Mittwoch, 18. Oktober 2017
Solidaritätsanzeige

Estelada, Fahne der katalanischen UnabhängigkeitsbewegungKatalonien soll am 9. November 2014 über seine Unabhängigkeit von Spanien abstimmen. Dieses Datum kündigte der Präsident der Generalitat, Artur Mas, heute mittag in Barcelona an. Die Teilnehmer an dem Referendum sollen über zwei Fragen abstimmen: »Wollen Sie, dass Katalonien ein Staat wird?« – Ja oder Nein – und »Wenn Sie dafür sind: Wollen Sie, dass dieser Staat unabhängig ist?« – Ja oder Nein.

Katalanen demonstrieren für die Unabhängigkeit (7.9.13 in Luxemburg). Foto: Assemblea.cat / flickr.comWenn an diesem Wochenende ein Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien durchgeführt werden würde, gäbe es eine klare Mehrheit für die Gründung eines eigenen Staates. 54 Prozent der Katalanen würden für die Unabhängigkeit votieren, ermittelte das offizielle Zentrum für Meinungsstudien (CEO) der katalanischen Generalitat. 22,1 Prozent würden dagegen stimmen. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber Juni, als sich 55,6 Prozent für die Eigenständigkeit aussprachen und 23,4 dagegen waren. Die Zahl der Unentschlossenen liegt bei 15,7 Prozent.

Auch die Tageszeitung junge Welt berichtete in ihrer Wochenendausgabe von den Hungerstreiks in SpanienNachtrag, 22. November 2013: Jorge hat seinen Hungerstreik nach mehr als 40 Tagen beendet, weil die gesundheitlichen Risiken zu groß geworden sind

Tausende junge Spanier sind in den vergangenen Monaten in andere Länder ausgewandert, um dort Arbeit zu finden. Jorge Arzuaga hat sich für einen anderen Weg entschieden. Der 25jährige Ingenieur aus Bilbao hätte wohl gute Chancen gehabt, etwa in Deutschland einen Job zu finden. Doch er entschied sich, den Rücktritt der spanischen Regierung und vorgezogene Neuwahlen zu fordern, damit die Gesellschaft aktiv wird. Dafür trat er vor inzwischen einem Monat in einen unbefristeten Hungerstreik – und das an der Puerta del Sol, dem zentralen Platz der Hauptstadt Madrid. Um sich herum hat er Kartons aufgestellt, die Auskunft über seine Absichten geben: „Wer ich bin? Ein Bürger. Was ich mache? Hungerstreik. Warum? Für dich, für mich: wegen der Arbeitslosigkeit, Korruption, Zwangsräumungen, dem Gesundheitswesen, der Bildung...“

Polizeiaktion gegen HerriraDie spanische Guardia Civil hat heute eine Großrazzia gegen die baskische Gefangenenhilfsorganisation Herrira durchgeführt und insgesamt 18 Personen verhaftet, darunter Ekain Zubizarreta in Andoain, Imanol Karrera in Iruñea, Amaia Esnal in Donostia und Eneko Ibarguren in Azpeitia. Das spanische Sondergericht Audiencia Nacional hat zudem die Schliessung der Büros von Herrira und die Blockade ihrer Bankkonten angeordnet. Die Militärpolizei Guardia Civil hat bereits die Geschäftsstellen in Hernani, Bilbo, Iruñea und Gasteiz besetzt. Außerdem wurde die Schliessung von 32 Twitter- und 125 Facebook-Profilen sowie von 38 Webseiten angeordnet.

Fahne der katalanische UnabhängigkeitsbewegungKataloniens Regierungspartei CiU will in das geplante Gesetz über Volksbefragungen die Einführung eines Wahlregisters aufnehmen. Ziel sei, dass sich in Katalonien lebende Immigranten, die aus Ländern außerhalb der EU stammen, sowie im Ausland lebende Katalanen »freiwillig« in die Listen eintragen und somit das Recht zur Teilnahme an den Referenden erlangen sollen. Das berichtet die Tageszeitung El Punt/Avui am Montag. Durch das Vorhaben will sich Katalonien im Vorfeld des geplanten Plebiszits über die Eigenständigkeit vom Wählerregister Spaniens unabhängig machen. In Spanien haben Immigranten kein Wahlrecht.

