22 | 08 | 2019

Im Rahmen einer weiteren Verschärfung der Blockadegesetze gegen Kuba, hat die US-Administration am Dienstag das Aus für Kreuzfahrtausflüge auf die Insel dekretiert. Außerdem wird es künftig keine sogenannten „people-to-people“-Tours mehr geben. Mit den neuen Sanktionen will US-Präsident Trump Kubas Regierung aufgrund ihrer Unterstützung für Venezuela unter Druck setzen. Unmittelbar betroffen sind nicht zuletzt die etlichen Restaurants und Geschäfte in der Altstadt Havannas, welche in den letzten Jahren vom Kreuzfahrt-Boom profitiert haben.

Wie das US State Department am Dienstag bekannt gab, sind die neuen Sperren für Kreuzfahrten und „people-to-people“-Tours nach Kuba fast mit sofortiger Wirkung am 5. Juni in Kraft getreten. Den Kreuzfahrtunternehmen wurde damit die Möglichkeit genommen, bereits gebuchte Fahrten noch zu bedienen. „Aufgrund von Änderungen in der US-Politik, wird unsere Firma ab sofort nicht mehr in der Lage sein, Kuba anzusteuern“, ließ die bekannte Linie „Carnival Corp.“ verlautbaren. Auch „Norwegian“ und „Royal Carribbean“ haben alle geplanten Fahrten abgesagt. Statt Kuba will „Carnival“ in einer der nächsten Fahrten nun die mexikanische Insel Cozumel ansteuern, als Entschädigung erhalten die Gäste einen Bordgutschein im Wert von 100 US$, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Andere Anbieter bieten Umbuchungen und Stornierungen an, was jedoch zu nicht weniger Empörung bei den Kunden geführt hat. Viele machten ihrem Ärger auf Twitter Luft. „Zu sagen, dass ich verärgert bin, ist eine Untertreibung“, zitiert Reuters eine Nutzerin. „Danke Trump!“ kommentierte lakonisch ein anderer. 

Während die in Folge der Ankündigung auch an der Börse angeschlagenen Kreuzfahrtlinien sich um Schadensbegrenzung bemühen, verurteilte Kubas Außenminister die neuen Sanktionen scharf. Sie seien lediglich ein Versuch, „den Lebensstandard der Kubaner zu beschädigen, um politische Zugeständnisse zu erpressen. Sie werden wieder scheitern.“, so Rodríguez auf Twitter. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel verurteilte die Maßnahmen als „Verletzung des Völkerrechts“.

Dass die Trump-Administration die Schrauben der seit 1961 bestehenden Wirtschaftsblockade weiter anzieht, ist nicht neu. So wurden in den vergangenen Monaten mehrfach neue Sanktionen gegen die Insel erlassen, was auch die Einschränkung von Geldsendungen an Privatpersonen einschloss. Die neuesten Maßnahmen richten sich jedoch gezielt gegen eine der wichtigsten Einnahmequellen der kubanischen Wirtschaft: den Tourismussektor. Zwischen Januar und April sind laut offizieller Statistik 257.400 US-Amerikaner nach Kuba gereist, davon mehr als die Hälfte per Kreuzfahrt. Nach Kanada sind die Vereinigten Staaten damit auch 2019 das zweitwichtigste Herkunftsland von Kuba-Touristen. Möglich wurde dies durch mehrere Lockerungen unter der Obama-Administration in den Jahren nach 2014, von denen jetzt die letzten zurückgenommen wurden.

Quelle:

Cuba heute

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