Freitag, 20. April 2018
Solidaritätsanzeige

Türkei

Foto: haber.sol.org.tr »Die Erstürmung des Taksim-Platzes im Zentrum Istanbuls durch türkische Polizeikräfte am heutigen Dienstagmorgen ist eine erneute Provokation des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. Es droht ein regelrechtes Massaker unter den Demonstranten«, erklärt Sevim Dagdelen, Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke für Internationale Beziehungen, zum heutigen Angriff der türkischen Polizei auf den Taksim-Platz und die Protestierenden in Istanbul. Dagdelen weiter: »Es wird immer deutlicher, dass es Erdogan allein um die Etablierung einer autoritären Herrschaft in der Türkei geht. Dabei werden rücksichtslos friedliche Demonstranten angegriffen. Über 5.000 Verletzte und mehrere Tote als bisherige Bilanz des brutalen Vorgehens der Polizeikräfte im Auftrag Erdogans sprechen eine deutliche Sprache.«

Wasserwerfer gegen DemonstrantenLivestreams aus der Türkei: Hier Klicken

Aufstandsbekämpfungseinheiten der türkischen Polizei haben in den heutigen Morgenstunden den von Demonstranten besetzten Taksim-Platz im Zentrum von Istanbul gestürmt. Regierungssprecher erklärten, es gehe dabei nur darum »die Transparente und Fahnen vom Atatürk-Denkmal und am Atatürk-Kulturzentrum zu entfernen«. Fernsehbilder zeigen jedoch, wie die schwerbewaffneten Einheiten mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Demonstranten vorgehen.

Demonstration in BerlinTausende Menschen haben am Sonntag in Berlin gegen die brutale Unterdrückung der Protestbewegung in der Türkei demonstriert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 3400 Menschen, andere Zahlen lagen weit höher. Zu der Demonstration hatten Migrantenorganisationen, linke Verbände und Gewerkschaften aufgerufen, auch die DKP war deutlich sichtbar präsent.

Mitglieder der TKP auf der StraßeDie Proteste gegen die Abholzung von Bäumen im Gezi-Park nahe des Taksim-Platzes im Istanbuler Stadttteil Besiktas sind längst zu einem Ereignis geworden, das die Anliegen der Protestierenden in jeder Hinsicht überholt hat. Nach tausenden Verletzten und zwei Toten sowie mehr als 1.500 Verhaftungen durch die Ausschreitungen seitens des türkischen Polizeiapparats ist die Bewegung zu einer landesweiten Massendemonstration in der Türkei geworden.

Solidarität in Augsburg„Solidarität mit Taksim“ und „Taksim ist überall“ tönte es am Freitagabend in Augsburg. Etwa 200 Demonstranten bekundeten ihre Solidarität mit den Protesten am Taksim-Platz in Istanbul. Mit Plakaten, die den türkischen Regierungschef Erdogan als undemokratisch bezeichneten, machten die Demonstranten ihrer Wut Luft.

Schwule und Lesben gegen ErdoganDie Türkei erlebt in diesen Tagen einen Bruch in der Geschichte der Republik. Zum ersten Mal sind Hunderttausende Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen auf der Straße und protestieren trotz der brutalen Angriffe der Polizei gegen die Regierungspartei AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.  Es ist nicht möglich, einen Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist, fehlerfrei und komplett zu analysieren. Hier wird jedoch versucht, bestimmte Gründe und Akteure des Widerstandes zu diskutieren. Weil es nicht vorauszusehen ist, in welche Richtung sich die Ereignisse bewegen werden, und alles noch offen ist, werden hier langfristige Prognosen vermieden.

Polizisten mit Dönermessern jagen DemonstrantenMit langen Dönermessern machen in der Türkei offenbar Polizisten in Uniform und Zivil Jagd auf Demonstranten. Das belegt ein Video, das von der Tageszeitung »Hürriyet« ins Internet gestellt wurde und über das die Tageszeitung »junge Welt« in ihrer morgigen Ausgabe berichtet. Dem Blatt zufolge wurden inzwischen in mehreren türkischen Städten Zivilpolizisten festgenommen, die mit den langen, scharfen Messern bewaffnet gewesen waren.

Demonstration und Kundgebung: Sonntag, 9.Juni, 15 Uhr, U-Bhf Hermannplatz, Berlin-Neukölln

Ein breites Bündnis aus türkeistämmigen MigrantInnenverbänden, kurdischen Vereinen, alevitischen Gemeinden, politische Parteien, Gewerkschaftern, antifaschistischen Gruppen und AktivistInnen ruft für den kommenden Sonntag (09.06) zu einer gemeinsamen Solidaritätsdemonstration mit den DemonstrantInnen in der Türkei gegen die autoritäre Politik der Regierung Erdogan auf.

SDAJSDAJDie Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Berlin erklärt sich solidarisch mit den aktuellen Protesten in der Türkei. Wir unterstützen die Forderungen der arbeitenden und lernenden Bevölkerung und verurteilen die Repression gegen die AktivistInnen, die bereits tausende Verletzte und zwei Todesopfer gefordert hat. Was als Protest gegen die Errichtung eines Einkaufszentrums im Gezi-Park in der Innenstadt Istanbuls begann, hat sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand ausgeweitet, der offen den Rücktritt von Ministerpräsident Erdoğan fordert.

Real time web analytics, Heat map tracking

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.