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Kategorie: Kolumbien

FARC-EPFARC-EPDie Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) haben am Sonntag in einer Erklärung angekündigt, alle noch in ihrer Gewalt befindlichen Gefangenen freizulassen. Bislang war die Rede nur von sechs Personen die Rede gewesen, deren Freilassung die Guerrilla im vergangenen Dezember angekündigt hatte. Zugleich dankte sie in ihrem Kommuniqué der brasilianischen Regierung für deren Unterstützung bei dieser humanitären Aktion. Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos würdigte über Twitter die Ankündigung der FARC als "wichtigen und notwendigen Schritt", der jedoch noch nicht ausreichend sei.

In ihrem Kommuniqué begründen die FARC ihren Schritt mit ihrer zunehmenden militärischen Stärke, die sie vor den Nasen derer gewonnen hätten, die bereits ihr Ende vorausgesagt hätten. Um den Weg für Gespräche mit dem Regime freizumachen, habe man sich deshalb entschlossen, zu den sechs Gefangenen, deren Freilassung im Dezember versprochen worden war, auch die "übrigen vier" hinzuzufügen, die sich noch in ihrer Gewalt befänden.

Zugleich kündigen die FARC an, künftig keine Gefangenen "aus finanziellen Gründen" mehr machen zu wollen. In der Vergangenheit hatte die Guerrilla Personen gefangengenommen, die sich weigerten, Revolutionssteuer zu bezahlen. Aufgrund der anhaltenden Diskussionen darüber habe man sich entschlossen, das "Gesetz 002" des FARC-Oberkommandos aus dem Jahr 2000 mit sofortiger Wirkung aufzuheben: "Es ist an der Zeit, dass beginnt klarzuwerden, wer und warum heute in  Kolumbien Entführungen begeht".

Zugleich betonen die Aufständischen, dass es die Regierung sei, die durch ihr Beharren auf steigenden Militärausgaben und bewaffneten Operationen eine Friedensvereinbarung in dem südamerikanischen Land bislang verhindert. Diese Haltung führe zu mehr Tod und Zerstörung "und für uns zu der Notwendigkeit, zu anderen Formen der Finanzierung und der Ausübung politischen Drucks zu greifen". Es sei an der Zeit, dass das Regime ernsthaft über einen anderen Ausweg aus dem Konflikt nachdenke.



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