Donnerstag, 21. Juni 2018
Solidaritätsanzeige

Antifaschistische Aktion in RigaAntifaschistische Aktion in RigaHeute Vormittag haben Antifaschisten aus mehreren europäischen Ländern auf dem Freiheitsplatz in Riga gegen einen geplanten Ausmarsch von SS-Veteranen und ihrer jungen Anhänger protestiert. Am Nationaldenkmal auf dem Freiheitsplatz legten die Antifaschisten, unter ihnen der Präsident der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), Vilmos Hanti, der Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums, Efraim Zuroff, Vertreter der Organisation »World Without Nazism« und Vertreter von Mitgliedsverbänden der FIR aus verschiedenen Ländern gemeinsam mit lettischen SS-Gegnern Gebinde zu Ehren der Widerstandskämpfer und der Befreier Lettlands vom Faschismus nieder, bevor die SS-Veteranen ihren Aufmarsch starteten.

 

Die Polizei hielt die Antifaschisten auf dem Platz fest, als die Nazis vorbeizogen. Das erwies sich als unfreiwillige Unterstützung der Protestaktion, denn so wurden die gut 1000 Alt- und Neofaschisten mit den Transparenten der Antifaschisten, die diese in Lettisch und Englisch vorbereitet hatten, und den Fahnen der VVN-BdA, der FIR und anderer beteiligter Organisationen konfrontiert. »Dieser gemeinsame Protest gegen SS-Verherrlichung und Geschichtsfälschung ist ein wichtiges Signal europäischer Erinnerungskultur«, kommentierte Vilmos Hanti.

Am Vortag war es zu massiven Behinderungen der Antifaschisten durch die lettischen Behörden gekommen. So wurde eine Gruppe, die mit dem Bus aus Deutschland nach Riga reiste, am Samstag an der Grenze stundenlangen verschärften Kontrollen ausgesetzt, weil unter den Mitfahrern angeblich »gewalttätige Demonstranten« vermutet wurden. Nachdem sich dieser Vorwurf in Luft aufgelöst hatte, konnte der Bus zwar die Grenze passieren, wurde jedoch knapp 40 Kilometer vor Riga erneut von Sicherheitskräften gestoppt und stundenlang an der Weiterfahrt gehindert. Konkrete Vorwürfe gab es nicht, wie die FIR mitteilte.

Im Vorfeld der Naziprovokation in Riga hatte sich die FIR bereits an die lettische Botschaft in Berlin gewandt. In dem Brief ihres Generalsekretärs Ulrich Schneider an Botschafterin Elita Kuzma hieß es: »Seit mehreren Jahren protestieren wir, die Dachorganisation ehemaliger Kämpfer der Anti-Hitler-Koalition, Widerstandskämpfer und Partisanen, Verfolgter des Naziregimes und ihre Hinterbliebenen sowie heutiger Antifaschisten aus 25 Ländern Europas und Israels, gemeinsam mit antifaschistischen Kräften aus verschiedenen Ländern gegen den Aufmarsch ehemaliger SS-Angehöriger und junger Verherrlicher der SS-Tradition am 16. März eines jeden Jahres in Riga.

Es ist für uns unvorstellbar, dass ein Land, das einen Platz in der Gemeinschaft der europäischen Völker beansprucht, solchen Organisationen erlaubt, öffentlich für die Rehabilitierung dieser verbrecherischen Traditionen einzutreten. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen – ein Verbrechen gegen die Menschheit, wie der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg 1945 feststellte. Ebenfalls haben wir keinerlei Verständnis dafür, dass solche Verbrecher, die für Tausende Tote auch an der Zivilbevölkerung Verantwortung tragen, als „Kämpfer für die Freiheit Lettlands“ tituliert werden.

 Und es ist für uns noch unvorstellbarer, dass in einer Stadt, die als europäische Kulturstadt 2014 ausgewählt worden ist, solch ein Naziaufmarsch geduldet wird, jedoch diejenigen, die gegen solch verhängnisvolle Traditionen protestieren wollen, von den Sicherheitskräften als „Verleumder Lettlands“ oder als „Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ denunziert werden. Auch in diesem Jahr wird die FIR ihr Recht auf öffentlichen Widerspruch gegen SS-Rehabilitation in Riga wahrnehmen. Neben Antifaschisten aus den skandinavischen Ländern und Deutschland wird auch unser Präsident an diesen Protesten teilnehmen. Wir erwarten von den lettischen Autoritäten, dass sie gewährleisten, dass dieser Protest ohne Einschränkung ermöglicht wird.«

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