Sonntag, 22. Juli 2018
Solidaritätsanzeige

Als in der letzten Woche Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Luxemburg weilten, konnte man sich eigentlich schon denken, was auf jeden Fall zu den »Reform«-Forderungen gehören würde. Die Vorahnung wurde dann auch nicht enttäuscht: Neben Forderungen nach Absenkung von Löhnen und Sozialleistungen soll in den Augen des IWF auch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit her.

Der immer wieder herbeigezerrte demographische Wandel wackelt bedrohlich wie eine Keule über unseren Köpfen, die, wenn Lebensarbeitszeit nicht erhöht werde, gnadenlos auf uns hernieder fahre, während die Frage nach der Entwicklung der Produktivität und der Verteilung des erarbeiteten Wohlstandes traditionell sehr kurz kommt.

Vergangene Woche hat der Konsumentenschutz die jüngsten »drastischen« Erhöhungen der Gebühren für die Benutzung von Parkplätzen und -häusern mehrerer Spitäler heftig kritisiert und erklärt, es sei »erschreckend, wie sich auf diese Art und Weise auf Kosten der Patienten beziehungsweise Besucher bereichert wird«.

Es könne nicht angehen, daß beispielsweise Notfall- oder Ambulanzpatienten – die bekanntlich immer länger auf ihre Behandlung warten müßten – sowie Eltern, Angehörige oder Freunde von stationären Patienten für einen dreistündigen Aufenthalt im Spital neun Euro an Parkgebühren berappen müssen, oder daß man selbst Eltern bei einem längeren Krankenhausaufenthalt ihres Kindes Tag für Tag Parkgebühren von 21 Euro und mehr »abzockt«, so der Konsumentenschutz.

Ein junger Handwerker war die ganze Woche über in einem Neubau mit dem Posieren von Türen und Fenstern beschäftigt. Weil die Arbeiten unbedingt bis Freitag abgeschlossen werden mussten, ging es nicht ohne Überstunden. Und zwar täglich. Eine Schufterei, die schwer und ermüdend war. So richtig ausruhen konnte er sich allerdings auch am Wochenende nicht, da er angewiesen wurde, auch noch samstags – normalerweise ein freier Arbeitstag – anzutreten, da alles noch einer letzten Kontrolle unterzogen werden musste.

Während der nächsten Monate werden Regierungs- und Oppositionsparteien zu großer Form auflaufen, wenn es darum gehen wird, den Menschen, die gezwungen sind, einen großen Teil ihres Einkommens zu Wohnzwecken auszugeben, in Hochglanzbroschüren bezahlbaren Wohnraum zu versprechen.

Für Menschen mit Langzeitgedächtnis wird das ein »Déjà-vu« sein, denn in Vorwahlzeiten war es bisher immer so, dass die einzelnen Sektionen der bürgerlichen Einheitspartei mit bezahlbaren Mietwohnungen und subventionierten Eigentumswohnungen auf Stimmenfang gingen.

Üblicherweise sind Olympische Spiele in erster Linie dazu da, die tiefen Taschen jener zu füllen, die Hotelketten besitzen, Massenmedien ihr Eigen nennen, Sportbekleidung und -schuhe zusammennähen, Sportgeräte herstellen oder Großprojekte errichten lassen. Den Ausrichterstädten bleiben neben überdimensionierten und oft ausgedienten Arenen, sogenannten Weißen Elefanten, vor allem Schulden, die wiederum regelmäßig jahre-, wenn nicht jahrzehntelange, Kürzungen städtischer Sozialprogramme nach sich ziehen.

Doch manchmal wird das unablässige Schwenken von Nationalfahnen und Medaillenzählen durch fortschrittliche, zukunftsweisende Gesten der Solidarität unterbrochen.

Die negativen Auswirkungen der kapitalistischen Finanz- und Wirtschaftskrise machen den arbeitenden Menschen nach wie vor schwer zu schaffen. Die Probleme, von denen sie betroffen sind, sind vielfältig. Sie reichen von Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Postenabbau, Kündigungen und Firmenschließungen bis hin zu Sozialabbau und Reallohnverlusten.

Eine Entwicklung, die dazu führt, dass immer mehr Menschen ins soziale Abseits gedrängt und von Armutsrisiko bedroht werden. Zu diesen Menschen gehören sowohl die vielen »älteren« Arbeitslosen, die seit Jahren schon ab 40 immer häufiger rücksichtslos aufs Abstellgleis abserviert werden, wie auch die vielen Jugendlichen, deren Weg nach wie vor häufig von der Schulbank ohne Umwege in die Arbeitslosigkeit führt.

Die Gesellschaft SES, eine Holding von Satellitenbetreibern mit Sitz in Betzdorf, hat viel Erfahrung mit der Militarisierung des Weltraums. Über ihr 100-prozentiges Tochterunternehmen SES Government Solutions, das ausschließlich im Dienste der USA-Regierung und deren Kriegspolitik steht, baute sie während der vergangenen Jahre Dutzende von Militärsatelliten und verdiente sich in diesem Rüstungsbereich dumm und dämlich.

Kommunistische Partei LuxemburgsWas von der Regierung als »historischer Tag für Luxemburg« verkündet wurde – der Start eines ersten Luxemburger Militärsatelliten am 31. Januar 2018 –, ist ein weiterer Schritt in Richtung Aufrüstung. Dem vorangegangen waren der Kauf eines Militärflugzeugs und der Beschluß, sich an mehreren Beschaffungsprogrammen der NATO zu beteiligen, darunter der Kauf von Drohnen, Tankflugzeugen und Militärhubschraubern.

In den letzten Jahren haben sich die Arbeitsbedingungen stark verschlechtert. Was den arbeitenden Menschen immer schwerer zu schaffen macht, ist der heutzutage fast allgegenwärtige Stress, der sich nicht nur negativ auf die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsklima auswirkt, sondern zunehmend auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Schaffenden hat. Die Beschwerden den von Stress und zunehmendem Druck betroffenen Erwerbstätigen reichen von Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Verdauungsproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu Angstgefühlen und Depressionen.

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