23 | 05 | 2019

Seit 1. April gibt es außerhalb von Graz zwischen 24 und 7 Uhr keinen ärztlichen Bereitschaftsdienst mehr. Das „Gesundheitstelefon“ hat seine Bewährungsprobe nicht bestanden. Von den nötigen Gesundheitszentren ist nichts zu bemerken. Die Wartezeiten auf lebenswichtige Operationen nehmen nicht ab und der Mangel an Kassenärztinnen und-ärzten wird immer deutlicher spürbar. Trotzdem hält Landesrat Drexler an seinen Konzepten fest. KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler spricht von einer „ernsten Krise der medizinischen Versorgung in der Steiermark“ und fordert die Landesregierung auf, die gesundheitspolitische Sackgasse zu verlassen.

Das Osterwochenende war die erste Bewährungsprobe für den neuen ärztlichen Bereitschaftsdienst in der Steiermark. Wie schnell bekannt wurde, gab es für Betroffene stundelange Wartezeiten am Gesundheitstelefon, Ordinationen waren nicht besetzt und enorme Anfahrtswege für Erkrankte, die ein Spital aufsuchen mussten. Kein Wunder: Seit 1. April versorgt in manchen der neuen Riesensprengel ein einziger Arzt über 60.000 Menschen.

Während die Schließung von Abteilungen und ganzen Spitälern von der Landesregierung als alternativlos dargestellt wird, gibt es kaum Bewegung bei den als Ersatz in Aussicht gestellten Gesundheitszentren. Von über 100 Zentren war noch vor kurzem die Rede, realisiert wurden aber lediglich fünf. Bei der Volksbefragung in Liezen am 7. April hat die Bevölkerung unmissverständlich gezeigt, dass der „Regionale Strukturplan“ der Landesregierung kaum Rückhalt hat.

Im niedergelassenen Bereich wird der Mangel an Kassenärztinnen und -ärzten zu einem immer größeren Problem. Zwar stehen viele Wahlärzte zur Verfügung, doch eine private Behandlung können sich viele nicht leisten. Die Ausdünnung des öffentlichen, solidarischen Gesundheitswesens wird auch durch die Beteiligung privater Investoren bei neuen Krankenhäusern, die die bestehenden teilweise ersetzen sollen, vorangetrieben.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler: „Die Landesregierung hat die ländlichen Regionen der Steiermark in eine medizinische Unterversorgung geführt. Mittlerweile muss man von einer ernsten Krise sprechen. Landesrat Drexler kann die Probleme nicht mehr schönreden. Wir müssen wieder in die Zukunft unseres Gesundheitssystems investieren. Dazu gehört auch ein Konzept, wie wir das öffentliche Gesundheitssystem für junge Ärztinnen und Ärzte und Pflegekräfte attraktiv machen können. Was wir sicher nicht brauchen, sind profitorientierte Konzerne, die unsere Spitäler betreiben, und ein Festhalten an Konzepten, die an einem Schreibtisch in Graz ausgedacht wurden und der Realität nicht standhalten!“

Quelle:

KPÖ Steiermark

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