Montag, 18. Juni 2018
Solidaritätsanzeige

LIBRELIBREIn Honduras hat die Linkspartei LIBRE ihre Anhänger zur Verteidigung des Wahlsiegs von Xiomara Castro aufgerufen. Die Partei erkenne die vom Obersten Wahlgericht (TSE) verbreiteten Zahlen nicht an, unterstrich Juan Barahona, einer der bekanntesten Köpfe der LIBRE und der Widerstandsbewegung gegen den Putsch 2009, durch den der damalige Präsident Manuel Zelaya vom Militär gestürzt worden war. Die Unterstützer Castros, die Ehefrau Zelayas ist, sollten an den Urnen ausharren, um die wahren Ergebnisse zu verteidigen und auf Aufrufe von LIBRE und Widerstandsfront achten. »Wir werden den Sieg an jedem Ort und zu jeder Zeit verteidigen«, unterstrich er.

TSE sieht Kandidat der regierenden Rechten vornTSE sieht Kandidat der regierenden Rechten vornPlötzlich ist wieder alles anders: Das Oberste Wahlgericht (TSE) von Honduras sieht Juan Hernández von der regierenden Nationalen Partei als Sieger der Präsidentschaftswahl. Nach Auszählung von 54,47 Prozent der Stimmen liege dieser mit 34,14 Prozent vor der Kandidatin der Linkspartei LIBRE, Xiomara Castro, die auf 28,43 Prozent gekommen sei. Auf dem dritten Platz liege der Liberale Mauricio Villeda mit 21,03 Prozent, gefolgt von Salvador Nasralla, der für seine Antikorruptionspartei 15,73 Prozent erreicht habe. Putschgeneral Romeo Vásquez erreichte lediglich 0,21 Prozent. Das schwächste Ergebnis erzielte Andrés Pavón mit lediglich 0,11 Prozent. Die Beteiligung habe bei 61 Prozent gelegen, das sei ein »historischer Rekord« für das Land, so TSE-Präsident David Matamoros Batsón.

Xiomara Castro de Zelaya, Präsidentin von HondurasXiomara Castro de Zelaya, Präsidentin von HondurasDen ersten Nachwahlbefragungen zufolge, deren Veröffentlichung das Oberste Wahlgericht soeben autorisiert hat, ist die Kandidatin der Linkspartei LIBRE, Xiomara Castro, neue Präsidentin von Honduras. Sie habe sich mit einem Vorsprung von landesweit 4,5 Prozentpunkten gegen alle anderen Bewerber durchgesetzt, meldete der Fernsehsender Globo TV. Zudem habe sich die Ehefrau des 2009 durch einen Putsch gestürzten Präsidentin Manuel Zelaya auch in allen Departaments des Landes durchgesetzt.

Honduras hat gewähltHonduras hat gewähltIn Honduras schließen die Wahllokale. In einer über alle Rundfunk- und Fernsehsender des Landes ausgestrahlten Ansprache verkündete der Präsident des Obersten Wahlgerichts (TSE), David Matamoros Batsón, dass nur noch diejenigen ihre Stimme abgeben dürfen, die noch in den Schlangen warten. Zugleich beginnt die Auszählung. Diese ist dem Wahlgesetz zufolge öffentlich, doch an manchen Orten scheint das Militär Pressevertreter und Zeugen aus den Wahllokalen zu vertreiben. Dagegen protestieren die Moderatoren von Globo TV, die vom TSE ein sofortiges Eingreifen verlangen.

Cadena Nacional des TSECadena Nacional des TSEDie Wahllokale in Honduras bleiben eine Stunde länger geöffnet als geplant und schließen erst um 17 Uhr Ortszeit (0 Uhr MEZ). Das hat der Präsident des Obersten Wahlgerichts (TSE), David Matamoros Batsón, in einer über alle Rundfunk- und Fernsehsender des zentralamerikanischen Landes ausgestrahlten Botschaft mitgeteilt. Zuvor hatten sich Vertreter der Linkspartei LIBRE in Honduras siegessicher gezeigt. Auch weiterhin kommen über den Fernsehsender Globo TV immer wieder Sprecher der Partei, die aus der Widerstandsbewegung gegen die Putschisten hervorgegangen ist, zu Wort. Auch die Moderatoren im Studio in Tegucigalpa rufen die Anhänger von LIBRE kaum verhüllt zur Stimmabgabe auf und berichten, dass es »unseren Recherchen zufolge« für die Präsidentschaftskandidatin der LIBRE, Xiomara Castro, »sehr gut« laufe.

Xiomara Castro im WahlkampfXiomara Castro im WahlkampfÜberschattet von Manipulationsbefürchtungen haben in Honduras die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen begonnen. Wie der lateinamerikanische Fernsehsender TeleSur berichtet, bildeten sich vor vielen Wahllokalen lange Schlange, es zeichne sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Mancherorts war es zuvor zu Verzögerungen gekommen, weil Abstimmungsstätten erst mit Verspätung öffneten. Grund dafür seien falsch zugestellte Unterlagen gewesen, hieß es dazu von der honduranischen Wahlbehörde. Verteidigungsminister Marlon Pascua unterstrich, dass es bislang zu keinen Zwischenfällen gekommen sei.

Solidaritätskundgebung für die LIBRE am Freitag in BerlinSolidaritätskundgebung für die LIBRE am Freitag in BerlinIn Honduras wird am Sonntag über das künftige Staatsoberhaupt und die Zusammensetzung des Parlaments entschieden. Vier Jahre nach dem Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Manuel Zelaya richten sich die Hoffnungen weit über die Grenzen des zentralamerikanischen Landes hinaus auf dessen Ehefrau Xiomara Castro, die für die Linkspartei LIBRE ins Rennen geht. Ihr wichtigster Gegner ist der gegenwärtige Parlamentspräsident Juan Orlando Hernández, der für die Nationale Partei kandidiert. Doch die Schlüsselrolle spielen Militärs und Oberstes Wahlgericht (TSE), denn sie entscheiden, ob tatsächlich der Wählerwillen zum Ausdruck kommt, oder ob über Manipulationen für ein Ergebnis gesorgt wird, das der herrschenden Klasse zupass kommt.

Rund 4.000 Jugendliche aus Honduras werden zu einem Protestmarsch erwartet, der am 8. Juni in der Hauptstadt Tegucigalpa beginnt und am 10. Juni in Talanga ankommen wird. Die Demonstranten fordern von der Regierung Maßnahmen zur Beendigung der Gewalt im Land: jeden Tag kommen in Honduras im Durchschnitt 19 Menschen gewaltsam ums Leben. Der Protestmarsch wird von der Erzdiözese Tegucigalpa veranstaltet.

Manuel ZelayaManuel Zelaya»Vor zwei Jahren wurde er mit Schüssen verjagt, heute wird er mit Applaus begrüsst - José Manuel Mel Zelaya!« Der Tochter des 2009 gestürzten Präsidenten, Xiomara Hortenzia alias »La Pichu«, war die Bewegung anzumerken, als sie ihrem Vater vor Tausenden begeisterten Menschen das Mikrofon reichte. Zuvor hatte sie die Vereinbarung verlesen, die ihr Vater mit dem gegenwärtigen honduranischen Staatschef Porfirio Lobo unterzeichnet hatte. Ihre Betonung war eindeutig, so dass das juristisch formulierte Papier deutlich wurde: Die Verfassung des Landes wird geändert, damit eine Volksabstimmung über die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung durchgeführt werden kann. »Wir haben auf keinen einzigen Punkt unserer Forderungen verzichtet«, unterstrich auch Zelaya.

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