Protest gegen den Putsch in Brasilien, hier auf einem Plakat aus KatalonienProtest gegen den Putsch in Brasilien, hier auf einem Plakat aus KatalonienSeit gut drei Wochen ist nach dem vorläufigen Sturz der demokratisch gewählten Präsidentin Dilma Rousseff Brasiliens Interims-Präsident Michel Temer im Amt. Gemeinsam mit der rechten Opposition hat er ein Regime installiert, das die Bevölkerung des größten südamerikanischen Landes in keiner Weise repräsentiert. Nach der Suspendierung Rousseffs aufgrund eines fadenscheinigen Amtsenthebungsverfahrens haben die Putschisten den politische Kurs nach innen und außen dramatisch verändert. Es gibt klare Indizien und Beweise dafür, dass Rousseffs Sturz das Ergebnis eines Komplotts von in Korruption verstrickten Politikern ist, die sich damit auch gegen laufende Ermittlungen der Justiz immun machen und diese torpedieren wollen.

Gegen den institutionellen Putsch regt sich in Brasilien massenhafter Widerstand, der jedoch von parteiischen Medienkonzernen dort ausgeblendet oder heruntergespielt wird. Die Konzerne selbst haben eine aktive Rolle dabei gespielt, das politische Klima zu vergiften und Stimmung gegen die Arbeiterpartei von Lula da Silva und Dilma Rousseff zu schüren.

Die in Berlin erscheinende Tageszeitung »junge Welt« veröffentlicht am Wochenende auf einer Doppelseite und online in mehreren Sprachen in Kooperation mit alternativen Medien Brasiliens entstandene Stellungnahmen der Opposition gegen den politischen Umsturz in Brasilien. Zu Wort kommen Autoren und Vertreter von Initiativen aus mehreren Orten des Landes sowie von Brasilianern in Kanada, Frankreich und Deutschland. Sie zeigen Ausschnitte einer Bewegung, die sich einer Rücknahme von unter den Regierungen von Lula da Silva und Dilma Rousseff erreichten Fortschritten auf dem sozialen Gebiet und bei den Menschenrechten entgegenstemmt.

Lateinamerika hat in der außenpolitischen Berichterstattung von junge Welt besonderes Gewicht. Die Zeitung hat die dramatische Entwicklung in Brasilien in den vergangenen Monaten intensiv publizistisch begleitet. Sie kooperiert dabei mit dem linken brasilianischen Mediennetzwerk »Midia Ninja«, das Nachrichten, investigative Beiträge, Fotos und Videos im Internet verbreitet und sich als Alternative zur traditionellen Presse des Landes versteht, sowie mit der überparteilichen »Brigada Herzog«, die eine andere Sicht auf die Ereignisse in Brasilien vermitteln will.