Samstag, 20. Oktober 2018
Solidaritätsanzeige

Oscar NiemeyerWenige Tage vor seinem 105. Geburtstag ist am gestrigen Mittwoch um 21.50 Uhr Ortszeit im brasilianischen Rio de Janeiro der weltberühmte Architekt und Kommunist Oscar Niemeyer verstorben. Er war in dem Krankenhaus bereits seit mehr als einem Monat wegen eines Nierenleidens behandelt worden, in den Stunden vor seinem Tod hatte sich sein Zustand jedoch rapide verschlechtert.

Niemeyer galt als Vater der brasilianischen Architektur und hatte 1960 gemeinsam mit Lucio Costa die neue Hauptstadt Brasilia entworfen. 1988 wurde er mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet, der als Nobelpreis der Architektur gilt.

Arbeitskampf bei Bosch CampinasDer deutsche Konzern Bosch betreibt in der Stadt Campinas im brasilianischen Bundesstaat São Paulo einen der größten Automobilzulieferbetriebe Lateinamerikas. Damit der Konzern dort die Produktion restrukturieren und seine Maximalprofite erhöhen kann, baut er Arbeitsplätze ab, kürzt den Grundlohn innerhalb des Betriebes von Campinas und greift die Interne Kommission für Arbeitssicherheit (CIPA) unerbittlich an. Hauptziel von Bosch Campinas ist es, die Widerstandskraft und die Organisation der brasilianischen ArbeiterInnen im Konzern zu brechen.

Baustelle für Angra 3 bei Rio de Janeiro. Foto: DivulgaçãoDie Genehmigung des in Brasilien geplanten neuen Atomkraftwerkes Angra 3 erfolgte aufgrund einer fehlerhaften und unvollständigen Sicherheitsanalyse. Dies belegt eine aktuelle Studie, die die Umweltschutzorganisationen Urgewald und Greenpeace heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt haben. So wurde die technische Sicherheitsüberprüfung auf Grundlage von Daten eines nicht baugleichen Atomkraftwerkes erstellt. Schon bekannte Risikofaktoren wie Erdrutschgefahr und Flugzeugabstürze wurden in der Genehmigung nicht oder nur unzureichend betrachtet. Trotzdem plant die deutsche Bundesregierung, den Bau von Angra 3 mit einer Bürgschaft über rund 1,3 Milliarden Euro zu unterstützen.

Sozialforum in Porto AlegreBeim Sozialforum im brasilianischen Porto Alegre bereiten sich Nichtregierungsorganisationen und Basisbewegungen aus aller Welt auf die UN-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 vor. »Bereits jetzt werten viele NGOs den Entwurf der zukünftigen Schlusserklärung als Durchmarsch der Wirtschaft«, so Jürgen Reichel, stellvertretender Vorsitzender von VENRO, des Bundesverbandes entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen aus Deutschland. Die Leitidee der »Green Economy« für die Rio-Konferenz müsse bereits jetzt als gescheitert gelten.

Polizeigewalt gegen ObdachloseAm frühen Sonntag morgen (Ortszeit) hat die brasilianische Militärpolizei mit 2000 Beamten gewaltsam die Landbesetzung von Pinheirinho (RedGlobe berichtete hier) beendet. Dabei setzten die Sicherheitskräfte Bomben, Gewehre und Pistole gegen die Bewohner der Siedlung ein. Es gab mindestens zwei Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Der lateinamerikanische Fernsehsender TeleSur spricht sogar von drei Getöteten, darunter einem kleinen Kind. 1200 Familien wurden aus ihren Heimen vertrieben und sind nun wieder obdachlos. Über Sao Jose dos Campos wurde der Ausnahmezustand verhängt.

Protest in PinheirinhoSeit Februar 2004 haben sich 500 obdachlose Familien auf dem Grund und Boden des in Bankrott gegangenen Unternehmens »Selecta Handel und Industrie« in der brasilianischen Stadt São José dos Campos, im Paraiba-Tal, Bundesstaat São Paulo, niedergelassen und ihrer neuen Heimat den Namen Pinheirinho gegeben. Der Eigentümer, Naji Nahas, ist ein Spekulant in der Finanzbranche. Er befindet sich auf Bewährung auf freiem Fuss und verteidigt sich derzeit vor Gericht. Im Juni 1989 hatte er der Anklage zufolge als Eigentümer des in Bankrott gegangenen Unternehmens einen ungedeckten Scheck in Höhe einiger Millionen Dollar ausgestellt, um durch einen Strohmann an der Börse von Rio de Janeiro verkaufte und bald wieder gekaufte Aktien zu bezahlen. Das Ergebnis war ein Einbruch der Börse.

Vorsicht radioaktivVorsicht radioaktivDas brasilianische Parlament lässt derzeit wegen des Atomunfalls in Japan die Sicherheit ihrer beiden eigenen Kernkraftwerke in Angra dos Reis überprüfen. Bereits kurz nach Aufnahme der Inspektionen offenbaren sich schwere Verfehlungen der Atomaufsichtsbehörde CNPE (Nationale Kommission für Kernenergie). Besonders gravierend ist die Tatsache, dass das Atomkraftwerk Angra 2 seit zehn Jahren am Netz ist, aber bis heute über keine dauerhafte Betriebsgenehmigung verfügt. »Dies zeigt eindeutig, wie fahrlässig das Thema `nukleare Sicherheit´ in Brasilien behandelt wird. Gerade bei Atomanlagen muss streng darauf geachtet werden, dass alle für die endgültige Betriebsgenehmigung nötigen Auflagen bis zum Betriebsbeginn auch umgesetzt werden. Jede Verschleppung wie jetzt im Fall Angra 2 birgt ein enormes Sicherheitsrisiko für die lokale Bevölkerung«, erklärt Barbara Happe, Brasilienexpertin bei der Umweltorganisation urgewald.

Eine große Gemeinschaft von Guarani-Indigenen in Brasilien wird von bewaffneten Männern festgehalten. Die Männer wurden von Viehzüchtern angeheuert und blockieren seit einem Monat den Zugang zu Lebensmitteln und Wasser, sowie die medizinische Versorgung der Indigenen.

Die bewaffneten Männer begannen die Mitglieder der Guarani Gemeinschaft der Ypo’i zu bedrohen, kurz nachdem diese auf ihr angestammtes Land zurückkehrten, welches nun von der Triunfo („Triumph“) Ranch besetzt ist. Die Männer erlauben niemandem das Gebiet zu betreten oder zu verlassen.

Hunderte von brasilianischen Indianern aus dem ganzen Land wollen sich in den nächsten Tagen versammeln, um gegen Morde an ihren Anführern, gegen den Diebstahl ihres Landes für Wirtschaftsprojekte und gegen andere Bedrohungen für ihr Überleben zu protestieren. Er wird erwartet, dass rimd 800 Indianer aus vielen der 233 indigenen Völker Brasiliens an den Protesten zwischen dem 16. und 20. August teilnehmen werden. Die Proteste werden im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, südlich des Amazonas, stattfinden, um auf die kritische Lage der indigenen Völker in diesem Bundesstaat aufmerksam zu machen. Insbesondere zählen dazu die Guarani. Diesen wurde ihr Land unrechtmäßig genommen, um Platz für Viehzucht und Zuckerrohplantagen zu machen. Das Volk hat inzwischen eine der höchsten Selbstmordraten der Welt.

Real time web analytics, Heat map tracking

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.