Samstag, 19. August 2017
Solidaritätsanzeige

Friedensdemonstration am Internationalen Frauentag in Bogotá. Foto:  Juan Carlos Pachón / flickr (CC BY-SA 2.0) Friedensdemonstration am Internationalen Frauentag in Bogotá.
Foto: Juan Carlos Pachón / flickr (CC BY-SA 2.0)
Nach der Wiederaufnahme der Bombenangriffe auf Stellungen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC-EP) durch die Regierung in Bogotá am vergangenen Mittwoch wiederholte die Guerillaorganisation am gestrigen Montag ihre Bereitschaft, an einem einseitigen Waffenstillstand festzuhalten. Nach Ende der 35. Verhandlungsrunde der Friedensgespräche in der kubanischen Hauptstadt Havanna erklärte Iván Márquez, Leiter der FARC bei den Verhandlungen mit der kolumbianischen Regierung, gegenüber der Presse: »Wir werden weiter am einseitigen und auf unbestimmte Zeit angelegten Waffenstillstand bezüglich der Kämpfe und Feindseligkeiten festhalten, solange wir nicht das Objekt der permanenten Belagerung seitens der Regierungstruppen sind.«

Revolutionäre Streitkräfte KolumbiensRevolutionäre Streitkräfte KolumbiensNach der Tötung von elf kolumbianischen Militärs durch die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC-EP) gab der kolumbianische Präsident Santos die Wiederaufnahme der Bombenangriffe auf die Guerilla bekannt. Auf einer Presseerklärung am gestrigen Mittwoch im Luftwaffenstützunkt Marco Fidel Suarez in Cali erklärte Santos, man werde »die Täter der schändlichen Tat verfolgen«. An seine Kommandeure richtete er dabei den Befehl, »alle Maßnahmen zu treffen die notwendig sind, um die Sicherheit der Bevölkerung und der Truppen zu gewährleisten«.

Iván Márquez., Screenshot: YoutubeIván Márquez., Screenshot: YoutubeAb diesen Sonnabend (20. Dezember) gilt in Kolumbien ab 00:01 Uhr gilt ein vom Sekretariat des Zentralen Generalstabs der FARC-EP beschlossener einseitiger und unbefristeter Waffenstillstand. Diese Waffenruhe habe jedoch nur Bestand, wenn die Guerillastrukturen kein Ziel von Angriffen der staatlichen Sicherheitskräfte würden, warnen die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens in einem Kommuniqué, das Iván Márquez, der Verhandlungsführer der Friedensdelegation in Havanna, am Mittwoch vortrug.

Vertreter Kubas und Norwegens verlesen die Erklärung. Foto: FARC-DelegationVertreter Kubas und Norwegens verlesen die Erklärung. Foto: FARC-DelegationKuba und Norwegen, die als Garantiemächte den kolumbianischen Friedensprozess begleiten, haben offenbar eine baldige Freilassung der von der FARC-Guerilla gefangengenommenen Militärs vermittelt. In einem am Mittwoch in Havanna veröffentlichten Kommuniqué kündigen die Vermittler die baldige Übergabe der vier Soldaten sowie der Rechtsanwältin Gloria Urrego, die am Sonntag zusammen mit General Rubén Alzate in die Gewalt der Aufständischen geraten war, an.

Wir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung den Wortlaut der Erklärung:

Pressekonferenz der FARC-EP in Havanna. Foto: FARC-DelegationPressekonferenz der FARC-EP in Havanna. Foto: FARC-DelegationWir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung die heute von der FARC-Delegation bei den Friedensverhandlungen in Havanna verbreitete Erklärung der kolumbianischen Guerillaorganisation über die Gefangennahme von General Rubén Alzate am vergangenen Sonntag. Kolumbiens Staatspräsident Juan Manuel Santos hatte als Reaktion auf die »Entführung« die Gespräche mit den Aufständischen ausgesetzt.

Am 16. November, etwa um 15.00 Uhr, haben zum Block Iván Riós der FARC-EP gehörende Guerillaeinheiten in Erfüllung ihrer Sicherheitsaufgaben in einem ihrer mobilen Stützpunkte, die sie entlang der Ufer des Atrato-Flusses unterhalten, das Boot abgefangen, auf dem der in aktivem Dienst befindliche Herr Brigadegeneral der Nationalen Armee Rubén Darío Alzate Mora, Kommandeur der in dieser Zone des Landes operierenden sogenannten Gemeinsamen Einsatzgruppe Titan, reiste.

Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens - Armee des VolkesRevolutionäre Streitkräfte Kolumbiens - Armee des VolkesDie Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla sind in die schwerste Krise seit ihrem Beginn geraten. Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos ordnete an, die Verhandlungen auszusetzen, bis das Schicksal von General Rubén Darío Alzate aufgeklärt sei. Der hochrangige Militär war am Wochenende im Westen Kolumbiens verschwunden. Die Militärführung macht die Revolutionären Streitkräfte (FARC) für seine »Entführung« verantwortlich.

Grußschreiben auf der Homepage der FARC-Verhandlungsdelegation in HavannaGrußschreiben auf der Homepage der FARC-Verhandlungsdelegation in HavannaMit einem Kommuniqué hat sich die Internationale Kommission der kolumbianischen Guerillaorganisation FARC-EP an die Teilnehmer des in dieser Woche in La Paz stattfindenden 20. Forums von São Paolo gegrüßt. Das Forum, das nach dem Ort des ersten Treffens benannt wurde, ist ein Treffen von linken Bewegungen und Parteien.

In dem Schreiben der Guerilla heißt es: »Die FARC – Armee des Volkes entrichten den am XX. Treffens des Forums von São Paolo, FSP, teilnehmenden Compañeras und Compañeros als Repräsentanten der Parteien und politischen und sozialen Bewegungen im Kampf und bei der Errichtung  von Volksalternativen zum Neoliberalismus, Kapitalismus und Imperialismus einen bolivarischen Gruß.«

Joaquín Pérez BecerraJoaquín Pérez BecerraDer Oberste Gerichtshof von Bogotá hat kolumbianischen Medienberichten zufolge am heutigen Donnerstag die erstinstanzliche Verurteilung des Chefredakteurs des Internetportals ANNCOL (Alternative Nachrichtenagentur Neues Kolumbien), Joaquín Pérez Becerra, aufgehoben und die sofortige Freilassung des Journalisten angeordnet. Wie ANNCOL bestätigte, konnte Pérez Becerra um 19 Uhr Ortszeit die Haftanstalt La Picota verlassen, obwohl die Staatsanwaltschaft Berufung gegen das Urteil eingelegt hat.

RCN meldet Wiederwahl von SantosRCN meldet Wiederwahl von SantosKolumbien hat sich in der Stichwahl um die Präsidentschaft für die Fortsetzung des Friedensprozesses und gegen die Verschärfung des Kriegskurses entschieden. Nach Auszählung von 99,5 Prozent der Stimmen hat der amtierende Staatschef Juan Manuel Santos 50,91 Prozent der Stimmen erreicht. Sein Konkurrent Óscar Iván Zuluaga kam demnach auf 45,04 Prozent. »En blanco«, also keinen der beiden Kandidaten, wählten rund vier Prozent.

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