27 | 01 | 2020

„Wir klagen vor der internationalen Gemeinschaft an, dass die Plaza Murillo im alten Stil der Diktaturen von Militärpanzern umstellt ist", sagte Evo Morales am gestrigen Dienstag von seinem Asyl in Mexiko aus über seinen Twitter-Account.  Er fügte hinzu, dass „die Putschregierung von Mesa, Camacho und Añez einen Plan zur Schließung der Plurinationalen Gesetzgebenden Versammlung hat und die Anerkennung eines selbsternannten Regimes fordert, das die Schmerzen, die das Volk erleidet, nicht interessiert".

Laut Prensa Latina hat die Bewegung zum Sozialismus (MAS) angesichts dieses Szenarios beschlossen, die Sitzung der am Nachmittag des 19. November einberufenen Plurinationalen Gesetzgebenden Versammlung (Parlament) Boliviens auszusetzen, um einen Beitrag zum Dialog und zur Befriedung des Landes zu leisten.

Die Einberufung der parlamentarischen Mehrheit MAS zu einer Sitzung, bei der, wie durchsickerte, Evo Morales‘ erzwungener Rücktritt von der Präsidentschaft Boliviens angenommen oder abgelehnt werden sollte, hatte große Erwartungen geweckt. Solange Evos Entscheidung nicht zugestimmt wird, bleibt er als gewählter Präsident in Funktion. Aber zu der anberaumten Sitzung kam es nicht.
Die Sitzung, die von der parlamentarischen Minderheit, welche die De-facto-Präsidentin Jeanine Añez unterstützt, abgelehnt wurde, müsste außerdem über den Aufruf zu Neuwahlen entscheiden, weil die vom dem indigenen Führer im Oktober gewonnenen Wahlen wegen angeblichen Betrugs annulliert worden waren.

Die De-facto-Regierung von Añez, am 12. November, zwei Tage nach Evos zur Vermeidung von Gewalt im Land erklärtem Rücktritt selbsternannt, drohte mit der Einberufung von Wahlen per Dekret.

Prensa Latina berichtet, dass am Dienstag ein Militär- und Polizeieinsatz in der Kohlenwasserstoffanlage von Senkata, in El Alto gelegen, zu mindestens drei Toten und zirka 30 Verletzten geführt habe, wie aus einem Info hervorgeht, das die „Defensoría del Pueblo“, zitiert von der lokalen Presse, herausgab.  

Die Anlage war von Demonstranten blockiert worden, die gegen die Regierung der selbsternannten Präsidentin Jeanine Añez protestierten.

Die bolivianische Armee agiert weiterhin mit äußerster Gewalt gegen das Volk. El Alto, die Aymara-Stadt, Bastion des Präsidenten, der im Kampf um seine Rückkehr nach Bolivien fortfährt, die das Mandat von Jeanine Añez nicht anerkennt, ließ am Dienstag das Motto widerhallen: „El Alto aufrecht stehend, niemals auf den Knien!“

Quelle:

Granma Internacional


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