15 | 11 | 2019

Wir dokumentieren eine Presseaussendung des Free Mülkiye Solidaritätskomitees zum Fall der Wiener Pädagogin, die seit über drei Monaten in der Türkei festgehalten wird.

Ausreiseverbot für Mülkiye Laçin aufheben!

Seit drei Monaten wird die österreichische Staatsbürgerin Mülkiye Laçin ohne Begründung in der Türkei festgehalten und mit einem Ausreiseverbot belegt.

Festnahme aus heiterem Himmel

Am 17. Juli wurde dieMutter von zwei Kindern, die seit mehr als 30 Jahren in Wien lebt und alsFreizeitpädagogin arbeitet, während ihres Sommerurlaubs in ihrem Geburtsort ausheiterem Himmel festgenommen. Nach einer Leibesvisitation und mehreren Verhörenohne Rechtsbeistand, wurde sie über Nacht in eine Zelle gesperrt, ohne zuwissen, wie es mit ihr weitergeht. Nachdem ihr am nächsten Tag endlich einTelefonat mit der österreichischen Botschaft gewährt wurde, wurde sie aus derHaft entlassen. Im Anschluss wurde ein Ausreiseverbot auf unbestimmte Zeitverhängt.

Willkürliche Vorwürfe ohne Anklage

Eine schriftliche Anklage oder konkrete Information über diese Maßnahmen liegen noch immer nicht vor. Während den Verhören wurde die Festnahme mittels willkürlicher Vorwürfe gerechtfertigt. Mülkiye Laçin wurde dabei vorgeworfen, dass sie am 1. Mai 2016 ihre Redefreiheit genutzt und auf die Missstände in den kurdischen Gebieten in der Türkei hingewiesen hat sowie dass sie kurdische Lieder auf Social Media geteilt und „Biji Newroz“ (kurdisch: „Hoch lebe das Neujahrsfest“) gepostet hat. Ein Akt, der in der Türkei schon als „terrorverdächtig“ eingestuft wird und trauriger Alltag für jene ist, die in politischer Opposition zur AKP Erdogans stehen.

Österreichische Behörden müssen sofort handeln

Dem österreichischen Außenministerium ist der Fall bekannt, jedoch hat auch das Ministerium bis dato keine offiziellen Informationen seitens der türkischen Behörden erhalten. „Wir fordern von den politisch Verantwortlichen in Österreich zu konsequentem und sofortigem Einsatz für die Freilassung von Mülkiye Laçin auf“, meint Selma Schacht vom Solidaritätskomitee „Free Mülkiye“ dazu. Das kürzlich gegründete Solidaritätskomitee setzt sich dafür ein, dass Mülkiye Laçin wieder in ihr normales Leben zurückkehren kann.

Laçin: „Ich will nach Hause“

Laçin ist Freizeitpädagogin an einer WienerVolksschule und engagiert sich besonders für die Integration behinderterKinder. Sie setzt sich für Frauen- und Menschenrechte ein. Darüber hinaus istLaçin aktives Ensemblemitglied des Wiener Vorstadttheaters. Mülkiye Laçinselbst sagt zur aktuellen Situation: „Ich will wieder meinen Alltag haben. Ichwill wieder zu meinem Job, zu den Kindern und zu meinen eigenen Kindern. Ichwill nach Hause, nach Wien.“

Quelle:

KOMintern

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