Freitag, 25. Mai 2018
Solidaritätsanzeige

Gasgranaten gegen ParkschützerDie türkische Polizei hat in der vergangenen Nacht ihre Angriffe auf die Besetzer des Gezi-Parks am Rande des im Zentrum von Istanbul gelegenen Taksim-Platzes fortgesetzt. »Nach dem Scheitern der Polizeiprovokationen am gestrigen Morgen geht der Gasbombenangriff der Polizei weiter und hat bereits Hunderte Verletzte gefordert, darunter auch Kopfverletzungen«, schreibt die Kommunistische Partei der Türkei (TKP) auf ihrer Facebook-Seite. »Alle Tiere und Vögel rund um den Taksim-Platz sterben an den Gaswolken. Unser Volk, unsere Kinder auf dem Taksim-Platz und im Gezi-Park, setzen ihren Widerstand fort und riskieren ihr Leben, um ihre Würde zu schützen.«

Kommunistische Partei der TürkeiKommunistische Partei der TürkeiWir dokumentieren in eigener Übersetzung aus dem Englischen die heutige Erklärung der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) an die Presse, die Öffentlichkeit, die Mitglieder und Freunde der Partei:

Die Vertretung des Taksim-Widerstandes, die Taksim Solidarität (Taksim Dayanaışması), hat alle, die die Forderungen der Bewegung teilen, eingeladen, um 19.00 Uhr auf den Taksim-Platz zu kommen.

Die Kommunistische Partei der Türkei unterstützt den Aufruf der Taksim Dayanaışması und ruft alle auf, auf die Straßen und Plätze zu gehen. Das Istanbuler Treffen wird auf dem Taksim durchgeführt. Das ganze Land wird bei seinen Schwestern und Brüdern sein, die seit dem Morgen am Taksim-Platz und im Taksim Gezi-Park Widerstand geleistet haben.

Protest gegen die Schließung von ERTProtest gegen die Schließung von ERTSchock für mehrere tausend Angestellte des öffentlich-rechtlichen griechischen Rundfunks ERT: Noch in der kommenden Nacht soll die Fernseh- und Radioanstalt ihren Betrieb einstellen. 3000 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze. Die Journalisten kündigten an, in den Streik zu treten und versammelten sich vor dem Rundfunkgebäude in Athen. Ihre Kollegen bei den privaten Medien wollten ab 19 Uhr Ortszeit für sechs Stunden in den Streik treten. Auch eine Besetzung der Einrichtung war im Gespräch.

No Pasarán!Livestreams aus der Türkei: Hier Klicken

Trotz eines brutalen Einsatzes mit Wasserwerfern und Tränengas kann die türkische Polizei die Protestbewegung in Istanbul auf dem Taksim-Platz und im angrenzenden Gezi-Park nicht brechen. Immer wieder werden die Sicherheitskräfte von Demonstranten mit Steinen und Molotow-Cocktails angegriffen, Barrikaden werden errichtet, Tausende Menschen kommen noch immer auf den Platz. Erkan Baş vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) erklärte: »Wir sind im Gezi-Park am Taksim-Platz. Es gibt massive Angriffe der Polizei, wir haben Verletzte zu beklagen, aber wir sind guter Stimmung. Wir wissen, dass wir im Recht sind. Wir wissen, dass das Volk auf unserer Seite steht. Wir wissen, dass wir siegen werden!«

Foto: haber.sol.org.tr »Die Erstürmung des Taksim-Platzes im Zentrum Istanbuls durch türkische Polizeikräfte am heutigen Dienstagmorgen ist eine erneute Provokation des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. Es droht ein regelrechtes Massaker unter den Demonstranten«, erklärt Sevim Dagdelen, Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke für Internationale Beziehungen, zum heutigen Angriff der türkischen Polizei auf den Taksim-Platz und die Protestierenden in Istanbul. Dagdelen weiter: »Es wird immer deutlicher, dass es Erdogan allein um die Etablierung einer autoritären Herrschaft in der Türkei geht. Dabei werden rücksichtslos friedliche Demonstranten angegriffen. Über 5.000 Verletzte und mehrere Tote als bisherige Bilanz des brutalen Vorgehens der Polizeikräfte im Auftrag Erdogans sprechen eine deutliche Sprache.«

Wasserwerfer gegen DemonstrantenWasserwerfer gegen DemonstrantenLivestreams aus der Türkei: Hier Klicken

Aufstandsbekämpfungseinheiten der türkischen Polizei haben in den heutigen Morgenstunden den von Demonstranten besetzten Taksim-Platz im Zentrum von Istanbul gestürmt. Regierungssprecher erklärten, es gehe dabei nur darum »die Transparente und Fahnen vom Atatürk-Denkmal und am Atatürk-Kulturzentrum zu entfernen«. Fernsehbilder zeigen jedoch, wie die schwerbewaffneten Einheiten mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Demonstranten vorgehen.

Demonstration in BerlinTausende Menschen haben am Sonntag in Berlin gegen die brutale Unterdrückung der Protestbewegung in der Türkei demonstriert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 3400 Menschen, andere Zahlen lagen weit höher. Zu der Demonstration hatten Migrantenorganisationen, linke Verbände und Gewerkschaften aufgerufen, auch die DKP war deutlich sichtbar präsent.

Mitglieder der TKP auf der StraßeMitglieder der TKP auf der StraßeDie Proteste gegen die Abholzung von Bäumen im Gezi-Park nahe des Taksim-Platzes im Istanbuler Stadttteil Besiktas sind längst zu einem Ereignis geworden, das die Anliegen der Protestierenden in jeder Hinsicht überholt hat. Nach tausenden Verletzten und zwei Toten sowie mehr als 1.500 Verhaftungen durch die Ausschreitungen seitens des türkischen Polizeiapparats ist die Bewegung zu einer landesweiten Massendemonstration in der Türkei geworden.

Solidarität in Augsburg„Solidarität mit Taksim“ und „Taksim ist überall“ tönte es am Freitagabend in Augsburg. Etwa 200 Demonstranten bekundeten ihre Solidarität mit den Protesten am Taksim-Platz in Istanbul. Mit Plakaten, die den türkischen Regierungschef Erdogan als undemokratisch bezeichneten, machten die Demonstranten ihrer Wut Luft.

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