Der katalanische Präsident Artur Mas. Foto: GeneralitatDer katalanische Regierungschef Artur Mas hat sich vor den Parlamentsabgeordneten in Barcelona auf die Durchführung einer Volksbefragung im kommenden Jahr festgelegt. Im Jahr 2014 werde es entweder ein Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens oder »plebiszitäre Wahlen« geben, kündigte der konservative Politiker an. Bis Ende des Jahres würden das genaue Datum, die Fragestellung sowie der rechtliche Rahmen festgelegt. Damit kam Mas der Republikanischen Linken (ERC) entgegen, auf deren Stimmen er im Parlament angewiesen ist und die mit Empörung auf Gedankenspiele des Regierungschefs reagiert hatte, eine Entscheidung über die Loslösung von Spanien auf den regulären Wahltermin 2016 zu verschieben.

Menschenkette in BarcelonetaDie Beteiligung an der 400 Kilometer langen Menschenkette für die Unabhängigkeit Kataloniens hat am Mittwoch alle Erwartungen übertroffen. Wie die veranstaltende Katalanische Nationalversammlung (ANC) am Abend mitteilte, nahmen an der von der französischen Grenze bis in die angrenzende autonome Region Valencia reichende „Via Catalana“ mehr Menschen teil, als im vergangenen Jahr zur Großdemonstration für die Unabhängigkeit nach Barcelona gekommen waren. Damals hatten die Behörden die Teilnehmerzahl mit 1,5 Millionen angegeben,

Die Estelada, Fahne der katalanischen UnabhängigkeitsbewegungAm heutigen Mittwoch begeht Katalonien seinen Nationalfeiertag, die Diada Nacional de Catalunya. Mehrere Hunderttausend Menschen wollen sich aus diesem Anlass zu einer 400 Kilometer langen Menschenkette vereinigen und damit erneut für die Unabhängigkeit ihres Landes von Spanien demonstrieren. Wir dokumentieren nachstehend eine längere Einführung zu dem Thema, das der Rat für öffentliche Diplomatie Kataloniens (DIPLOCAT) veröffentlicht hat. Diesem Gremium gehören unter anderem die katalanische Regierung, die Gemeindeverwaltungen der wichtigen Städte Kataloniens - etwa Barcelona - und mehrere Hochschulen und öffentliche Institutionen an.

Das katalanische Volk will über seine Zukunft abstimmen. Eine einfache Aufzählung von Klagen und Missständen würde die allgemeine Aufbruchstimmung jedoch nicht zum Ausdruck bringen. Denn auf dem auf dem Weg zur Unabhängigkeit steht vor allem Optimismus, Toleranz und Modernisierungswille im Mittelpunkt.

Am 11. September 2012 demonstrierten über eine Million Menschen in Barcelona für die Unabhängigkeit Kataloniens. Foto: Marc Puig i Perez / flickr.comAm kommenden Mittwoch wollen sich in Katalonien Hunderttausende Menschen an einer 400 Kilometer langen Menschenkette beteiligen, die ihre Forderung nach einer Unabhängigkeit der Region unterstreichen soll. Die »Via Catalana« soll sich von den Pyrenäen an der Grenze zu Frankreich bis an die Grenze zum Land Valencia reichen – und vermutlich in beide Richtungen noch ein Stück darüber hinaus. Denn die Forderung nach Unabhängigkeit bezieht sich in den Augen der meisten Katalanen nicht nur auf die heute als Katalonien bekannte Region – die hier auch Principat genannt wird –, sondern auf alle Països Catalans, alle Katalanischen Länder: Valencia, die Balearen und letztlich auch den französischen Teil Kataloniens um Perpinyà (Perpignan). Anlass für die Aktion ist der katalanische Nationalfeiertag am 11. September, mit dem an die Kapitulation Barcelonas vor den Truppen Philipp V. Am 11. September 1714 erinnert wird. Damals hatte Katalonien seine Eigenständigkeit verloren und musste sich einem spanischen Zentralstaat unterwerfen.

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