Freitag, 24. November 2017
Solidaritätsanzeige

Trauer um Opfer des Anschlags. Foto: SGDF / FacebookBei einem Anschlag in der Stadt Suruç im Südosten der Türkei sind am Montag zahlreiche Teilnehmer einer Versammlung der Föderation der Sozialistischen Jugendverbände der Türkei (SGDF) ermordet worden. Es handelte sich offenbar um eine Gruppe von insgesamt mehreren hundert jungen Menschen, die wenige Stunden später die Grenze nach Syrien überschreiten wollten, um sich am Wiederaufbau der kurdischen Stadt Kobanê zu beteiligen. Wie die kurdische Nachrichtenagentur ANF berichtete, forderte das Attentat zwischen 30 und 50 Todesopfer. Als Urheber des Verbrechens werden die Terroristen des »Islamischen Staates« vermutet.

Die Föderation der Sozialisten Jugendverbände hatte für den 19. bis 24. Juli zu einer Kampagne zum Wiederaufbau der durch die IS-Terroristen zerstörten Stadt Kobanê aufgerufen. Aus mehreren Städten der Türkei und Nordkurdistan kamen etwa 300 Jugendliche beim Kulturzentrum Amara in Pirsûs zusammen, um anschließend gemeinsam nach Kobanê einzureisen. Schon im Vorfeld, auf dem Weg zu dem Kulturzentrum, hatte es immer wieder Provokationen mit Festnahmen durch Polizeikräfte gegeben.

Mitglieder des IS versuchten zudem, auch in Kobanê selbst ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in der Nähe einer Schule zur Explosion bringen. Die Volksverteidigungseinheiten YPG konnten das Fahrzeug stoppen und gezielt zur Explosion bringen.

Der Exekutivrat der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK) macht in einer schriftlichen Erklärung die türkische AKP-Regierung für den Selbstmordanschlag in Pirsûs (Suruç) verantwortlich. »Dieser Anschlag ist ein Ergebnis der Beziehungen und des Bündnisses zwischen der AKP-Regierung und dem IS, die auf der gemeinsamen anti-kurdischen Haltung beruhen«, so die KCK. In der Erklärung heißt es weiter, dass die türkische Regierung den IS bereits in der Vergangenheit unterstützt und so insbesondere in Syrien groß gemacht habe. Ziel dieser Politik der AKP sei gewesen, den IS für die eigenen Interessen in Syrien zu instrumentalisieren und die Rojava-Revolution zu vernichten.

Die KCK macht in ihrer Erklärung darauf aufmerksam, dass die türkisch-syrische Grenze zu einem freien Aktionsfeld für den IS geworden sei: »Nicht nur, dass IS-Terroristen, die von überall aus der Welt kommen, über diese Grenze frei nach Syrien einreisen können, zugleich ist die gesamte Grenzregion auch für logistische Zentren und Ausbildungscamps des IS eröffnet worden. Es steht außer Frage, dass die AKP-Regierung zum größten Unterstützer des IS-Faschismus im Mittleren Osten geworden ist. Dieser Anschlag ist eindeutig ein Anschlag der AKP. Er wurde unter dem Mitwissen des türkischen Geheimdienstes gegen die Rojava-Revolution und die internationale Solidarität mit der Revolution durchgeführt.«

Auch der Co-Vorsitzende der Demokratischen Partei der Völker (HDP), Selahattin Demirtaş, meldete sich mit einer Erklärung zum Mordanschlag in Pirsûs zu Wort: »Niemand soll sich was vormachen. Die Sicherheitskräfte wissen von jeder einzelnen Person, die an diesem Tag nach Pirsûs gereist ist.« Der HDP Co-Vorsitzende erklärte, dass die Herrschaften in Ankara mitverantwortlich für diesen Mordanschlag sind und fuhr wie folgt fort: »Die Übergangsregierung ist dafür verantwortlich, an solchen Tagen die Vorkehrungen für den Schutz seiner Bürgerinnen und Bürger zu übernehmen. Doch während die Regierung gegen die angebliche Gefahr durch die PYD zehntausende Soldaten an der Grenze zusammenzieht, können andere problemlos in Pirsûs hineinspazieren und solch einen Bombenanschlag verüben.«

Quelle: Informationsstelle Kurdistan e.V. / RedGlobe

Kommentare   

# ISFalk Moldenhauer 2015-07-22 19:13
Der IS ist eine der vielen Missgeburten der USA. Vergessen wir das niemals!!!
Natürlich unterstützt von den reaktionärsten Regimes wie Saudi Arabien, Katar usw.
"Judical Watch" enthüllte 2012 entsprechenden Geheimdokumente des US-Außenministeriums und -Verteidigungsministeriums.
EineBestätigung des US-Vire Biden liegt vor. Der IS hat mit dem Islam genauso wenig zu tun, wie der Teufel mit dem Weihwasser. Soweit erstmal.
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