Montag, 23. Oktober 2017
Solidaritätsanzeige

FARC-EPWir bewerten die Nachricht der unilateralen Befreiung von zwei Abgeordneten, zwei Soldaten und einem Polizisten aus den Händen der Guerilla FARC-EP positiv.

Als “Europäerinnen und Europäer für den Frieden in Kolumbien” nutzen wir die Gelegenheit der Gruppe “Kolumbianerinnen und Kolumbianer für den Frieden” und der früheren Senatorin Piedad Córdoba zu gratulieren, die diese Friedensgeste ermöglicht haben. Wir wollen auch der Regierung Brasiliens für all ihre Hilfe danken, die sie für diese Befreiungen gezeigt hat.

Wir dokumentieren nachstehend die gemeinsame Erklärung der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) in der von der Tageszeitung junge Welt in ihrer heutigen Ausgabe veröffentlichten Übersetzung.

Die Führung der Guerilla des kolumbianischen Ostens, der Arauca, Casanare, Boyacá und einen Teil der Santanders umfaßt, erklärt mit Unterstützung der obersten Kommandostrukturen des Nationalen Sekretariats und des Zentralkommandos, daß die tragische Konfrontation, die es zwischen den FARC-EP und der ELN im Departamento Arauca gegeben hat, endgültig beendet ist.

FARC-EPFARC-EPELNELNDie Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und die Nationale Befreiungsarmee (ELN) wollen ihren seit Monaten in der ostkolumbianischen Provinz Arauca geführten Bruderkrieg beenden. In einer gemeinsame Erklärung der beiden wichtigsten Guerrillaorganisationen des südamerikanischen Landes, die zu Wochenbeginn auf der FARC-Homepage veröffentlicht wurde, informieren die regionalen und nationalen Kommandostrukturen beider Organisationen über ein Treffen, bei dem die Ursachen für die Konfrontation diskutiert und offenbar ausgeräumt wurden. »Selbstkritisch erkennen wir an, daß wir die Bevölkerung geschädigt und in Mitleidenschaft gezogen haben«, schreiben die Guerrilleros und bitten die Opfer um Entschuldigung.

Pablo Emilio MoncayoPablo Emilio MoncayoPablo Emilio Moncayo, der im April nach zwölfjähriger Gefangenschaft in der Gewalt der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) freigelassen worden war, ist wieder auf der Flucht. Nach wiederholten Drohungen gegen ihn und seine Familie hat er das Militär gebeten, ihm ein Jahr Urlaub zu gewähren. Das ist der gesamte Jahresurlaub, der sich in der langen Gefangenschaft angesammelt hatte. Er werde sich in dieser Zeit in Europa - offenbar in Italien oder Frankreich - aufhalten und die Monate nutzen, um auszuruhen und zu lernen, erklärte seine Schwester Yuri Tatiana Moncayo gegenüber kolumbianischen Medien. Seine Familienangehörigen wollen hingegen »derzeit« das Land nicht verlassen.

Juan Manuel SantosJuan Manuel SantosAm morgigen Mittwoch empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel Kolumbiens künftigen Präsidenten Juan Manuel Santos. In einer gemeinsamen Erklärung forderten deshalb amnesty international, Caritas International, FIAN, terre des hommes, kolko - Menschenrechte für Kolumbien, Action pro Colombia, Koordination Gerechtigkeit und Frieden der Franziskaner (COTAF), Pax Christi und der Solidaritätsfonds Eine Welt von der Regierungschefin, gegenüber ihrem Gast die schwierige Menschenrechtslage in Kolumbien zu thematisieren und die zukünftige Administration dazu auffordern, Maßnahmen zur vollständigen Umsetzung der UN-Menschenrechtsempfehlungen zu ergreifen.

Juan Manuel SantosJuan Manuel SantosJuan Manuel Santos von der Regierungspartei »de la U« ist der neue Präsident Kolumbiens. Nach Auszählung von 99,91 Prozent der Stimmen liegt der frühere Verteidigungsminister mit 69,05 Prozent der abgegebenen Stimmen klar vor seinem Konkurrenten von der Grünen Partei, Antanas Mockus, der nur auf 27,52 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung lag mit unter 45 Prozent sehr niedrig, was wohl zum einen auf die Übertragung der Fussball-Weltmeisterschaft als auch auf einen entsprechenden Aufruf des linken Alternativen Demokratischen Pols (PDA) zurückzuführen sein dürfte.

Antanas MockusAntanas MockusKolumbien wird vier weitere Jahre »Demokratische Sicherheit« , Verfolgungen von linken und oppositionellen Kräften, Menschenrechtsverletzungen jeder Art und Ausverkauf an ausländisches Kapital verkraften müssen, aber sich auch weiter dagegen wehren. In der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen erreichte der Kandidat des Lagers von Präsident Uribe, der ehemalige Verteidigungsminister Juan Manuel Santos, mit 46,6 Prozent der abgegebenen Stimmen einen klaren Sieg und wird in der Stichwahl am 20. Juni dem Kandidaten der »Partido Verde« (Grüne Partei) gegenüberstehen. Antanas Mockus, der frühere Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá, erreichte 21,5 Prozent der Wählerstimmen. Angesichts der Tatsache, daß zwei aus dem Uribe-Lager kommende Kandidaten (Germán Vargas und Noemí Sanín) mit 10,1 bzw. 6,2 Prozent kaum für Mockus aufrufen werden, steht einem klaren Sieg Santos’ nichts entgegen. Juan Manuel Santos ist Miteigentümer mehrerer marktbeherrschender Medien ; sein Bruder Francisco ist derzeit noch Vizepräsident unter Álvaro Uribe, der nicht mehr antreten durfte.

Führer der ersten Runde: Juan Manuel SantosFührer der ersten Runde: Juan Manuel SantosKolumbien geht in eine zweite Runde. Am 20. Juni wird in einer Stichwahl entschieden, ob der Kandidat der Regierungspartei »de la U«, Juan Manuel Santos, oder der Vertreter der Grünen Partei, Antanas Mockus, künftig das südamerikanische Land regieren wird.

Klarer Sieger der ersten Runde war aber Santos, der nach Auszählung von 99,71 Prozent der Stimmen auf 46,56 Prozent kam, deutlich mehr, als die Umfragen prognostiziert hatten. Mockus hingegen blieb hinter den Erwartungen zurück, erreichte aber mit 21,5 Prozent den zweiten Platz und damit den Einzug in die Stichwahl.

Mockus und SantosMockus und SantosTeleSur und Radio Caracol verbreiten Zwischenstände von der Stimmenauszählung in Kolumbien. Demnach liegt nach Auszählung von 42,11 Prozent der insgesamt über 72000 Wahllokale der Kandidat der rechten Regierungspartei »de la U«, Juan Manuel Santos, deutlich in Front. Auf ihn entfallen demnach 46,89 Prozent der Stimmen. Sollte er es schaffen, die Marke von 50 Prozent zu überwinden, wäre er direkt zum Präsidenten gewählt.

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