Montag, 18. Dezember 2017
Solidaritätsanzeige

Der Kampf geht weiterWir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung den Beschluss der Vollversammlung des Protestcamps an der Puerta del Sol in Madrid, verabschiedet am heutigen Sonntag, 22. Mai 2011, und veröffentlicht auf der Homepage madrid.tomalaplaza.net:

Die Vollversammlung von Acampada Sol ist ihrem Treffen heute morgen übereingekommen, bis mindestens Sonntag, 29. Mai, an der Puerta del Sol weiterzulagern. Niemand der Tausenden Teilnehmer der Versammlung hat sich dieser Idee widersetzt.

Die spanische Demokratiebewegung lässt sich nicht verbietenIn Spanien entscheiden die Teilnehmer an den zahlreichen Protestcamps heute, ob sie ihre Bewegung fortsetzen oder abbrechen. Medienberichten zufolge haben die Besetzerinnen und Besetzer der Placa Catalunya in Barcelona bereits entschieden, das Camp - die AcampadaBCN - mindestens bis zum 15. Juni aufrecht zu erhalten. Dann wäre die spontane Bewegung genau einen Monat alt, nachdem sie am 15. Mai mit dem überraschenden Erfolg der Demonstrationen in unzähligen Städten begonnen hatte. An der Puerta del Sol in Madrid beginnt in diesen Minuten eine Vollversammlung der Demonstranten. Dem spanischen Fernsehen zufolge ist auch hier die Tendenz, das Protestcamp auf unbestimmte Zeit fortzuführen. Insgesamt gibt es Informationen der Bewegung zufolge derzeit in 60 Städten im ganzen Land solche Protestcamps.

Übernommen mit freundlicher Genehmigung von »Nics Bloghaus«. Die Originalseite, auf der auch noch weitere Fotos und Berichte zu finden sind, findet sich hier: http://nicsbloghaus.org/2011/05/21/berlin-ist-in-spanien/

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{besps_c}0|01.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Am Brandenburger Tor{/besps_c}
{besps_c}0|05.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Esa no es una crisis, es una fraude{/besps_c}
{besps_c}0|06.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Pariser Platz{/besps_c}
{besps_c}0|07.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Ni políticos, ni banqueros, ni capital - queremos todo y en seguida{/besps_c}
{besps_c}0|08.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Die Revolution wird feministisch sein, oder sie ist keine{/besps_c}
{besps_c}0|09.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|No pueden privatizar las ganancias, pero nacionalizar la deuda{/besps_c}
{besps_c}0|11.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Jedes Herz ist eine revolutionäre Zelle{/besps_c}
{besps_c}0|13.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Wirkliche Demokratie jetzt!{/besps_c}
{besps_c}0|14.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Emigration ist ein Recht, keine Pflicht{/besps_c}
{besps_c}0|15.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Esa crisis no la pagan...{/besps_c}
{besps_c}0|16.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Unterstützt die Spanische Revolution{/besps_c}
{besps_c}0|17.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Políticos y banqueros, ¡pierdense!{/besps_c}
{besps_c}0|18.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|So sieht Demokratie aus{/besps_c}
{besps_c}0|21.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Wir wollen keine Sklaven der Schulden sein - Der Süden steht nicht zum Verkauf{/besps_c}
{besps_c}0|22.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Pariser Platz{/besps_c}
{besps_c}0|23.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Pariser Platz{/besps_c}
{besps_c}0|24.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Escuchen al pueblo{/besps_c}
{besps_c}0|26.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Pariser Platz{/besps_c}
{besps_c}0|28.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Pariser Platz{/besps_c}
{besps_c}0|29.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Pariser Platz{/besps_c}
{besps_c}0|30.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Pariser Platz{/besps_c}
{besps_c}0|32.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Traición contra el pueblo{/besps_c}
{besps_c}0|33.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Wir zahlen eure Krise nicht - Das sind keine Rettungen, sondern Erpressungen{/besps_c}
{besps_c}0|34.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Pariser Platz{/besps_c}
{besps_c}0|35.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Auch das ausgewanderte Volk ist empört{/besps_c}
{besps_c}0|36.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Pariser Platz{/besps_c}
{besps_c}0|37.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Toda Madrid odia a la policía{/besps_c}
{besps_c}0|38.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Pariser Platz{/besps_c}
{besps_c}0|40.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Am Brandenburger Tor{/besps_c}
{besps_c}0|41.jpg|Berlin, 21. Mai 2011|Caminamos rumbo a la utopía{/besps_c}


 

José Luis Centella GómezWir dokumentieren nachstehend die vom Blog kritische-massen angefertigte deutsche Übersetzung eines Aufsatzes von José Luis Centella Gómez, dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei Spaniens (PCE). Das spanischsprachige Original erschien auf der Homepage der Parteizeitung »Mundo Obrero« (Hier klicken).

Wir leben in Zeiten, in denen wir täglich feststellen, dass das politische Leben Aggressionen ausgesetzt ist, einer Aggression durch die Märkte, die es beeinträchtigen und die Institutionen zu Laufburschen ihrer Interessen zu machen suchen.

