Montag, 21. Mai 2018
Solidaritätsanzeige

Les Misérables auf dem Taksim-PlatzZum Video: Hier klicken

Wir wissen nicht, wie es den Protestierenden gelungen ist, ein Klavier auf den Taksim-Platz zu bekommen. Aber sie haben es geschafft und es genutzt um eine englisch- und türkischsprachige Fassung des Liedes »Hörst du das Volk singen« aus dem Musical »Les Misérables« (Die Elenden) zu singen. Das Musical stützt sich auf den 1862 von Victor Hugo veröffentlichten Roman über das Frankreich der Zeit Napoleons.

Kommunistische Partei der TürkeiKommunistische Partei der TürkeiWir dokumentieren in eigener Übersetzung aus dem Englischen die heute vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) verbreitete Erklärung:

Diktator, hör auf zu träumen! Das Land wird nicht so bleiben!

Wie zu sehen war, plant Erdogan, den Taksim-Platz durch den Einsatz extremer Mengen von Tränengas von den Protestierenden zu räumen und das Volk so zu entmutigen. Als nächstes wird er zwei Treffen mit »montierten Truppen« halten und versuchen, seine Macht zu übertreiben. Auf diese Weise glaubt er, die Stabilität wiederherstellen zu können.

Auf Sendung trotz Abschaltung: Journalisten von ERTGriechenlands Journalisten üben massenhaft Solidarität mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk ERT, der in der vergangenen Woche auf Beschluss der Regierung praktisch ohne Vorankündigung abgeschaltet wurde. 2900 Mitarbeiter sitzen auf der Straße, doch sie lassen sich nicht entmutigen und setzten ihre Arbeit fort. Währenddessen traten die Journalisten der privaten Rundfunksender in den Streik, auf vielen Kanälen blieb der Bildschirm schwarz oder fielen zumindest die Nachrichten aus. Einige Sender, so der Kanal »902« der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) übernahmen das Programm, das die gefeuerten Kollegen produzierten. Dieses war zunächst auch noch auf der Homepage ert.gr zu sehen, die jedoch im Laufe des Tages abgeschaltet wurde.

Die türkische Polizei hat gestern Nachmittag unter Einsatz von massiver Gewalt ca. 50 Anwältinnen und Anwälte verhaftet und mitgenommen. Diese hatten – zum Teil in Robe – friedlich im Çağlayan Gerichtsgebäude gegen das gewaltsame Vorgehen der Polizei auf dem Taksim-Platz protestiert. Der Deutsche Anwaltverein (DAV) verurteilt die exzessive Polizeigewalt gegen Anwältinnen und Anwälte sowie weitere Demonstranten aufs schärfste und ruft die türkischen Behörden auf, die Menschenrechte zu achten.

ver.diDie Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die Schließung des öffentlich-rechtlichen Senders ERT in Griechenland durch die Athener Regierung als »demokratiefeindliches Vorgehen« und »schwersten denkbaren Eingriff in die Pressefreiheit«.

»Gerade für ein Land wie Griechenland, das sich mitten in einer sehr schwierigen politischen Umbruchphase befindet, ist der Verlust eines unabhängigen Rundfunks ein schwerer Schlag gegen die Meinungsbildung der Gesellschaft und kritische Berichterstattung über Politik und Wirtschaft«, unterstrich Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender. »Dieses demokratiefeindliche Vorgehen gegen die Pressefreiheit ist mit dem Wertesystem der Europäischen Union unvereinbar«, so Werneke.

Gasgranaten gegen ParkschützerDie türkische Polizei hat in der vergangenen Nacht ihre Angriffe auf die Besetzer des Gezi-Parks am Rande des im Zentrum von Istanbul gelegenen Taksim-Platzes fortgesetzt. »Nach dem Scheitern der Polizeiprovokationen am gestrigen Morgen geht der Gasbombenangriff der Polizei weiter und hat bereits Hunderte Verletzte gefordert, darunter auch Kopfverletzungen«, schreibt die Kommunistische Partei der Türkei (TKP) auf ihrer Facebook-Seite. »Alle Tiere und Vögel rund um den Taksim-Platz sterben an den Gaswolken. Unser Volk, unsere Kinder auf dem Taksim-Platz und im Gezi-Park, setzen ihren Widerstand fort und riskieren ihr Leben, um ihre Würde zu schützen.«

Kommunistische Partei der TürkeiKommunistische Partei der TürkeiWir dokumentieren in eigener Übersetzung aus dem Englischen die heutige Erklärung der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) an die Presse, die Öffentlichkeit, die Mitglieder und Freunde der Partei:

Die Vertretung des Taksim-Widerstandes, die Taksim Solidarität (Taksim Dayanaışması), hat alle, die die Forderungen der Bewegung teilen, eingeladen, um 19.00 Uhr auf den Taksim-Platz zu kommen.

Die Kommunistische Partei der Türkei unterstützt den Aufruf der Taksim Dayanaışması und ruft alle auf, auf die Straßen und Plätze zu gehen. Das Istanbuler Treffen wird auf dem Taksim durchgeführt. Das ganze Land wird bei seinen Schwestern und Brüdern sein, die seit dem Morgen am Taksim-Platz und im Taksim Gezi-Park Widerstand geleistet haben.

Protest gegen die Schließung von ERTProtest gegen die Schließung von ERTSchock für mehrere tausend Angestellte des öffentlich-rechtlichen griechischen Rundfunks ERT: Noch in der kommenden Nacht soll die Fernseh- und Radioanstalt ihren Betrieb einstellen. 3000 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze. Die Journalisten kündigten an, in den Streik zu treten und versammelten sich vor dem Rundfunkgebäude in Athen. Ihre Kollegen bei den privaten Medien wollten ab 19 Uhr Ortszeit für sechs Stunden in den Streik treten. Auch eine Besetzung der Einrichtung war im Gespräch.

No Pasarán!Livestreams aus der Türkei: Hier Klicken

Trotz eines brutalen Einsatzes mit Wasserwerfern und Tränengas kann die türkische Polizei die Protestbewegung in Istanbul auf dem Taksim-Platz und im angrenzenden Gezi-Park nicht brechen. Immer wieder werden die Sicherheitskräfte von Demonstranten mit Steinen und Molotow-Cocktails angegriffen, Barrikaden werden errichtet, Tausende Menschen kommen noch immer auf den Platz. Erkan Baş vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) erklärte: »Wir sind im Gezi-Park am Taksim-Platz. Es gibt massive Angriffe der Polizei, wir haben Verletzte zu beklagen, aber wir sind guter Stimmung. Wir wissen, dass wir im Recht sind. Wir wissen, dass das Volk auf unserer Seite steht. Wir wissen, dass wir siegen werden!«

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