Sonntag, 25. Juni 2017
Solidaritätsanzeige

www.tkp-online.orgWir dokumentieren nachstehend den Aufruf der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP) zum 1. Mai 2015. Es handelt sich hierbei um die unter der Internetadresse www.tkp-online.org erreichbare Organisation, nicht um eine der anderen, unter gleichem oder ähnlichen Namen agierenden Parteien.

Arbeiter, Werktätige, Bauern, Intellektuelle, Frauen, Jugendliche, Soldaten – Kinder des werktätigen Volkes, Studenten und Schüler:
Die Kommunistische Partei der Türkei spricht zu euch… hört zu!

Die Türkei begeht den 1. Mai 2015 unter außerordentlichen Umständen. Das Land ist an einer Wegscheide. Entweder: ein Aufstieg des Klassenkampfes in Richtung Demokratisierung, oder: die Institutionalisierung der Repression, des Terrors und der Kriegspolitik der herrschenden Klassen. Es liegt in unseren eigenen Händen, die Richtung, die wir an dieser Wegscheide einschlagen werden, zu bestimmen.

Das Regime ist zu dem geworden, was es heute ist, indem es seit Jahren die Arbeiter und Werktätige unterdrückt, ausbeutet und betrügt. Die Gelder, welche – allen voran der Präsident Erdogan – die Funktionäre der AKP, von der höchsten bis zur untersten Parteiorganisation, gestohlen, ausgeklopft, und geplündert haben, gehören den Arbeitern, Werktätigen und Armen. Neben dem, was sie uns direkt durch Bestechungsgelder und Diebstahl aus der Tasche genommen haben, haben sie ihre Sultanate über die Arbeiter, Werktätigen, Unterdrückten und Armen mittels indirekten Steuern auf Grundnahrungsmittel und Energie finanziert. Sie haben das tägliche Brot, den Lebensunterhalt der Armen, Unterdrückten und Einkommensschwachen gestohlen.

Das Regime hat diese Plünderung bewerkstelligt, indem es die moralischen Werte der Völker ausgebeutet hat. Sie haben die Ausbeutung der Unterdrückten, Armen und Ausgebeuteten durch den türkischen Nationalismus und im Namen des „heiligen Islam“, mit Gedichten über Heldentaten und „heiligen Fetwas“ um das Tausendfache gesteigert. Ihrem eigenen Selbstverständnis zufolge wäre dies „Landesverrat“, „Sünde“ und etwas [religiös] „Verbotenes“. Wenn wir sie nach den nationalen und religiösen Werten, die sie stets im Munde führen, bewerten würden, wären sie diejenigen, die „im Höllenfeuer brennen“ würden. Sie benutzen auch die Armee, die sie als „Herd des Propheten“ bezeichnen, für ihre eigenen Interessen. Die armen Kinder der Arbeiter und der werktätigen Völker [die Soldaten] werden gegen ihre eigenen Klassen und Völker getrieben, und in den Tod geführt. Bis zum heutigen Tag ist es nicht vorgekommen, dass die Kinder der Funktionäre der bürgerlichen Parteien oder der Kapitalisten im Armee- oder Polizeidienst gestorben sind.

Das Regime lässt Streiks verbieten und verzögern und erlässt neue faschistoide Gesetze über innere Sicherheit, um den Widerstand der Arbeiterklasse und der werktätigen Völker, die von der Last der wirtschaftlichen Probleme unterdrückt werden, zu verhindern. Das Regime unterdrückt mit Blut und Terror  den Kampf des kurdischen Volkes für seine gerechten, demokratischen und friedlichen Forderungen, den Kampf, als gleichberechtigte Bürger der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Im Ausland, vorher in Libyen, Ägypten und im Irak, jetzt in Syrien, betreibt das Regime Kriegshetze, es hetzt unschuldige Völker gegeneinander zu Religions- und Sektenkriegen auf und führt dabei auf verbrecherische Art den eigentlich bestimmenden, klassenbasierten Rachekampf fort. Es bereitet den Tod unserer Jugendlichen in Syrien vor.

Die Arbeiterklasse, das türkische, kurdische und andere unterdrückten, ausgebeuteten werktätigen Völker sagen „stopp“ zu diesem Kurs der Kapitalistenklasse. Sie organisieren sich gegen die nahende wirtschaftliche Krise und Katastrophe in Kiez- und Bezirksräten (Versammlungen), demokratischen Organisation, Gewerkschaften, politischen Parteien; ohne auf religiöse, sprachliche und ethnische Unterschiede zu achten, beschleunigen sie ihre Organisierung. Denn sie wissen, dass es die Klassenunterschiede, nicht die Unterschiede der Religion, Sprache, Ethnie oder Sekte, sind, die die Menschen wirklich voneinander trennen. Wenn heute ein „Arbeitgeber“ die Rechte eines Arbeiters missachtet, ihn ausbeutet oder kündigt, dann entscheidet er nicht nach Religion, Sprache, Ethnie oder Sekte. Er entscheidet aufgrund der Klassenlage. Deswegen ist es selbstverständlich, warum die Arbeiter und Werktätigen sich mit diesem Bewusstsein organisieren und kämpfen.

Wir, die Arbeiterklasse, alle Werktätigen, die unterdrückten und ausgebeuteten Völker, werden Arm in Arm, Seite an Seite dieses Jahr am 1. Mai, am Tag der Einheit, des Kampfes und der Solidarität, die Plätze mit Parolen für die Rechte der Arbeiter und Werktätigen, für Frieden in Kurdistan, gegen Interventionen und Okkupation füllen. Der Weg, das Andenken an unsere Brüder und Schwester, an unsere Genossen, die beim Massaker auf dem Taksim-Platz am 1. Mai 1977 ermordet wurden, zu verteidigen, ist, die Forderungen der Millionen am 1. Mai mit einem Herz, mit einer Faust auszurufen.

Es lebe der 1. Mai – der Einheits-, Kampf- und Solidaritätstag der Arbeiterklasse!
Es lebe die internationale Solidarität und Einheit der Arbeiterklasse!
Es lebe unser Kampf für Frieden, Demokratie, Freiheit und Sozialismus!
Es lebe die Kommunistische Partei der Türkei – die politische Vorhut der Arbeiter der türkischen, kurdischen und anderen Nationen!

Kommunistische Partei der Türkei
Zentralkomitee
10. April 2015

Quelle: www.tkp-online.org / Inoffizielle Übersetzung: D.S.

Real time web analytics, Heat map tracking
Ähnliche Beiträge

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.