Die Marketing-Demokratie hat die repräsentative Demokratie ersetzt, die Spekulation und die Jagd nach dem Unternehmensgewinn siegen über eine nachhaltige Entwicklung, und die bestausgebildete und fähigste Jugend in unserer Geschichte lebt schlechter als die vorhergehende Generation, ohne Aussicht auf feste Arbeit, ohne Recht auf eine Wohnung und ohne Zukunftsperspektive.

20.000 in Madrid und...Der spanische Oberste Gerichtshof hat einen von der Vereinigten Linken (IU) eingebrachten Antrag auf Aufhebung des von der Zentralen Wahlkommission (JEC) verhängten Demonstrationsverbotes in ganz Spanien zurückgewiesen. Die IU habe den Antrag nicht in eigenem Interesse, sondern für eine andere Kraft gestellt, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Außerdem sei die Entscheidung der Wahlkommission keine Verletzung der demokratischen Rechte der Bevölkerung.

Zehntausende Menschen haben sich von diesem Urteilsspruch jedoch nicht davon abhalten lassen, ihren Protest gegen das undemokratische System in Spanien auf die Straße zu tragen. Im Augenblick (1.30 Uhr nachts!) demonstrieren in Madrid, Barcelona und vielen anderen Städten des Landes unzählige Menschen trotz des Verbotes. Die Stimmung ist teils ausgelassen, teils wütend, aber überall gewaltfrei.

Kommunistische Partei SpaniensKommunistische Partei SpaniensDieser Tage entwickelt sich eine Bewegung der Rebellion, die seit den Demonstration vom 15. Mai Tausende Menschen mobilisiert. Sie protestieren gegen die Krisensituation, die wir erleiden, und gegen die Auswege, die uns die Regierung und Institutionen der EU aufzwingen, die das Diktat des Finanzspekulationskapitals befolgen, das auf Kosten der Arbeiter und der Volksschichten seine Gewinnraten beibehalten will.

Puerta del Sol in MadridPuerta del Sol in MadridDas zentrale Wahlgericht in Madrid hat gestern abend alle für den morgigen Sonnabend in Spanien geplanten Demonstrationen verboten. Die Richter begründeten ihre Entscheidung mit der traditionellen »Reflexionszeit« vor den Kommunalwahlen am Sonntag. Man müsse »die Transparenz und Objektivität des Wahlprozesses und das Prinzip der Gleichheit« verteidigen, so die Juristen. Die Entscheidung des Gerichts stiess prompt auf die Zustimmung der Generalsekretärin der rechten Oppositionspartei PP, María Doloes de Cospedal, die im spanischen Fernsehen erklärte, man habe »ein Recht darauf, dass die Zeit der Reflexion garantiert wird, dass dies eine ruhige Zeit ist«. Die Demonstranten, die seit Tagen unter anderem auf der zentralen Plaza Puerta del Sol in  Madrid ausharren, wollen sich von der Entscheidung hingegen nicht beeindrucken lassen. »Wir sind keine Partei, und sie können uns nicht vorschreiben, was wir tun oder lassen sollen«, erklärten Sprecher der Bewegung.

attacattacDas globalisierungskritische Netzwerk Attac begrüßt die Proteste, die gestern trotz der Versammlungsverbote in Madrid und zahlreichen anderen spanischen Städten stattfanden. »Wir gratulieren der Bewegung in Spanien, dass sie weiter eindrucksvoll protestieren konnte. Wer wie die Bewegungen in Spanien und Griechenland dagegen kämpft, dass Renten, Sozialleistungen und öffentliche Güter zu Gunsten von Banken und Konzernen umverteilt werden, der kämpft den gleichen Kampf wie wir und hat unsere volle Solidarität«, sagte Stephan Lindner vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. »Auch in Deutschland erklären alle großen Parteien, dass es zu einer Politik der Umverteilung von unten nach oben keine Alternative gäbe. Democracia Real YA! – echte Demokratie jetzt! - ist deshalb in unserem Land eine genauso aktuelle Forderung wie in Spanien.«

Wir sind normale Menschen.

Wir sind wie du: Menschen, die jeden Morgen aufstehen, um studieren zu gehen, zur Arbeit zu gehen oder einen Job zu finden, Menschen mit Familien und Freunden. Menschen, die jeden Tag hart arbeiten, um denjenigen die uns umgeben eine bessere Zukunft zu bieten.

Einige von uns bezeichnen sich als fortschrittlich, andere als konservativ. Manche von uns sind gläubig, andere wiederum nicht. Einige von uns folgen klar definierten Ideologien, manche unter uns sind unpolitisch, aber wir sind alle besorgt und wütend angesichts der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektive, die sich uns um uns herum präsentiert: die Korruption unter Politikern, Geschäftsleuten und Bankern macht uns hilf- als auch sprachlos. Und diese Situation ist mittlerweile zur Normalität geworden – tägliches Leid, ohne jegliche Hoffnung.

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