Revolutionäre und zu seinen Ansichten über den Konflikt zwischen Kolumbien und Venezuela.

Fidel spricht, Raúl hört zuFidel spricht, Raúl hört zuVor nur acht Wochen, ganz am Anfang, dachte ich, dass es keine mögliche Lösung zur Bannung der unmittelbaren Kriegsgefahr geben würde. So dramatisch schien die vor mir stehende Szene, dass ich keinen anderen Ausweg als den eines Überlebens sah, des vielleicht möglichen Überlebens in diesem Teil der Hemisphäre, der keinen Grund gab, um Ziel eines direkten Angriffs zu sein, und in einigen anderen isolierten Regionen des Planeten.

Das war sehr schwierig, in dem Bewusstsein, dass der Mensch sich immer an eine Perspektive klammert, wie unwahrscheinlich diese auch sein mag. Trotz alledem habe ich es versucht.

Fidel CastroFidel CastroErstmals seit seinem Rücktritt als kubanischer Präsident aufgrund seiner schweren Erkrankung ist Fidel Castro am Sonnabend wieder vor dem Parlament in Havanna aufgetreten. Bei einer Sondersitzung warnte er - wie schon zuvor in mehreren seiner Reflexionen - vor einem drohenden Atomkrieg der USA und Israels gegen den Iran, räumte zugleich jedoch ein, die Lage zeitweise zu skeptisch eingeschätzt zu haben. Castro hatte geschrieben, dass sogar die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika nicht zu Ende gespielt werden würde, weil der Krieg zuvor beginne: "Anfangs, vor nur acht Wochen, dachte ich, daß es für die unmittelbare Kriegsgefahr keine mögliche Lösung gäbe. (...) Zum Glück dauerte es aber nicht lange bis mir klar wurde, dass es sogar sehr große Hoffnung gab. Aber wenn diese Chance nicht genutzt würde, hätte die Katastrophe die schlimmsten Konsequenzen. Dann gäbe es für die Menschheit keine Rettung." Er sei sich jedoch sicher, dass gerade jetzt Bemühungen liefen, um eine solche Katastrophe zu verhindern.

Vor einigen Tagen wurde ein Artikel veröffentlicht, der sehr viele Informationen bezüglich der vor 105 Tagen verursachten Ölpest enthielt. Präsident Obama hatte diese Bohrung im Vertrauen auf die Leistungsfähigkeit der modernen Technologie zur Ölproduktion genehmigt, da er über ausreichend Erdöl verfügen und damit die Vereinigten Staaten von der Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen dieses für die heutige Zivilisation lebenswichtigen Erzeugnisses befreien wollte. Dessen übermäßiger Verbrauch hatte schon den energischen Protest der Umweltschützer hervorgerufen. Nicht einmal George W. Bush hatte sich getraut, diesen Schritt zu gehen, insbesondere nach den bitteren Erfahrungen in Alaska mit einem Tankschiff, das dort gefördertes Öl transportierte.

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