Sonntag, 21. Januar 2018
Solidaritätsanzeige

Die Luft ist raus, aber in Brüssel und Berlin tut man so, als seien EU und Euro topfit

Es macht keinen Spaß. Aber am Jahresanfang ist es vielleicht mal wieder Zeit, sich die eigenen Irrtümer vor Augen zu halten. Es sind viele, und viele habe ich auch verdrängt. Aber am schwersten liegt mir im Magen, daß der Neoliberalismus, dessen Ende vor zehn Jahren mit der Finanzkrise hätte eingeleitet werden sollen, auch 2017 keine weiteren Zeichen des Ablebens von sich gibt.

Als Justizminister Félix Braz am Mittwoch eine Bilanz des seit April 2017 angewandten neuen Nationalitätengesetzes vorstellte, zeigte er sich höchst zufrieden. Die Zahl der Anfragen zur Einbürgerung habe sich seither verdreifacht.

Dabei haben, der Statistik folgend, nur die Wenigsten den klassischen Weg der Naturalisation genommen: Den Erhalt der luxemburgischen Staatsbürgerschaft durch Einbürgerungskurse an mehreren Abenden und einen Sprachentest in Schrift, Sprache und Hörverstehen der luxemburgischen Sprache.

Auch wenn Regierung und Patronatsvertreter es immer wieder abzustreiten versuchen, so belegen die von der Arbeitsmarktverwaltung allmonatlich veröffentlichten Statistiken in aller Deutlichkeit, dass Frauen und Männer über 50 – vielfach schon ab 40 Jahre – heutzutage immer häufiger ausgemustert und aufs Abstellgleis geschoben werden. Werden Betriebe umstrukturiert und Arbeitsplätze abgebaut, so stehen sie meistens oben auf den »Abschusslisten«. Auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung bleiben ihnen dann anschließend die Türen zurück ins aktive Arbeitsleben größtenteils versperrt.

Mit jedem Jahreswechsel verbinden viele immer wieder die Hoffnung, dass es besser wird – besser mit den eigenen Lebensumständen, denen von Verwandten und Freunden, mit den Aussichten auf soziale Gerechtigkeit, auf Wohlstand und Frieden, in unserem Ländchen und in der Welt.Anders als das in den Medien dargestellt wurde, war das Jahr 2017 (noch immer) für viele Lohnabhängige in der Welt das Jahr des 100.

Zeitung vum Letzebuerger VollekWenn Studien auch den Eindruck erwecken könnten, dass die Lohnabhängigen heutzutage länger im Arbeitsprozess verbleiben als noch vor 30 Jahren, so trifft dies jedoch beileibe nicht auf alle Sektorten zu. Denn aus zahlreichen Betrieben hört man nach wie vor, dass ein Großteil der dort Beschäftigten lieber heute als morgen, vielfach schon vor Erreichen des eigentlichen Rentenalters aus dem aktiven Arbeitsleben treten würde.

Zeitung vum Letzebuerger VollekDie Lohnschere ging während der vergangenen Jahre weiter auseinander. Das stellt die »Chambre des salariés« in ihrer, Mitte Dezember veröffentlichen Publikation »Econews« (2/2017) fest.

Aus den Berechnungen der Salariatskammer geht hervor, dass 2016 der niedrigste Stundenlohn bei den oberen 5 Prozent der Lohnabhängigen 59,03 Euro ausmachte, während er bei den 20 Prozent der Lohnabhängigen mit den niedrigsten Löhnen lediglich 13,55 Euro betrug.Berechnet auf die vergangenen 20 Jahre, angefangen bei 1995, stiegen die hohen Löhne schneller als die niedrigen Löhne.

Zeitung vum Letzebuerger VollekZu den gestern in Bezug auf die Spielschule (heute Zyklus 1) aufgezählten Problemen ist noch nachzutragen, daß im laufenden Schuljahr noch eine Aufgabe draufgesattelt wurde: das spielerische Lernen des Französischen durch gezielte Aktivitäten. Es ist dies wieder eine Aufgabe mehr, ohne daß es dafür auch Mittel gäbe. Wobei natürlich keine der vorherigen Lernziele gestrichen wurde. Verlangen kann ein Ministerium natürlich alles, was dem Minister und seinen parteipolitisch Eingefärbten einfällt, bloß verwirklichen läßt sich mehr nicht mit weniger!Ein Minister braucht sich auch nicht zu überlegen, wie riskant es ist, heute mit 18 Kindern aus dem Schulhof hinauszumarschieren für ein Projekt, den Besuch eines Schauspiels, Konzerts oder Museums oder einen Ausflug.

Weihnachten 2017 ist Geschichte. Für viele, die sich vor dem »Fest der Liebe« in den »Streß« des Geschenke-Kaufens, sei es aus gesellschaftlichem Zwang oder tatsächlich aus Freude am Schenken, stürzen »mußten«, geht es »zwischen den Jahren« nun darum, den ganzen Krempel, den man von Anverwandten und Freunden mit oder ohne Liebe geschenkt bekam, umzutauschen. Weihnachten ist eben ein Business, wie andere Feste des Jahres: Es geht um Konsum und sonst um kaum noch etwas.

Zeitung vum Letzebuerger VollekAus dem, 220 Seiten starken, von der Generalinspektion der sozialen Sicherheit (IGSS) erstellten Bericht der Sozialversicherung geht hervor, dass das Jahr 2016 mit einem Überschuß von 1.491 Millionen Euro abschloß. Das entspricht 2,8 Prozent des Bruttoinlandproduktes.

Die Einnahmen stiegen um 4,7 Prozent auf 13.155 Millionen Euro, die Ausgaben um ein Prozent auf 11.664 Millionen Euro.

Deutlich mehr als ein Drittel der Ausgaben der Sozialversicherung (39,5 Prozent) wurden für die Renten ausgegeben.

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