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Kuba

cubavision internacionalvtvDer Internetriese Google, dem auch das Videoportal Youtube gehört, hat am Donnerstag die Kanäle zahlreicher Medien aus Kuba und Venezuela abgeschaltet. Betroffen von der Zensur sind unter anderem Cubavisión Internacional aus Havanna und Venezolana de Televisión aus Caracas. Auch die kubanische Tageszeitung „Granma“ berichtet, dass ihr Kanal auf Youtube blockiert wurde. Auch auf Google Play, wo Apps für Android-Handys heruntergeladen werden können, wurden die Angebote aus Havanna entfernt, während die Redaktion des venezolanischen Senders keinen Zugriff mehr auf ihre Konten bei Gmail hat.

Abgeschaltet: Youtube-Kanal der Zeitung GranmaAbgeschaltet: Youtube-Kanal der Zeitung GranmaNicht mehr erreichbar sind auch die Videos der populären kubanischen Fernsehsendung „Mesa Redonda“ (Runder Tisch). Die Blockade begann gerade an dem Tag, als dort über den kubanischen Corona-Impfstoff „Soberana 1“ berichtet wurde, für den die klinischen Studien begonnen haben.

Youtube begründet die Sperrung der kubanischen Medien mit einer angeblichen Verletzung der Exportgesetze. Der US-Konzern Google beugt sich damit der seit mehr als einem halben Jahrhundert gegen Kuba verhängten Blockade Washingtons. Auf den Support-Seiten schreibt Google offen, dass möglicherweise der Transfer von Google-Play-Apps in „Länder, gegen die ein Embargo verhängt wurde“ verboten ist.

Cubavisión live: https://teveo.cu/live/video/AKDdWvMTYzfsfnNJ
VTV live: https://www.vtv.gob.ve/en-vivo/

Cubavisión Internacional bietet sein Programm, das auch über Satellit sowie über das Streaming auf eigenen Seiten verbreitet wird, kostenfrei an. Es handelt sich also offenkundig um einen Eingriff, der mit den verbreiteten Inhalten zu tun hat – auch wenn Cubavisión keine Verletzung der Abgeschaltet: Youtube-Kanal von VTVAbgeschaltet: Youtube-Kanal von VTVbei Youtube geltenden Richtlinien vorgeworfen wird. Bereits in der Vergangenheit waren auf Youtube, Twitter, Facebook und anderen Netzwerken immer wieder die Konten kubanischer Politiker und Journalisten zeitweilig abgeschaltet worden. Betroffen war zum Beispiel Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel.

Unklar ist die Begründung für die Abschaltung mehrerer Konten des venezolanischen Fernsehsenders VTV. Youtube habe in einer Mail lediglich darauf verwiesen, dass man eine Beschwerde erhalten habe, ohne dass deren Inhalt näher spezifiziert wurde. Offenkundig gab es auch in diesem Fall keine Verletzung der Richtlinien des Videoportals, so dass es sich um einen Angriff auf die Meinungsfreiheit handelt, wie VTV auf seiner Homepage schreibt. Die Redaktion keinen Zugriff mehr auf ihre Postfächer bei Googles E-Mail-Dienst Gmail.

Quellen: Televisión Cubana, Venezolana de Televisión / RedGlobe

 

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