Dienstag, 25. September 2018
Solidaritätsanzeige

Damit der Profit stimmt, wird den arbeitenden Menschen heutzutage immer mehr abverlangt. Wer dem ständig zunehmenden Druck, dem wachsenden Konkurrenzkampf oder dem allgegenwärtigen Stress nicht gewachsen ist, riskiert auf der Strecke zu bleiben. Erst recht, wenn er nicht imstande ist, jederzeit 100 Prozent abzurufen.

Vor einer Woche schaltete der Präsident der »Fédération St-Hubert des Chasseurs du Grand-Duché de Luxembourg« in der Zeitung des Bistums eine Anzeige für die Gründung einer »überparteilichen Bewegung«. Allein für den Preis der Anzeige müssen Mindestlohnbezieher während zweieinhalb Monaten arbeiten.

Noch knapp 21 Wochen trennen uns von den Parlamentswahlen. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Aus dem langen Sommerschlaf, in dem sich das Land ein jedes Jahr von Mitte Juli bis Anfang September üblicherweise befindet, dürfte dieses Jahr also nichts werden. Zumindest nicht in den Parteizentralen, in denen bereits seit Monaten eifrig an den Kandidatenlisten, den Wahlprogrammen und den dazu gehörenden Wahlversprechen gefeilt wird.

Es wäre keine große finanzielle Sache gewesen, aber ein wichtiges Zeichen, hätte der Differdinger Schöffenrat dem Vorschlag der KPL zugestimmt, pro Tag und pro Person 20 Liter Trinkwasser gratis an die Bevölkerung abzugeben.

Am Montag stellte der Mouvement Ecologique seinen Forderungskatalog an eine zukünftige Regierung nach den kommenden Parlamentswahlen vor. Auf etwa 80 Seiten wurden neun der Organisation wichtige Punkte zusammengefaßt, die als besonders dringend erachtet werden.

Wo die DP recht hat, hat sie recht: Nicht alle Wahlberechtigten sollten – wie vom Spitzenkandidaten der CSV zu den Chamberwahlen, Claude Wiseler, gefordert – in einem nationalen Referendum en bloc über weitere – wenn es nach Wiseler geht: Dutzende – Gemeindefusionen abstimmen dürfen, sondern allein die Bewohner der Gemeinden, deren Gemeinderat eine Zusammenlegung anstrebt. Und zwar nur dann, wenn es in jeder der beteiligten Gemeinden in einem lokalen Referendum eine eigene Mehrheit für die Fusion gibt, sollte die Initiative vom Innenministerium finanziell und logistisch unterstützt werden.

Mit einer ergreifenden Zeremonie wurde am 12. Mai 2018 auf dem Friedhof in Differdingen ein Gedenkstein für die von den Nazis nach Luxemburg verschleppten sowjetischen Zwangsarbeiter enthüllt.

Diese Woche kündigte die Holding Encevo, die sich vornehmlich aus dem Energieversorger Enovos und dem Netzbetreiber Creos zusammensetzt, einen Nettogewinn von 55,7 Millionen Euro an. Erfreulich ist auch, dass knapp 200 Millionen Euro Investitionen getätigt wurden, und dass die Ausgaben für die Erneuerung und Modernisierung der Strom- und Gastnetze auch in Zukunft hoch bleiben sollen.

Das trotz Sonderrückstellungen und Sonderabschreibungen ausgezeichnete Resultat veranlasste den Verwaltungsrat der Holding, einen größeren Teil des Nettoprofits – 24,5 von 55,7 Millionen Euro – an Dividende für die Aktionäre auszuschütten.

Verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen, so wächst notgedrungen auch das Arbeitsvolumen der Personalvertreter. Schließlich besteht deren Arbeit darin, die Interessen aller Mitarbeiter zu verteidigen. Dies sowohl in Betrieben, in denen sich die Delegationen auf einen zwischen Patronat und Gewerkschaften ausgehandelten Kollektivvertrag berufen können, als auch überall dort, wo es einen solchen Vertrag nicht gibt – was immerhin für knapp 45 Prozent aller Beschäftigten der Fall ist.

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